Fußball: Terminlisten erstellen ist eine komplizierte Angelegenheit

„Spannende Herausforderung“

steinfurt

Das Erstellen der Terminlisten für die Fußballligen ist eine verzwickte Angelegenheit, die Gerhard Rühlow seit Jahren bereits ausübt. Für die kommende Spielzeit dürfte es, bedingt durch die Corona-Pandemie, ein wenig komplizierter werden.

Günter Saborowski

Staffelleiter Gerhard Rühlow an seinem Schreibtisch, an dem er an den Terminlisten für die Fußballsaison arbeitet und versucht, die Wünsche der Vereine zu erfüllen. Foto: Heimspiel/Christian Lehmann

29 Vereine gibt es im Fußballkreis Steinfurt, zum Teil mit vier Seniorenmannschaften. Wenn zusätzlich auch noch Frauen-Teams mit von der Partie sind, dann wird‘s knifflig für Gerhard Rühlow. Seit 50 Jahren ist der Burgsteinfurter Staffelleiter. Angefangen hat der ehemalige Realschuldirektor mit der Kreisliga A Steinfurt. Mittlerweile unterliegen auch die Landesliga 4, die Bezirksliga 12 und die fünf Ligen auf Kreisebene (A, zwei B- und zwei C-Ligen) seiner Planung. „Auf Kreisebene ist es einfacher, wenn alles in einer Hand ist“, hat Rühlow die Staffeln der B- und C-Ligen von Jörg Brandhorst und Wilfried Helmer mit übernommen.

Was früher schon nicht ganz einfach war, ist jetzt, da die Coronapandemie laut den jüngsten Inzidenzwerten zwar einigermaßen im Griff ist, Hygienekonzepte aber dennoch in Kraft bleiben, noch komplizierter geworden. „Das ist eine interessante Herausforderung, die ich gerne annehme. Aber ich benötige dafür Tage und Nächte“, kann sich der 86-Jährige über einen Mangel an Arbeit nicht beklagen.

Wenn Verein XY mit zwei Mannschaften an einem Sonntag nacheinander spielen wollte, dann hat der Staffelleiter dies irgendwie einrichten können. „Wenn ich die erste Mannschaft in der Landesliga terminiere und dabei nicht die zweite in der Kreisliga mit im Auge habe, dann ist Chaos vorprogrammiert“, sagt er. Noch verzwickter wird es, wenn Mannschaften nicht nur in verschiedenen Ligen, zum Beispiel Oberliga und Kreisliga, spielen, die Staffeln aber unterschiedliche Mannschaftsstärken aufweisen (18, 16, 14).

Die Wünsche der Vereine sind dabei differenziert. Manche möchten, dass erste und zweite Mannschaft an einem Tag spielen und das Frauen-Team dann immer auswärts. Germania Hauenhorst beispielsweise war bislang darauf erpicht, alle drei Teams (I., II. und Frauen) an einem Tag spielen zu lassen. Oder auch das Ortsrivalen nicht parallel Heimrecht haben und sich gegenseitig die Zuschauer wegnehmen. Beispiel SV Wilmsberg und SC Preußen vor der Fusion. Die Hintergründe mögen vielfältig sein und reichen von Bewirtung (Verkauf von Kaffee, Kuchen, Bier und Würstchen plus Einsatz freiwilliger Helfer) bis hin zum Energieverbrauch.

„Ich mache allerdings nur die Termine, die Anstoßzeiten müssen die Vereine selbst festlegen. Es kann daher sein, dass wegen des Hygienekonzeptes das Hauptspiel erst um 16 Uhr ausgetragen wird“, hat Rühlow keinen Einfluss auf Uhrzeiten. Schließlich muss bei der Belegung der Kabinen darauf geachtet werden, dass nach dem Duschen der Reserve gereinigt und desinfiziert wird, bevor die erste Mannschaft sich umziehen kann; denn auch zur neuen Saison gelten auf den Plätzen und in den Stadien weiterhin die Schutzmaßnahmen der vergangenen – die von den Ordnungsämtern auch überwacht werden. Überhaupt, so sicher, wie viele glauben, ist der Beginn der Meisterschaftssaison am 15. August nicht. „Dieser Termin steht noch nicht offiziell fest“, sagt Rühlow, dass sich der Verbandsfußballausschuss hierzu noch nicht geäußert hat. Es kann tatsächlich auch der 22. oder 29. August werden.

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