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Basketball: 2. Bundesliga ProB

Es schlägt 13 bei den WWU Baskets

Münster

Es braucht schon eine Menge Fantasie, sich vorzustellen, wie die WWU Baskets Münster aus dem Rhythmus geraten können. Personalnot zumindest reicht nicht aus, auch den Platzverweis des Trainers verpackt das Team leicht und locker. Gewonnen wird trotzdem – auch im 13. Spiel in Folge.

Von Thomas Austermann

Baskets-Coach Björn Harmsen im intensiven Gedankenaustausch mit Schiedsrichter Sascha Tille. Foto: Jürgen Peperhowe

Was nur muss sich die Konkurrenz jetzt denken?! Trotz widriger Umstände, einem notgedrungen neuformierten Kader sowie zwei Viertel lang ohne Chefcoach an der Linie, setzten sich die WWU Baskets vor 700 Zuschauern gegen den Pro-B-Verfolger TKS 49er aus dem brandenburgischen Stahnsdorf mit einer schlicht sensationellen Vorstellung mit 83:56 (39:29) durch und feierten im 13. Auftritt den 13. Sieg – der Souverän der Nordgruppe ist partout nicht aus der Spur zu kippen und kaschierte jetzt mit beispielhafter Teamarbeit und Bereitschaft zur echten „Maloche“ nie erlebte personelle Schwächungen.

Ausfälle in rauen Mengen

Denn außer Jasper Günther und Cosmo Grühn blieb auch Center Adam Touray außen vor, ebenso wie die beiden Youngster Joshua Sievers und Paul Viefhues. Zum Neuner-Kader formierten sich die Münsteraner allein durch zwei Premieren-Spieler: Center Kai Hänig (33) kam erstmals in dieser Saison und für 15:24 Minuten an den Ball, der reaktivierte Andrej König (34) zeigte zwölfeinhalb Minuten lang die bewährte Performance.

Die völlig neuen Besetzungen durften wie der Gegner erstmals auf die mobilen Korbanlagen zielen – die offensiven Anlaufschwierigkeiten auf beiden Seiten erklärte das natürlich nicht. Baskets-Leader Ryan Richmond trug erneut die große Verantwortung klaglos wie clever und Flügelspieler Rijad Avdic schwang sich auf, die mit der Zeit ob des großen Baskets-Widerstands oft perplexen Gäste zu nerven. Der 23-Jährige bringt Feuer in seine Aktionen und bietet defensiv wie offensiv noch jene Extras, die für Hochgefühle sorgen. Mit 23 Punkten schrieb er sich die Tagesbestmarke gut und sagte: „Wir liefern Intensität, egal auf welcher Position.“

Disziplin und Einsatzbereitschaft

Mit 22:15 und 16:14 gingen die ersten beiden Viertel an die mannschaftlich viel überzeugendere Einheit, die diszipliniert dem ausgegebenen Plan folgte und in der sich niemand zu schade war, defensiv zuzupacken.

Die Gäste schafften es nur unzulänglich, die Größenvorteile ins Spiel zu bringen. Robin Jorch war früh angeschlagen, Niklas Ney brauchte etliche Würfe zur 16-Punkte-Ausbeute, Sebastian Fülle blieb durchweg blass und im Aufbau war Dreier-Schütze Alexander Giese zu sehr auf sich allein gestellt.

Platzverweis für Coach Harmsen

Als Baskets-Coach Björn Harmsen eine misslungene Aktion seines Teams mit einem Abwinken still kommentierte, bezog ein Spielleiter diese Geste auf sich und zeigte ein technisches Foul an. Harmsen diskutierte die Sanktion erbost und feuerte eine Wasserflasche auf den Boden – das zweite T-Foul folgte und damit der Innenraum-Ausschluss für Harmsen.

Der suchte in der Pause schnell das versöhnliche Gespräch mit dem Unparteiischen, musste aber Co-Trainer Chad Prewitt das Coachen überlassen. Der US-Amerikaner übernahm den Job und hatte in Athletik­coach Mike Berger und Cosmo Grühn zwei ideale Helfer an der Seite. „Wir haben sehr viel gearbeitet vor diesem Spiel – verglichen damit ist das Coachen selbst ein großer Spaß“, sagte Prewitt cool und lächelnd.

Prewitt springt an der Linie ein

Die Freude verging ihm nicht, weil die Baskets ex­trem fokussiert blieben und sich nie in die Falle locken ließen. Mit 19:7 (!) krallten sie sich den dritten Durchgang, in dem den Stahnsdorfern kaum noch etwas einfiel.

Alle Baskets-Spieler punkteten, zwölf Balleroberungen belegten große Galligkeit. Nach einem „Steal“ mit anschließendem Dunking von Avdic sowie dem leidenschaftlichen Bodeneinsatz von Hänig zum Ballgewinn waren die letzten Marken gesetzt. Der Berg Fidel wäre in besseren Zeiten zum Tollhaus geworden...

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