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Basketball: 2. Bundesliga Pro A

"Haben Herz gezeigt": WWU Baskets sehen beim Premierensieg Luft nach oben

Münster

Die ersten Punkte sind eingetütet. Die WWU Baskets Münster sind nach zwei Spielen ohne Zweifel in der 2. Bundesliga Pro A angekommen. Gegen die Kirchheim Knights gewannen sie mit 76:59, der Gegner lieferte weniger Gegenwehr als erwartet.

Von Thomas Austermann

Jordan Jones (r.) war einer der Sieggaranten. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Heimpremiere auf dem neuen Niveau gestalteten die WWU Baskets Münster nach Anlaufschwierigkeiten problemloser als erwartet. Mit 76:59 (33:22) besiegten sie in der 2. Bundesliga Pro A die schwachen Kirchheim Knights, die als Ritter von der traurigen Gestalt agierten. 1850 Zuschauer feierten nach dem ersten Erfolg in neuer Umgebung die Gewinner – mehr ließen sich in den Herbstferien und vor dem Semesterbeginn diesmal noch nicht nach Berg Fidel locken.

Neun nennenswert eingesetzte Spieler schrieben sich Punkte und Rebounds gut. 50 zweite Bälle krallten sich die Münsteraner, nur 26 die anderen. Die bisweilen konfus wirkenden Baden-Württemberger hatten immer weniger entgegenzusetzen. Coach Igor Perovic (48) erklärte das auch mit gestörter Vorbereitung und mangelhafter Eingespieltheit.

Harmsen angespannt und laut

„Ich bin stolz, dass wir dieses Spiel gezogen haben“, sagte Baskets-Trainer Björn Harmsen, dessen Anspannung sich in ein paar derben Ansprachen an die Spieler ablesen ließ, wenn mal etwas misslang. „Wir sind gerade offensiv schwer rein gekommen. Aber wir haben Herz gezeigt und Energie aufgeboten. Das Team funktioniert, wir können die Systeme spielen, auch wenn Abstimmungsprobleme offensichtlich sind.“ Und wohl auch zu 21 Turnover führten. Dass die Baskets längst noch nicht durchgehend glattweg auftrumpften, versteht sich von selbst.

Nach der „Qual“ im ersten Viertel, als die Wege zum Ziel kaum gefunden wurden und die Würfe noch schwach waren, setzten Thomas Reuters Dreier und ein Block von Jordan Jones die Zeichen – nach Zusammenspiel mit Andreas Seiferth traf Aufbauspieler Hilmar Petursson zum 33:19. Kirchheim leistete sich defensiv in dieser Phase ein paar krasse Patzer und musste sich zugleich am Ball auf zu wenige tragende Kräfte verlassen.

Jackson dreht auf

Offensiv herausragend ab dem dritten Viertel war der am Ball extrem schnelle Baskets-Neuzugang Darien Jackson (20 Punkte) mit seinem aggressiven Zug zum Korb und hellwacher Abwehrleistung. Brauchte er zunächst einige Versuche bis zum Wurfglück, preschte er später durch die Abwehr der Ritter. „Er musste offensiv seine Rolle finden, er soll attackieren“, so Harmsen. Defensiv ackerte der am längsten spielende und stets positive Cosmo Grühn vorbildlich (zwölf Rebounds).

Center Jones lieferte ein ziemlich komplettes Paket und blieb lange auf dem Platz, als der von den drei Schiedsrichtern kritisch beurteilte Kapitän Andreas Seiferth im dritten Viertel mit drei Fouls belastet auf der Bank durchatmen sollte. Um nur kurz noch mal aufzutauchen. Harmsen nahm das auf seine Kappe: „Ich hab‘ ihn zu lange draußen gelassen. Dann war er kalt – und es war schwer für ihn, wieder reinzukommen.“

Zahlen und Fakten

Kirchheim baute auf ein US-Trio, den zuletzt fehlenden Spielmacher Richie Williams, Center Tyrone Nash als Kämpfer unter den Körben und den beweglichen Michael Flowers, dem Jackson oft zusetzte. Spät kam der Däne Thomas Laerke in beste Wurfpositionen und traf fünfmal aus der Distanz, weil er Zeit und Raum hatte. Diese Szenen reichten nicht: Oft wirkte das fehlerdurchsetzte Spiel der Verlierer wenig aufeinander abgestimmt. In Reichweite kamen sie nicht mehr, dafür war die Bereitschaft der Baskets zu groß wie ihr Gefühl fürs Gelingen immer ausgeprägter.

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