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Fußball: Regionalliga West

1:0 gegen Aachen: Joker Möller beendet Sieglos-Serie von Preußen Münster

Münster

Er kam, sah und traf. William Möller, erst acht Minuten auf dem Spielfeld, erlöste den SC Preußen Münster am Mittwochabend. Der dänische Joker erzielte im Nachholspiel gegen Alemannia Aachen in Minute 85 das einzige Tor des Abends und sorgte damit für das Ende der vierteiligen Sieglosserie des SCP.

Thomas Rellmann

Torschütze William Möller bejubelt seinen Treffer zum 1:0-Sieg. Foto: Jürgen Peperhowe

Was für coole Socken Dänen sein können, weiß Fußball-Deutschland seit der EM 1992. Preußen Münster kann das seit Mittwochabend unterschreiben. Joker William Møller beendete die vierteilige Sieglosserie des Regionalligisten fünf Minuten vor dem Ende im Nachholspiel gegen Alemannia Aachen eiskalt. „Was hier wohl vor 5000, 6000 Zuschauern losgewesen wäre“, meinte Trainer Sascha Hildmann. „Alle hätten sicher Williiiiii geschrien.“

Das 1:0 (0:0) war verdient und eine kleine Befreiung nach nur einem von zwölf möglichen Punkten seit Ende November. Durchpusten. „Es tut gut, na klar“, meinte der Coach. „Wir waren sehr couragiert, mutig, haben gut gepresst, sind dem Ball nachgejagt, hatten auch die bessere Anlage und haben die Linien überspielt.“ Nur ab dem Sechzehner erkannte der Pfälzer Defizite. „Der Gegner hat nicht schlecht verteidigt, war immer gefährlich über Konter.“

Anfangs entwickelte sich ein munterer Kick mit Strafraumszenen. Die erste dicke Chance hatten die Grenzstädter durch Stipe Batarilo-Cerdic, nachdem Julian Schauerte weggerutscht war, Keeper Max Schulze Niehues parierte stark mit dem Fuß (7.). Der SCP war optisch überlegen, bekam ein paar Ecken, musste aber wie in dieser Szene auf die Umschaltmomente der Gäste achten. Der Versuch, direkt zu spielen und dennoch Kontrolle zu behalten, war gut erkennbar bei den Münsteranern. Allein der zündende Moment ließ zunächst auf sich warten.

Atilgan köpft an die Latte

Eine Flanke von Alexander Langlitz beförderte Osman Atilgan dann mit dem Hinterkopf und einer Bogenlampe an die Latte (22.). Eine Minute später brachte Simon Scherder den Ball nach innen, Langlitz köpfte ihn knapp vorbei (23.). Die Präzision der Hereingaben stimmte, der Abschluss noch nicht. Das galt auch für Joshua Holtbys Versuch aus 20 Metern (26.) oder den Kopfball von Marcel Hoffmeier nach dem sechsten Holtby-Eckball, den Torhüter Joshua Mroß mit Mühe fischte (36.).

Richtig schön war die Kombination über Holtby, den flankenden Niklas Heidemann und den ablegenden Langlitz, ehe Nicolai Rembergs Direktabnahme wieder in den Armen des Schnappers landete (38.). Eine der besseren Preußen-Halbzeiten in letzter Zeit, jedoch noch ohne den ersehnten Torjubel und auch mit Problemen im Aufbau.

Große Chance für Remberg

Gleich nach Wiederanpfiff bot sich Remberg die große Gelegenheit, als ihm der Ball nach einer Schauerte-Flanke über Umwege vor die Füße fiel, doch aus der Drehung traf er nur das Außennetz (48.). Gerade durch das Zen­trum taten sich die Hausherren nun schwerer, zumal die Alemannia sehr tief formiert war und eigene Bemühungen nahezu einstellte. Holtby probierte es mit Halbfeld-Flanken und neuerdings auch langen Einwürfen, Atilgan rieb sich vergeblich an den langen Abwehrpaketen Marco Müller und Alexander Heinze auf.

Interview

Drei Fragen an Niklas Heidemann

Dauerbrenner Niklas Heidemann war einer der Antreiber beim zehnten Saisonsieg.

Sind Ihnen ein paar Steine vom Herzen gefallen, als der Ball doch noch drin war?

Heidemann: Ja, wir haben es endlich mal bis zur 85. Minute erzwungen. Es zehrt natürlich an den Kräften und den Nerven, wir hatten alle im Hinterkopf, dass wir in den letzten Wochen so viele Chancen liegengelassen hatten. Aachen stand sehr tief, hat geschickt verteidigt. Es war nicht einfach, den Block zu brechen, aber wir sind immer wieder angelaufen.

Wie ist die Mannschaft mit der Negativserie zuletzt umgegangen?

Heidemann: Im Training ließ sich wegen der englischen Wochen ja nicht viel machen. Wir haben einfach analysiert, der Coach hat die Dinge immer wieder angesprochen. Und wir haben diesmal das Glück wirklich erzwungen.

Gut, dass bald Weihnachtspause ist?

Heidemann: Das ist gerade schon eine extreme Zeit. Was wir in drei Monaten alles so durchziehen ... Aber ich fühle mich gut, gebe gerne Vollgas. Und dann gibt’s nur eins: Rein, rein, rein!

Da im Mittelfeld mehr und mehr die Ordnung verloren ging, büßte die Partie an Qualität ein. Nach einer Langlitz-Flanke spitzelte der eingewechselte Benedikt Zahn das Leder drüber (67.). William Møller, ebenfalls gerade drin, bot sich schon eine gute Möglichkeit per Kopf, er drückte Rembergs Hereingabe aber deutlich über den Kasten (79.).

Mannschaftsaufstellungen:

SCP: Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, Hoffmeier, Heidemann – Erdogan, Holtby (88. Borgmann) – Langlitz, Remberg, Möbius (77. Möller) – Atilgan (62. Zahn)

Alemannia Aachen: Mroß – Uchino, Müller, Heinze, Galle – Rakk (90.+2 Arifi), Zahnen – Blumberg, Aydogan, Batarilo-Cerdic (79. Boesen) – Dahmani (86. Baum)

Schiedsrichter: Julian Engelmann (Iserlohn)

Tor: 1:0 Möller (85.)

Gelb: Atilgan, Heidemann, Holtby

Neuer Job für Hübscher

Gute Nachrichten für den SCP: Ex-Trainer Sven Hübscher, der auch für die Regionalliga noch einen Vertrag in Münster besaß, wird ab dem 1. Januar an U-19-Trainer beim Bundesligisten Bayer Leverkusen. Der 41-Jährige, zuvor für Werder Bremen II tätig, war 2018 bei den Preußen angetreten, Anfang Dezember desselben Jahres aber nach nur 13 Punkten aus 17 Spielen beurlaubt worden.

Trotz des anschließenden Abstiegs lief das Arbeitspapier aber weiter. Nun wird es aber logischerweise zum 31. Dezember aufgelöst, was dem Regionalligisten ein Gehalt spart. „Wir haben dem Wunsch sofort entsprochen“, sagte Preußen-Geschäftsführer Bernhard Niewöhner. Bei Bayer erhält Hübscher einen Vertrag bis 2023.

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