Triathlon: Borghorster Luca Heerdt will zur EM in Österreich

Zeit zum Lernen und für den Master

Borghorst

Noch ist er verletzt – zumindest ein wenig – und kann nicht sein normales Laufpensum absolvieren. Bis zur EM Ende Juni möchte der Borghorster Triathlet Luca Heerdt aber wieder fit sein – und natürlich teilnehmen.

Günter Saborowski

Der Borghorster Luca Heerdt hat acht Monate an keinem Wettkampf mehr teilgenommen und ist aktuell noch verletzt. Bis zur EM Ende Juli will er aber wieder fit sein. Foto: via www.imago-images.de

In normalen Zeiten, also ohne Corona und seine Einschränkungen, hätte Luca Heerdt im vergangenen Jahr zehn bis 15 Wettkämpfe heruntergespult. Ganze zwei waren es in 2020, einer in Leipzig, einer in Dubai. „Der erste in diesem Jahr hätte für ihn am 30. Mai im österreichischen St. Pölten stattgefunden. Aber den mussten wir absagen. Luca ist verletzt“, berichtet sein Trainer Ralf Kleemann. „Ich weiß selber nicht so genau, was ich habe. Wahrscheinlich eine Entzündung im Schienbein. Auf jeden Fall kann ich nur unter Schmerzen laufen. Radfahren und schwimmen geht aber“, rätselt der 25-Jährige aktuell selber noch, was seine Schmerzen hervorruft. Es besteht allerdings die Hoffnung, dass Heerdt bis zum 27. Juni für die Europameisterschaft auf der Mitteldistanz (1,9 - 90 - 21,1 km) wieder komplett auf den Beinen sein wird. Die findet dann am Walchsee in Österreich statt, unterhalb vom Wilden Kaiser, und hat es in sich: Das Schwimmen im Walchsee dürfte das kleinste Problem für Heerdt sein, aber die Radstrecke nach Kössen und rauf auf die Huberthöhe mit zwölf Prozent Steigung sind kein Kindergeburtstag. Am Walchsee selbst ist abschließend ein Rundkurs viermal zu durchlaufen.

Acht Monate lang konnte der Borghorster an keinem Wettkampf teilnehmen, weil alle wegen der Pandemie abgesagt worden waren. „In der Zwischenzeit hat er sein Studium vorangetrieben“, erklärt sein Coach, dass Heerdt über den Büchern saß – Mathematik und Sport auf Lehramt. „Momentan muss ich noch eine Hausarbeit schreiben, dann kann ich mich für den Master anmelden. Für die Arbeit habe ich drei Monate Zeit. Im November möchte ich schon ins Referendariat gehen“, sagt der Borghorster, der seinen Master in Sport über Didaktik verfassen will.

„Die Zeit ohne Wettkampfreiz ist selbst für mich nicht leicht. Da fehlt was“, sagt Trainer Ralf Kleemann. Vor allem, weil man nicht sehen könne, ob und wie die Trainingsarbeit fruchte; zudem sei es nicht leicht „die Motivation hoch zu halten“, sagt er.

Für den Athleten selbst dürfte es ungleich schwerer sein, denn Luca Heerdt schien in 2020 körperlich in guter Verfassung zu sein. Beim Wettkampf in Leipzig über die Olympische Distanz (1,5 - 40 - 10 km) wurde er zwar nur Vierter, wurde jedoch für die schnellste Laufzeit (31:55) extra geehrt. Ein Sturz auf dem Rad in einer nassen Kurve hatte ihn rund eine Minute zurückgeworfen, sodass ihm in der Endabrechnung diese Zeit für Rang drei, zwei oder eins fehlten.

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