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Basketball: 2. Bundesliga Pro A

Zu Gast beim Top-Team: Schnuppern die Baskets in Gießen an der Sensation?

Münster

Die Jobstairs Gießen 46ers gegen die WWU Baskets Münster. Oder: Bundesliga-Absteiger gegen Pro-A-Neuling. Die Rollen sind vor dem Duell am Samstag klar verteilt, nicht nur weil die Westfalen schon in der Vorbereitung einen Test klar verloren haben.

Von Henner Henning

Kräftig strecken und mächtig steigern müssen sich die WWU Baskets um Jordan Jones in Gießen, wo auf das Team von Björn Harmsen „die schwerste Aufgabe der Saison“ wartet. Foto: Jürgen Peperhowe

Es gab Zeiten, da trennten die Gießen 46ers und die WWU Baskets Münster Basketball-Welten. Hier der fünffache Meister und dreifache Pokalsieger aus Hessen, der gefühlt ewig zum Establishment der Beletage gehörte. Dort der ambitionierte Verein aus dem Herzen Westfalens, der zwischenzeitlich in der 2. Regionalliga gelandet war. Lange vorbei, diese Zeiten, am Samstag (19 Uhr) treffen sich beide Mannschaften zum Punktspiel in der 2. Bundesliga Pro A – mit einer klaren Rollenverteilung.

Björn Harmsen lässt zu keiner Sekunde einen Zweifel aufkommen, wer der Favorit in dem Duell in der Sporthalle Ost sein wird. „Gießen ist eine der Top-Mannschaften, die aufgestellt ist für den Aufstieg. Das ist der beste Gegner, auf den wir bislang treffen“, sagt Münsters Coach über den Bundesliga-Absteiger der Vorsaison. „Die Mannschaft hat alles, was man braucht. Die nötige Tiefe im Kader, eine große Physis und viel individuelle Klasse.“ Ob der serbische Center Stefan Fundic, Topscorer und Scharfschütze Justin Martin (50 Prozent Dreierquote), Kapitän Nico Breuer oder der 1,93 Meter große, nachverpflichtete Spielmacher Karlo Miksic und sein 20 Zentimeter kleineres, wieselflinkes Pendant Jordan Barnes – die 46ers verfügen über reichlich Möglichkeiten, dem Gegner zuzusetzen.

Gegensätzliche Formkurven erschweren Baskets-Chancen

Was erschwerend für die Baskets hinzukommt, ist die gegensätzliche Formkurve der Kontrahenten. Während Gießen seine 6:3-Bilanz zuletzt dank dreier Siege in Serie nachhaltig und überzeugend aufhübschte, befindet sich Münster nach drei Niederlagen in einem Negativlauf, der seine Ursache im derzeit mangelhaften Offensivspiel findet. Nur 54 Punkte erzielte der Aufsteiger in Nürnberg, gegen Paderborn waren es vier mehr – nicht ausreichend, um trotz einer stabilen Defensive (zuletzt nur 59 und 69 gegnerische Zähler) den fünften Saisonsieg einzufahren.

So lag unter der Woche, in der Co-Trainer Chad Prewitt grippeerkrankt fehlte, der Fokus erneut auf der Offensive, in der Harmsen an zwei Dingen ansetzte: An der Ballbewegung und am Umschaltspiel. „Aus den Stopps, die wir setzen, müssen wir mehr einfache und schnelle Punkte machen. Dazu bewegen wir den Ball nicht gut genug, haben daher nicht die freien Würfe“, sagt der Coach. Es läuft nicht rund unter dem gegnerischen Korb, das Selbstvertrauen der Baskets ist derzeit nicht überbordend groß.

Da kommt die Begegnung gegen den haushohen Favoriten, der zudem zu Hause noch ungeschlagen ist, vielleicht gerade recht. Frei aufspielen können die Münsteraner in Gießen. „An einem Sieg zu schnuppern, wäre schon eine Sensation“, meint Harmsen und fordert: „Wir müssen kämpfen und besser werden in dem, was wir machen.“

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