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Fußball: Heimische Torjäger sind sich sicher

Robert Lewandowski und der 41. Treffer

Kreis Steinfurt

Kaum jemand zweifelt daran, dass Robert Lewandowski im letzten Saisonspiel seines FC Bayern den Gerd Müller-Rekord von 40 Saisontreffern nicht überbieten wird – auch nicht die Torjäger aus der heimischen Region.

dm/klü/gs

Marcel Exner (l.) kann sich nicht vorstellen, dass Robert Lewandowski freiwillig auf seinen 41. Treffer verzichtet. Foto: Thomas Strack

40 plus X lautet die Formel für Bayerns Torjäger Robert Lewandowski am heutigen Samstag. Am 34. und letzten Bundesligaspieltag empfängt der FC Bayern den FC Augsburg zum Saisonausklang. Die Münchener sind Meister, die Fuggerstädter gerettet, alle Augen sind nur auf Lewandowski gerichtet. Schon ein Tor würde ihm reichen, den alten Müller-Rekord für die meisten Tore in einer Saison für sich zu beanspruchen. Durch sein Elfmetertor gegen Freiburg am 33. Spieltag zog der polnische Nationalstürmer mit Gerd Müllergleich – und erinnerte an den „Bomber der Nation“ mit einem T-Shirt unter seinem Trikot. Gerd Müller gelang am 3. Juni 1972 beim 6:3-Sieg am 32. Spieltag über Frankfurt ein „Dreierpack“ und er erreichte so die unglaubliche Marke von 40 Toren. Wir haben ehemalige und noch amtierende Torjäger gefragt: Packt Lewandowski heute den alleinigen Rekord mit 41. Treffern?

MarcusFischerspielte von 2006 bis 2009 für den FCE Rheine. In der Saison 2007/08 markierte er 19 Oberligatore für den FCE, sein torreichstes Jahr neben der Spielzeit 2000/01, als er für Preußen Lengerich ebenfalls 19 Mal traf. Fischer glaubt fest an Lewandowski als alleinigen Rekordtorschützen: „Die 41. Bude hätte er schon gegen Freiburg machen müssen, als er aus einem halben Meter das Tor nicht traf. Den hätte selbst meine Oma gemacht. Aber der 41. Treffer wird kommen, seine Mannschaftskollegen werden versuchen, ihn in Szene zu setzen. Er selbst hat die absolute Geilheit, Tore schießen zu wollen, das ist ja auch das Geniale an ihm“, sagt Fischer, selbst Fan des Deutschen Rekordmeisters.

TobiasWehmschulte, ehemaliger Angreifer von SuS Neuenkirchen, schaut vorwiegend auf „seinen“ 1. FC Köln, der gegen Schalke versuchen wird, noch den Bundesligaerhalt zu sichern. Mit einem Auge hat Wehm­schulte aber das Bayern-Spiel im Blick: „Das wird ein sicheres Ding. Einen macht Lewandowski garantiert. Er ist im Abschluss so konsequent, der macht immer seine Bude. Zudem möchten die Bayern das letzte Spiel auf jeden Fall gewinnen und ihm den Rekord gönnen. Das hat man schon gesehen, als seine Mitspieler beim 40. Treffer alle Spalier standen.“

MarcelExnervom TuS Laer 08 hat mit 23 Treffern in neun Spielen für die Zweite des TuS Altenberge in der Kreisliga A Münster ebenfalls eine Marke gesetzt und für seinen neuen Verein in der Spielzeit 2019/20 immerhin 22 Tore erzielt. Er ist sich sicher, dass Lewandowski die 41 vollmacht: „Er hat ja selbst gesagt, dass er immer auf Rekorde und Verbesserung aus ist. Was der Hamann da bei Sky gesagt halt, halte ich für Schwachsinn. Außerdem ist das nicht Sinn der Sache. Ein Stürmer will immer Tore schießen. Gerd Müller, das war eine andere Zeit. Jetzt ist halt Lewandowski dran.“

Der ehemalige Bayern-Spieler und Sky-Experte hatte im TV angeregt, dass Lewandowski im letzten Spiel gegen Augsburg verzichten sollte und den Rekord Gerd Müller lassen sollte: „Was wäre das für ein Zeichen“, hieß es wörtlich, „wenn Lewandowski . . . sagt: Ich spiele nicht, ich bleibe weg! . . . aus Respekt vor Müller.“

Zu seinen besten Zeiten bereitete RüdigerWamelink jeder gegnerischen Abwehr schlaflose Nächte. Für seine Bestmarke von 28 Saisontoren erhielt er 1988 vom Vorstand des VfB Rheine die Verbandsliga-Torjägerkanone verliehen. Mit diesem Wert schoss er das Team von Trainer Martin Rattka in die Oberliga. Der heute 57-jährige Ex-Trainer des SV Wilmsberg hatte gar nicht auf dem Schirm, gegen wen die Bayern am Samstag spielen. „Gegen Augsburg? Dann wird er es schaffen. Die Kollegen werden ihm sicher noch Gutes tun wollen und jeden Ball auflegen. Ich gönne ihm den Rekord.“

Etwas differenzierter sieht es DirkBültbrun: „Ich hätte großen Respekt, wenn er sagen würde, 40 Tore reichen ihm.“ In diesem Fall würden sich Robert Lewandowski und Gerd Müller die Rekordmarke teilen. Sollte Bayerns Nummer neun aber gegen Augsburg auflaufen, hat der Ex-Coach des SV Burgsteinfurt keinen Zweifel: „Dann wird er es schaffen. Die Mitspieler werden ihm die Bälle auflegen, vielleicht reicht auch ein Elfmeter.“ Der Rekordtorschütze des FCE Rheine (79 Meisterschaftstore von 2000 bis 2005) empfindet auch als BVB-Anhänger große Anerkennung für den Kollegen in München: „Ich bin ja als Dortmunder absolut kein Bayern-Fan. Aber was er auf dem Niveau seit Jahren geschafft hat, ist sensationell.“

Ganz so viele Tore wie Bültbrun, zumal einige Ligen tiefer, hat AlexHesenernicht erzielt. Vor seinem Kreuzbandriss waren es 22 in einer Saison. Dafür hat er aber schon fünf Dinger in einem Spiel gemacht: „Das sollte für Lewandowski kein Problem sein, die Marke zu knacken – mit der Form, in der er sich befindet. Ich traue ihm sogar mehr als 41 zu. Vielleicht gehen seine Mannschaftskollegen ja so weit, dass sie im viel auflegen, damit er den Rekord über einige Jahre behalten kann“, meint der Torjäger des BFC.

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