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Basketball: 2. Bundesliga Pro B

Baskets verlieren gegen Ulm - Harmsen: "Es ist noch nicht vorbei"

Münster

Mit einer Heimniederlage sind die WWU Baskets Münster in die Playoff-Viertelfinal-Serie gegen die Orange Academy Ulm gestartet. Nach dem 55:70 steht nun am kommenden Freitag in Ulm die gesamte Saison auf dem Spiel.

Von Jonas Austermann und Thomas Austermann

Helge Wezorke (r.) und die WWU Baskets haben das erste Spiel des Playoff-Viertelfinale gegen die Orange Academy Ulm um Jacob Ensminger (l.) verloren. Foto: Jürgen Peperhowe

Böse Überraschung für die WWU Baskets Münster: Das erste Spiel im Playoff-Viertelfinale der 2. Bundesliga Pro B gegen die Orange Academy Ulm ging am Samstagabend mit 55:70 (28:33) verloren. Nach der Pleite in der heimischen Halle Berg Fidel vor 2500 Zuschauern (Saisonrekord) steht am kommenden Freitag im zweiten Duell nun schon die ganze Saison auf dem Spiel. "Ulm war das beste Team, gegen das wir bisher gespielt haben", sagte Baskets-Coach Björn Harmsen. "Leistungsmäßig kannst du da nicht mithalten, wenn du mehrere Ausfälle hast."

Die Baskets starteten ohne Kai Hänig (nach Infekt), dafür aber mit Adam Touray (nach Mittelfußbruch) nervös ins erste Playoff-Viertelfinalspiel. Helge Wezorke gab den Ball mit einem Schrittfehler her und Stefan Weß verlegte freistehend. Ulms Moritz Krimmer eröffnete die Partie schließlich mit seinem Dreier, Cosmo Grühn konterte umgehend zum 3:3. Es sollte der letzte Dreier der Gastgeber bleiben, der im ersten Viertel sein Ziel fand. Weil Ryan Richmond und Grühn Fahrkarten warfen und JasperGünther sich einen Fehlpass leistete, zogen die blutjungen Gäste davon. 3:10 hieß es aus Baskets-Sicht.

"Die Ulmer werden von Spiel zu Spiel besser und strahlen ein unheimliches Selbstbewusstsein aus", meinte Münsters Coach Harmsen. Der Baskets-Plan, eine gute Wurfauswahl zu treffen, war nicht umzusetzen, immer wieder zwang Ulms aggressive Defensivarbeit die Baskets zu wilden Bällen. Nur einer von sieben Dreiern ging rein, nur 28 Prozent aller Versuche fanden ihr Ziel. Ulm blieb über 13:5 und 17:9 vorne, sackte den ersten Abschnitt schließlich mit 19:12 ein.

Baskets treffen nur zwei von 14 Dreiern

Und David Fuchs pfefferte den Baskets gleich den nächsten Dreier um die Ohren, anschließend aber packten die Hausherren besser zu - gegen Fuchs und auch dessen Teamkollegen. Wezorke, Richmond und Weß setzten ihre Dreierversuche aber allesamt daneben. Günther mit vier und Touray mit zwei Zählern stellten immerhin auf 20:26. Ulm-Coach Anton Gavel nahm die Auszeit. Wezorke aber antwortete darauf mit einem Dreier zum 23:28 - dem zweiten und zugleich letzten erfolgreichen Versuch in Hälfte eins.

Marius Stoll konterte für die Orange Academy, doch Münster war jetzt dran. Richmond spielte Wezorke frei, der gefoult wurde und an der Linie cool blieb. Plötzlich war Harmsens Team nur noch vier Punkte zurück. Stoll für Ulm und Pahnke mit einem Treffer von der Linie sorgten für den Pausenstand von 28:33. "Junge Spieler wie die von Ulm sind immer gefährlich. Sie haben sehr physisch und aggressiv gespielt", sagte Touray. "Von uns hingegen war es eines der schlechtesten Saisonspiele."

Adam Touray weckt die Halle nur kurz auf

Es brauchte ein Fanal aus Baskets-Sicht, doch das blieb aus. Ulm legte eine 8:0-Serie hin, zog auf 41:28 davon. Harmsen wurde in einer schnellen Auszeit nach Wiederbeginn richtig laut. Weß erlöste die Baskets, zog zum Korb und traf zum 30:41. Dreieinhalb punktlose Minuten der Gastgeber gingen damit zu Ende. Ulms junge Garde blieb aber stets cool, antwortete meist umgehend. Nat-Sidi Diallo und Jacob Ensminger stellten auf 47:36 für die Gäste in Blau-Orange.

Richmond, bis dahin nur selten in Erscheinung getreten, feuerte dann mal einen Dreier in die Reuse - 39:47. Es folgten wilde Minuten, in denen beide Teams einiges liegen ließen. Touray und Andrew Onwuegbuzie zeigten Nerven von der Freiwurflinie, verwarfen jeweils beide Versuche (28.). Wenig später war es Center Touray, der erst einen Monsterblock auspackte und dann ein Ulmer Offensivfoul provozierte. Er ging erneut an die Linie, verwandelte dieses Mal cool zum 41:49. Insgesamt traf Münster aber nur zehn von 21 Freiwürfen. Baskets-Big-Man Touray riss die Hände in die Luft, heizte der Halle Berg Fidel endlich mal ein. Richmond schmiss aus der Ecke noch einen Versuch rein, stellte auf 43:51. Mit der Hypothek von acht Punkten ging's in den letzten Abschnitt.

Ulm wirkt nur kurz mal nervös

Die Statistik zeigte: Münster steigerte die Trefferquote peau a peau, Ulm hingegen baute ab - traf aber immer noch zehn Prozent mehr aus dem Feld als die Baskets. Flügelspieler Weß übernahm Verantwortung, stellte per Dreier auf 46:52. Und tatsächlich, die Halle wurde jetzt lauter, kurz schien es, als könnte Ulm die Flatter bekommen. Wezorke stopfte den Ball rein (48:53), aber die Gäste antworteten mal wieder.

Richmond traf nur einen von drei Freiwürfen, Ulms Marc-Antoine Loemba besorgte per Fastbreak das 57:49. Grühn verkürzte auf der Gegenseite mit seinem Dreier, vier Minuten vor Schluss robbte Münster sich ganz langsam ran. So richtig wollte das Momentum aber nicht auf die Baskets-Seite kippen, Diallo markierte von der Linie das 61:52 aus Gästesicht. Mit elf Punkten Rückstand gingen die Baskets in die letzte Minute. Weß und Richmond scheiterten von draußen, Stoll hingegen traf für Ulm. Bei der Schlusssirene zeigte die Anzeigetafel ein  55:70 aus Münsteraner Sicht an, die Gäste jubelten.

Der durchaus beeindruckte Harmsen sagte: "Das Gute ist, dass es noch nicht vorbei ist und wir es noch mal geradebiegen können, aber das wird sehr schwer." Touray meinte: "Wir haben jetzt eine Woche Zeit, um unsere Fehler zu analysieren." Bereits am Donnerstag machen sich die Baskets auf den Weg gen Süden, Spiel zwei steigt am Freitag (29. April). Das Ziel: Ein Wiedersehen mit Ulm in der Halle Berg Fidel - im dritten und dann entscheidenden Spiel am 1. Mai. Laut Kalender ein Feiertag...

WWU Baskets: Weß (11/1 Dreier), Richmond (10/1), Wezorke (10/1), Grühn (8/2), Touray (7), Günther (5), Onwuegbuzie (2), Avdic (1), Pahnke (1), Reuter, Viefhues, Sievers

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