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Basketball: 2. Bundesliga Pro A

„Das hat extremst weh getan“: Was die Baskets aus Tübingen mitnehmen

Münster

Als der erste Frust über die verpasste Überraschung verflogen war, hellte eine Erkenntnis die Stimmung auf. Das 79:84 bei den Tigers Tübingen verdeutlichte, dass die WWU Baskets in der Pro A auf einem guten Weg sind – das sollte Selbstvertrauen geben.

Großer Kampf gepaart mit spielerisch ansehnlichen Elementen: Thomas Reuter im Dreikampf mit Zachary Seljaas und Gianni Otto. Foto: Imago/Ulmer

Die lange Busfahrt durch die Donnerstagnacht bot den WWU Baskets Münster viel Zeit, über die 40 Minuten bei den Tigers Tübingen nachzudenken. Was war denn dieses beachtliche 79:84 nun? Zunächst einmal eine knappe Niederlage, die wie schon beim 102:103 in Dresden dem Pro-A-Neuling keine weiteren Zähler auf das Tabellenkonto spülte.

Wie schon in Sachsen war Münster auch im Herzen Baden-Württembergs bis in die Schlusssekunden ein Anwärter auf den Sieg, allein die entscheidenden Körbe wollten nicht fallen. Etwa beim unglücklich aus dem Korb springenden Dreierversuch von Hilmar Petursson bei 77:76-Führung.

So überwog zunächst die Enttäuschung, mit der Zeit aber machte sich die Erkenntnis breit, sich Woche für Woche zu steigern und auch mit den Großen der 2. Bundesliga Pro A mithalten zu können. „Wir haben gezeigt, dass wir gegen jeden Gegner da draußen spielen können. Wir haben als Team gespielt und hart in der Verteidigung gekämpft. Ich habe das Gefühl, dass wir mit jedem Spiel gute Schritte machen“, erklärte Darien Jackson, der eine starke Partie zeigte und gerade in der Endphase mit seinen Zählern – insgesamt kam der Amerikaner auf 19 – die Baskets wieder heranführte. Dass er in einer entscheidenden Phase bedrängt von zwei Gegenspielern und stark foulverdächtig den Ball verlor, war einer dieser Schlüsselmomente, die sein Coach Björn Harmsen hintereher als eine Mischung aus „Pech und Unerfahrenheit“ bezeichnete.

Baskets erhalten Sonderlob vom Tigers-Coach

Für den Auftritt, bei dem Münster trotz nahezu dauerhaften Rückstands (2:11, 5:20, 42:53, 58:65) nie aufsteckte und sich noch die Siegchance erarbeitete, gab es auch ein Kompliment von Tigers-Coach Daniel Jansson. „Sie haben ein tolles Spiel gemacht und uns das Leben schwergemacht“, sagte er. Zumal die Baskets die lange Reise zum Bundesliga-Anwärter ohne ihren Anführer Andreas Seiferth angetreten hatten, was sie aber nach Startproblemen kompensieren konnten.

„Ich denke, jeder hat sich heute in Andis Abwesenheit gesteigert“, meinte Jordan Jones, der nicht nur wegen seiner 13 Punkte seine wohl beste Leistung im Baskets-Dress zeigte. Für den Center, aber auch für Oliver Pahnke und Connor Harding freute sich Harmsen besonders, dass sie die Spielminuten am Mittwoche für Eigenwerbung nutzten.

Jetzt wartet ein direkter Konkurrent

Doch für Komplimente, egal ob aus eigenen Reihen oder vom Gegner, gibt es nun einmal keine Punkte. „Am Ende war es wirklich so, dass du das Spiel eigentlich haben kannst. Dann machen wir den Turnover, die machen den Dreier draus. Das hat extremst weh getan. Die Mannschaft hat super gekämpft, toll gespielt, sich nur am Ende leider nicht belohnt“, so Harmsen. „Das hilft uns alles nichts für Sonntag.“

Adam Touray (rechts) beim Dunking – die WWU Baskets verkauften sich gut in Tübingen, wo sie als Außenseiter nur knapp verloren. Foto: Imago/Ulmer

Dann ist mit den Wiha Panthers Schwenningen ein direkter Konkurrent zu Gast, der Münster auf dem Weg zum Klassenerhalt Punkte abnehmen will. Um auch physisch zum Finale der englischen Woche voll auf der Höhe zu sein, setzte Harmsen am Donnerstag nach der langen Fahrt durch die Nacht das Training aus und beginnt die Vorbereitung auf die wichtige Partie gegen den Tabellenvorletzten erst am Freitag. Regeneration ist angesagt, um mit frischen Beinen und Köpfen an die Leistung von Tübingen anzuknüpfen und dann wie am vergangenen Sonntag gegen Jena (68:67) auch den Sieg einzusacken

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