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Leichtathletik

Großes Abenteuer: Brillux-Athlet Enseling wechselt in die USA

Münster/Nottuln

Oskar Enseling ist eine Nachwuchshoffnung bei der LG Brillux Münster. In den kommenden Monaten wird der Nottulner Leichtathlet sein Training jedoch in den Vereinigten Staaten absolvieren.

Von Iris Bergmann

Da etwa liegt Wingate in North Carolina. Der Nottulner Oskar Enseling zeigt auf der Weltkarte, wo er die nächsten Monate leben und trainieren wird. Foto: Iris Bergmann

„Ich will wissen, was noch geht.“ Punkt. Und der Plan dazu steht für Oskar Enseling. Der junge Nottulner Nachwuchsläufer, der für die LG Brillux Münster startet, hat ein Sportstipendium bekommen, das ihn am 9. August in die USA, genauer gesagt an die Universität nach Wingate in North Carolina führt. Vier Jahre kann er dort studieren, aber vor allen auch sportlich durchstarten. „Den Trainer hab ich schon kennengelernt, wir haben drei Stunden gequatscht“, erzählt Oskar und ist nun ganz sicher: „Das passt!“.

Oskar Enseling weiß, was er will und auch, was er nicht will: Zum Beispiel alles dem Sport unterordnen, um einmal an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Das sei nicht sein Ding. „Aber mal die Europanorm schaffen, um mal für Deutschland zu starten, das wäre ein Ziel“, gibt er zu.

Das strukturierte Training dazu kann er sich nun in Amerika holen. Mit etwa 60 Athleten und Athletinnen aus den Vereinigten Staaten und anderen Teilen der Welt wird der 20-jährige Nottulner in Wingate studieren und trainieren. „Ich denke, da werde ich relativ schnell auf 120 Wochenkilometer oder zwei bis vier Stunden Training täglich kommen“, ist er sich sicher.

Neue Optik

In der letzten Zeit sei der Sport etwas zu kurz gekommen, gibt er schmunzelnd zu. Was nicht zuletzt daran lag, dass er Ende letzten Jahres drei Monate mit dem Fahrrad auf eigene Faust durch Costa Rica getourt ist. Oskar Enseling ist nämlich nicht nur verdammt schnell auf den Strecken über 5000 oder 10.000 Meter mit Bestzeiten von 14:53 min. und 31:54 min., er liebt auch das Abenteuer.

Und was sagen seine Eltern, Michael und Martina Enseling, dazu? „Die wissen, dass ich das Abenteuer brauche“, lächelt er verschmitzt. Genauso wie sie seine spontanen Ideen inzwischen kennen. Deshalb hat es sie nicht wirklich umgehauen, als Oskar neulich mit frisch gefärbtem Leopardenmuster auf dem Kopf nach Hause kam. Der ehemalige amerikanische Basketballspieler Dennis Rodman habe das mal gemacht und das habe er sehr cool gefunden. „Deshalb wollte ich das schon immer mal haben“, zuckt er die Schultern.

Wahl fiel auf Psychologie als Studienfach

Angst, wenn er so alleine durch die große weite Welt tourt, hat er keine. Und wenn es Probleme gibt, dann löst er sie. „Irgendeine Möglichkeit gibt es immer“, weiß er. Das sei ähnlich wie das Auf und Ab im Sport. Mal laufe es gut, mal nicht. Aber er denkt nicht in den klassischen Kategorien Erfolg oder Misserfolg: „Sportlicher Erfolg ist für mich, wenn ich auf den Wettkampf zurückschauen kann und weiß, dass ich ein Stück über mich hinauswachsen konnte.“ Aber auch, wenn er leistungsstärkere Läufer schlagen konnte, denn letztendlich entscheide der Kopf und die mentale Einstellung ein Rennen.

Der psychologische Aspekt ist das, was den jungen Nottulner Läufer fasziniert, und deshalb wird Psychologie an der Universität in Wingate auch sein Studienfach sein. „Ich möchte wissen, wie es kommt, dass Menschen sind, wie sie sind und ihnen später bei Problemen helfen“, erzählt er von seinem Berufswunsch.

Zunächst aber heißt es für Oskar Enseling Taschen packen für das Abenteuer Amerika. Für die ersten Semesterferien dort hat er natürlich auch schon Pläne: „Da möchte ich gerne einen Roadtrip durch ein paar Staaten machen.“ Abenteurer eben. . .

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