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Basketball: 2. Bundesliga Pro A

Was für ein Spiel – die WWU Baskets gewinnen in Bochum nach Verlängerung

Bochum

Die Auswärtsauftritte der WWU Baskets Münster sind in der noch jungen Pro-A-Saison nichts für schwache Nerven. Nach der Niederlage bei Phoenix Hagen ging es auch bei den VfL SparkassenStars Bochum in die Verlängerung – diesmal mit einem erfolgreichen Ende nach fünf dramatischen Zusatzminuten.

Lass uns abheben: Darien Jackson (r.) und seine Teamkollegen feiern den 83:82-Sieg der Baskets in Bochum. Foto: Jürgen Peperhowe

Was haben die WWU Baskets Münster denn da bitte für ein Drama gezeigt? Mit 20 Punkten geführt, dann kurz vor Schluss sowie zu Beginn der Verlängerung in Rückstand – und am Ende beim 83:82 (72:72, 44:24) der strahlende Sieger über die gastgebenden VfL SparkassenStars Bochum. „Ich bin sehr stolz, wie wir zweimal zurückgekommen sind“, sagte Trainer Björn Harmsen nach dem zweiten Sieg in der 2. Bundesliga Pro A.

Die Partie, in die die Baskets mit Andreas Seiferth und Adam Touray auf den großen Positionen, mit Cosmo Grühn sowie den Guards Hilmar Petursson und Connor Harding gingen, begann mit einem Schreckmoment. Nach seinem Fehlpass versuchte Münsters Isländer den Fastbreak zu stoppen, wurde dabei von Niklas Geske im Gesicht erwischt und blieb benommen liegen. Jasper Günther rutschte so direkt nach – eine nicht ganz unglückliche Fügung, hatte der 23-Jährige doch seinen Anteil an dem starken Start der Baskets. Touray und Harding legten vor, Seiferth erhöhte mit vier Zählern auf 8:2. Ja, Münster war hellwach und so nach vier weiteren Harding-Zählern 14:5 vorne (5.).

Jackson stellt auf 21:13

Bochum war früh genervt und gefordert, fand aber kaum Antworten gegen die Baskets-Defensive, die wieder hart und unerbittlich arbeitete. Und kassierte der Zweitliga-Neuling dann mal einen Dreier wie von Hendrik Drescher zum 19:13, legte er offensiv umgehend nach. So stellte Darien Jackson zum Viertelende auf 21:13.

1:45 Minuten später war VfL-Coach Felix Banobre gezwungen, eine frühe Auszeit zu nehmen, da Seiferth mit seinen Punkten sieben bis zehn auf 25:13 erhöhte. Erstaunlich, wie die Baskets in der Rundsporthalle auftraten. Zumal Seiferth mal eben zwei weitere Zähler nachlegte. Als Jackson wenig später nach Doppelpass mit Grühn zum 33:17 getroffen hatte, hatte Banobre erneut Korrekturbedarf. Irgendwie musste der Spanier seine Schützlinge doch ein- und umstellen, um diese Partie noch zu drehen. Dass die Bochumer nach so einem Rückstand zurückkommen können, hatten sie vor Wochenfrist in Dresden bewiesen, als sie den Titans ein 16-Punkte-Polster entrissen. Diesmal aber war das zu bohrende Brett für den Vorjahresaufsteiger noch dicker, mit einem Buzzer-Dreier schraubte Oliver Pahnke die Führung auf satte 20 Zähler.

Topscorer Harding

Vorsicht, das aber war klar, war immer noch oberstes Gebot. Denn Bochum kam wild entschlossen aus der Kabine und verwandelte in den ersten dreieinhalb Minuten gleich vier Dreier. Da war es nicht nur gut, sondern auch eminent wichtig, dass Topscorer Harding (24 Zähler) ebenfalls zweimal aus der Distanz erfolgreich war. Unter dem Strich aber verkürzte der VfL auf 15 Zähler (52:37, 25.), um dann wieder von Münster erwischt zu werden. Erst verwandelte Seiferth nach einem technischen Foul gegen Banobre den fälligen Freiwurf und bediente dann den zum 55:37 per Dunking abschließenden Touray.

Das schien wieder beruhigend zu wirken – tat es aber nicht, durch war das Ding lange noch nicht. Das spürten auch die 150 Fans der Baskets, die nun lautstark das Kommando übernahmen. Das war auch bitter nötig, denn Bochums Jonas Grof hatte mit seinem 6:0-Lauf den Halbzeit-Vorsprung nach 27 Minuten halbiert (57:47). Münster hatte offensiv den Faden verloren, ließ sich von der Hektik anstecken. Das Spiel stand jetzt auf der Kippe, die Baskets waren in Trouble, nur noch sechs Zähler Vorsprung (61:55) nahmen sie mit in den letzten Abschnitt.

Bochum erstmals vorne

Mit Scooters von Pearl Jam adaptierter Zeile „I’m still alive“ schickte der Hallen-DJ die Teams zurück aufs Feld – und ja, die SparkassenStars waren wieder quicklebendig im Spiel. Erst recht nach Münsters zwei ersten punktlosen Minuten und dem Dreier von Jonathan Andre zum 61:60. Oh, oh, oh, Baskets. Das schicke Polster war dahin, jetzt ging es ans Eingemachte. Ex-Kapitän Thomas Reuter erzielte aus der Ferne Münsters ersten Zähler, vier Minuten waren da bereits von der Uhr gelaufen. Doch da sowohl Garrison als auch Andre per Dreier trafen, eroberte sich Bochum 3:35 Minuten vor dem Ende erstmals die Führung (66:64), die Seiferth von der Linie egalisierte. Es war ein Nervenspiel, in dem der VfL abgezockter wirkte. Harding und Reuter leisteten sich Ballverluste, die Bochum auch dank des nun besseren Reboundings artig nutzte. 66:72, 123 Sekunden vor dem Ende. Die Baskets waren geschlagen. Oder? Noch nicht ganz. Der Abpraller nach Jacksons Freiwurf kam zu Harding – 70:72. Und als 33,4 Sekunden vor der Sirene Seiferth von der Linie cool blieb, war mit dem 6:0-Lauf alles wieder offen. Wahnsinn, wie schon zum Auftakt bei Phoenix Hagen war ein Sieg greifbar, da Tom-Niklas Alte beide Freiwürfe für die Bochumer vergab. Doch wie schon in der Ischelandhalle verpasste Münster den Game-Winner, diesmal scheiterte Jackson. Verlängerung.

Und die hatte für die Harmsen-Truppe diesmal ein glückliches Ende nach fünf dramatischen Zusatzminuten. Harding hielt seine Farben mit zwei Dreiern im Rennen (80:78). Es spitzte sich zu, als Jackson beim 83:80 den zweiten Freiwurf liegenließ und im Gegenzug der überragende Garrison (25 Punkte) ein letztes Mal verkürzte. Nach Geskes Notversuch stand der Baskets-Sieg fest. „Münster, Münster“ hallte es lautstark durch die Rundsporthalle im Schatten des Ruhrstadions, in dem Harmsen einfach nur „den Hut“ vor seinem Team zog.

Punkte: Harding (24/6 Dreier), Seiferth (21), Jackson (8), Günther, Touray (je 7), Jones (5), Pahnke (5/1), Grühn, Reuter (je 3/1)

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