1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. wwu-baskets
  6. >
  7. Großer Frust bei den WWU Baskets nach dem Aus im Playoff-Viertelfinale

  8. >

Basketball: 2. Bundesliga Pro B

Großer Frust bei den WWU Baskets nach dem Aus im Playoff-Viertelfinale

Münster

Die Hoffnung auf eine Wende war groß – und der Frust nach dem Ausscheiden ebenfalls. Die zweite, erneut klare Niederlage der WWU Baskets Münster im Playoff-Viertelfinale gegen die Orange Academy aus Ulm tat weh und beendete eine Saison, in die der Pro-B-Ligist mit großen Zielen gestartet war.

Von Henner Henning

Was Coach Björn Harmsen (o.l.) auch immer seinen Schützlingen mit auf dem Weg gab, es reichte nicht.

Ein kurzer, letzter Huddle, dann der traurige Dank an die mitgereisten Anhänger – und nichts wie raus aus dem schmucken Ulmer Nachwuchszentrum namens Orange-Campus. Mit hängenden Köpfen, teils wie bei Cosmo Grühn und Adam Touray mit Handtüchern bedeckt, zogen die WWU Baskets Münster von dannen. Tief getroffen, tief enttäuscht nach dem Saisonende, dem Aus im Playoff-Viertelfinale. Der Traum vom Aufstieg in die 2. Bundesliga Pro A – brutal beendet. Die hochtalentierte Truppe der Orange Academy hatte dem Favoriten seine Grenzen aufgezeigt. Zweimal, klar und deutlich. Da kamen keine Zweifel auf.

In all der Enttäuschung und all dem Frust, der in der Nacht zu Samstag bei einem gemeinsamen Essen noch in Ulm auch mit ein paar Kaltgetränken heruntergespült wurde, anerkannten die Münsteraner die Überlegenheit des Ulmer Bundesliga-Nachwuchses. „Man muss sagen, dass die bessere Mannschaft die Serie gewonnen hat. Sie haben zweimal souverän gegen uns gewonnen. Wir sind zu früh auf eine Mannschaft getroffen, die besser ist als wir“, sagte Trainer Björn Harmsen. Faire Worte, denen sich sein Kapitän Thomas Reuter nur anschließen wollte. „Ulm war das bessere Team. Sie haben mit einem unglaublichen Selbstbewusstsein gespielt, was ich in dem Alter bewundernswert finde. Großen Respekt.“

Kaum freie Würfe

Den hatte sich die von Anton Gavel trainierte Orange Academy mehr als verdient. Wie schon beim 70:55 eine Woche zuvor am Berg Fidel hielten die extrem ausgeglichen besetzten und physisch starken Ulmer auch beim 105:89 dem Druck stand – und ihrerseits diesen hoch. Die Baskets bekamen kaum freie Würfe gegen die bissige Defense, die konsequent in der Mannverteidigung die Gegenspieler switchte. Dazu kam die Überlegenheit unter den Körben, erneut fiel die Rebound-Statistik zu Gunsten der Jungspunde um den überragenden Dänen Tobias Jensen (29 Punkte) aus. „Sie haben uns vor allem wieder an den Brettern dominiert, uns völlig ausgereboundet“, gestand Harmsen. Münsters Center Adam Touray war nach seinem Fußbruch nicht in Bestform und kassierte beim Stand von 74:74 sein viertes Foul. Kai Hänig spielte nach Krankheit und Verletzung wie in der kompletten Saison allenfalls eine Nebenrolle. So konnten Ulms David Fuchs und Moritz Krimmer in der korbnahen Zone nahezu schalten und walten wie sie wollten, angelten ihrem Team fleißig zweite Chancen und Defensivrebounds.

Zwischen Hoffen und Bangen: (v.l.) Oliver Pahnke, Cosmo Grühn und Adam Touray fiebern vergebens von der Bande aus mit. Foto:

Richmond und Günther stark

Zu viele für die Baskets, die im vierten Viertel trotz allen Willens in sich zusammenbrachen. 34 Zähler kassierten sie im Schlussabschnitt, Dass Münster nach einer guten halben Stunde Spielzeit überhaupt noch in Schlagdistanz lag, war Ryan Richmond (25 Punkte) und Jasper Günther (21), die maßgeblichen Anteil an der starken Dreier-Quote von 54 Prozent hatten. Doch nur aus der Ferne gefährlich zu sein, reichte nicht. So war der Frust groß. „Das Ausscheiden tut absolut weh, besonders vor dem Hintergrund, wie gut die Saison gelaufen ist, wie gut unsere Teamchemie auch ist. Die Vorfreude war so groß, jetzt sitzt der Schock genauso tief“, sagte Reuter sicher auch mit dem Wissen, dass die Mannschaft in dieser Konstellation in der kommenden Saison sicher nicht mehr gemeinsam auflaufen wird.

Veränderungen stehen an

Veränderungen auf drei, vier Positionen kann und muss es geben, erste Gedanken werden sich Harmsen und Manager Helge Stuckenholz schon gemacht haben. Auch wenn die personelle Planung der kommenden Spielzeit am Freitagabend und Samstagmorgen noch nicht Thema war. „Wichtig ist, dass wir jetzt weiter arbeiten und die Sachen, die wir in dieser Saison erreicht haben, nicht vergessen und auf diese weiter aufbauen. Da kann man jetzt nur schwer daran denken, aber das ist das, was wir machen müssen“, sagte Stuckenholz.

Kommentar: Dach auf dem Fundament fehlt

Startseite
ANZEIGE