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Fußball: Regionalliga West

Prozessauftakt nach Böllerwurf in Essen: Das droht dem Angeklagten

Essen

Der Prozess um den Böllerwurf und Spielabbruch der Regionalliga-Partie zwischen RW Essen und Preußen Münster am 20. Februar wurde am Amtsgericht Essen eröffnet. Drei Verhandlungstage sind terminiert, der Angeklagte schweigt.

Von Alexander Heflik

Marvin Thiel (am Boden) fasst sich an Ohr, gerade ist ein Böller direkt vor die Füße der Reservisten von Preußen Münster geflogen. Foto: Jürgen Peperhowe

Vor dem Amtsgericht in Essen ist der erste von drei geplanten Verhandlungstagen um den Böllerwurf vom 20. Februar 2022 beim Spiel RW Essen gegen Preußen Münster vorbei. Das Spiel der Fußball-Regionalliga war beim Stand von 1:1 im Stadion an der Hafenstraße erst unter- und dann abgebrochen worden, weil drei Akteure des SC Preußen sowie ein Balljunge von der Detonation verletzt wurden. Ein 29 Jahre alter Familienvater aus Marl wurde als mutmaßlicher Täter festgenommen.

Die Verhandlung am ersten Tag in Essen verlief nicht reibungslos, weil der Hauptbelastungszeuge nicht erschienen war. Der mutmaßliche Täter wollte sich zudem auf Anraten seines Rechtsanwaltes nicht äußern. „Der Angeklagte schweigt“, sagte Rechtsanwalt Andreas Kabut. Dem vermeintlichen Böllerwerfer muss die Tat nun nachgewiesen werden.

Die Videos der Polizei sollen eine schlechte Qualität haben, dafür deutete am ersten Verhandlungstag die Rekonstruktion der Tat durch die Polizei auf den Verdächtigten als Täter hin. Entscheidend für eine Verurteilung dürfte die Aussage des Hauptbelastungszeugen sein – er fehlte ohne Angabe von Gründen.

Gibt's Schadensersatz für RW Essen?

Das Spiel im Februar war ausverkauft an der Hafenstraße. Der Verband sprach am Ende eine Spielwertung für Münster aus und belegte RWE mit 15 000 Euro Strafe. Am Ende der Saison stieg Essen in die 3. Liga auf.

RWE lässt nun die Akten zum Prozess vor dem Amtsgericht prüfen. Sollte der Verdächtige als Täter verurteilt werden, dürfte Essen, möglicherweise auch die betroffenen Spieler des SC Preußen, Schadensersatzforderungen geltend machen können. Dem Täter drohen bis zu vier Jahre Haft wegen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung nach Paragraf 308 des Strafgesetzbuches. Der zweite Verhandlungstag ist auf den 12. Dezember terminiert.

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