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Basketball: 2. Bundesliga Pro B

Münster gegen Ulm, aber Familie Günther hält zusammen

Münster

Jasper Günther und die WWU Baskets treffen im Playoff-Viertelfinale auf dem Weg in die Pro A auf Ulm - und damit auf den Unterbau des Clubs, wo Jaspers älterer und bekannter Bruder Per spielt. Wer hält zu wem?

Von Jonas Austermann

Jasper Günther – damals noch als Spieler bei Phoenix Hagen – mit seinem Vater und Headcoach Dietmar sowie Bruder Per (von links) im Jahr 2017. Foto: imago/Eibner

Die Sympathien vor dem ersten Playoff-Viertelfinale um den Aufstieg in die Pro A sind klar verteilt: Ganz Münster fiebert mit den WWU Baskets, ganz Ulm drückt der Orange Academy die Daumen. Wirklich ganz Ulm? Nicht ganz. „Mein großer Bruder Per drückt uns – den Baskets – die Daumen“, sagt Münsters Aufbauspieler Jasper Günther.

Und dieser Bruder Per ist nicht irgendwer, sondern ein 65-facher deutscher Nationalspieler und zudem fast 500-mal in Basketball-Bundesliga am Ball gewesen. Seit 2008 spielt Per Günther – ebenfalls Point Guard – für Ratiopharm Ulm, der Unterbau namens Orange Academy ist am Samstag (19.30 Uhr, Halle Berg Fidel) zu Gast in Münster.

Jasper Günther: "Per ist wie ein Berater"

„Richtig blöd ist nur, dass Per beim zweiten Spiel am Freitag in Ulm zeitgleich selbst mit seinem Team im Einsatz ist“, sagt Jasper Günther. Der 23-Jährige hätte seinen elf Jahre älteren Bruder nur zu gerne im Pu­blikum gesehen – jetzt, wo er schon quasi gegen dessen Club spielt. Jasper: „Nach dem Spiel am Samstag in Münster werden wir auf jeden Fall telefonieren.“ Der Aufbauspieler wählt häufig Pers Nummer. „Immer wenn ich einen Rat brauche, rufe ich ihn an. Er ist wie ein Berater für mich“, sagt Jasper.

Das gilt auch für Philipp Günther, den dritten Bruder im Bunde. Der Aufbauspieler – na klar – lief einst selbst für Münster auf, war anschließend als Co-Trainer im Nachwuchsbereich tätig und ist heute bei fast jedem Spiel in der Halle.

Per Günther führte Jasper jahrelang vor

Nachdem Jasper als Kind Fechten und Reiten ausprobiert hatte, ließ ihn der Basketball nach dem ersten Training nicht mehr los. Kein Wunder: Auch Papa Dietmar und Mama Martina gingen einst auf Korbjagd. Jeden Sommer durfte Jasper, der Heranwachsende, gegen seine Brüder im Eins-gegen-eins ran. „Ob ich überhaupt mal mehr als zehn Punkte gegen Per gemacht habe, weiß ich nicht. Ich wurde jedenfalls immer schön vorgeführt von ihm“, erzählt Jasper.

Heute, wo die Brüder dem orangen Ball hinterherjagen und durchs Land touren, bleiben Termine wie Weihnachten oder die Sommerpause für gemeinsame Momente. Dann trifft sich die Basketball-Familie in der Heimat Hagen. „Ich freue mich schon auch ein bisschen darauf, wenn Per im Sommer seine Karriere beendet. Dann geht er mit seiner Familie nach Hamburg – das ist im Vergleich zu Ulm quasi ums Eck“, sagt Jasper.

Baskets-Shirt für Per Günthers Söhne

Vorher aber will Münsters Aufbauspieler seinen Bruder zumindest in der Ferne stolz machen. „Wir sehen uns in der Favoritenrolle und werden uns mit dem Viertelfinale nicht zufrieden geben“, sagt Jasper.

Jasper Günther ist Leistungsträger bei den WWU Baskets. Foto: Jürgen Peperhowe

Baskets-Coach Björn Harmsen hat Ulm in der Spielvorbereitung als „sehr junge, athletische und tief besetzte“ Mannschaft ausgemacht, die viele Offensivrebounds sammelt. Da tut es gut, dass sich Münsters Center Adam Touray nach Mittelfußbruch fit gemeldet hat. Kai Hänig, der andere Big Man, ist nach überstandenem Infekt hingegen fraglich.

Jasper Günther ist nach zwischenzeitlicher Corona-Infektion längst wieder topfit. „Seine Energie ist voll da“, sagt auch Harmsen. Beste Voraussetzungen also dafür, dass der kleine Bruder gegen den Club des großen abliefert. „Und beim Spiel in Ulm wird Pers Frau Leonie mit den beiden Söhnen zuschauen. Sie haben schon zwei Shirts von den Baskets bei mir geordert“, verrät Jasper Günther.

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