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Fußball: Regionalliga West

„Nicht aufs Podium getragen werden“: Preußen-Präsident Strässer hört auf

Münster

Der Präsident macht Schluss. Preußen Münster muss einen neuen Clubchef finden, denn Christoph Strässer gab am Dienstag bekannt, dass er nicht für eine dritte Amtszeit zur Verfügung steht. Er war 2016 ins Amt gekommen.

Christoph Strässer ist seit Oktober 2016 Präsident von Preußen Münster, im Januar 2023 wird er sich zurückziehen.  Foto: Jürgen Peperhowe

Preußen Münster erhält zu Beginn des neuen Jahres einen Führungs­wechsel. Christoph Strässer bestätigte am Dienstag die Vermutungen, nach denen er nicht noch mal als Präsident kandidiert. Bereits Mitte des Jahres hatte er im Interview mit dieser Zeitung angedeutet, dass er sich auch mit einem Rückzug befasst, zuletzt mehrten sich die Anzeichen. Nach sechs ereignisreichen Jahren ist Schluss.

Bis Ende Januar bleibt der 73-Jährige im Amt, in das er am 13. Oktober 2016 anstelle von Georg Krimphove relativ überraschend gekommen war. Mit dem Komplettumbruch in Vorstand und Aufsichtsrat wurde der SPD-Politiker zum Clubchef. Zu seinem Ausstieg, den er seinen Kollegen schon länger mitgeteilt hatte, sagt er: „Es ist noch immer vieles unvollendet. Wir arbeiten in der Liga am Aufstieg – und ich bin auch überzeugt, dass wir das schaffen. Beim Stadion sind wir auf einem sehr guten Weg, haben aber noch viel Arbeit vor uns.“

Das inflationär verwendete „bestellte Feld“ spart er sich, aber vieles ist vieles im Fluss. Die Suche nach einem Nachfolger verläuft sehr diskret im Hintergrund. Zumindest ist kein Aktionismus wahrnehmbar.

Strässer möchte weiterhin helfen

Die Gründe für den Rückzug liegen nahe. „In drei Jahren stünde ich nahe an meinem 80. Geburtstag. Ich möchte nicht irgendwann auf das Podium getragen werden. Es gibt andere, die übernehmen können, und denen möchte ich noch helfen, so gut es geht.“

Preußens
Präsidenten

Ole Kittner, seit diesem Jahr Geschäftsführer und für den Stadionumbau verantwortlich, soll von Ratschlägen des früheren Bundestagsabgeordneten profitieren. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung möchte der scheidende Clubchef für das Großprojekt weiterführen.

Viele Baustellen in Strässers Zeit

Von der Ausgliederung bis zum sportlichen Abstieg, von finanziellen Komplikationen bis zum Leitbild, vom Imagewandel bis zum neuen (toleranten) Kurs gegenüber den eigenen Fans – all diese Themen hat Strässer neben den infrastrukturellen Plänen in zwei Amtsperioden begleitet.

„Die bisherigen drei Jahre in der Regional­liga waren nicht verschenkt. Wir haben die Zeit genutzt, um den Verein von unten neu aufzubauen und ein ­gutes Fundament zu schaffen. Wir sind gut vorbereitet, das soll auch das Signal nach außen sein. Wir haben eine stabile Basis“, sagt er.

Sonderlob fürs Stadion-Engagement

Frank Westermann, seit dem ersten Tag ein Weg­begleiter, betont: „Wir sind ihm außerordentlich dankbar, dass er vor sechs Jahren in sehr herausfordernden Zeiten die Verantwortung übernommen hat. Er hat maßgeblich zur Konsolidierung beigetragen und wichtige Richtungsentscheidungen wie beispielsweise die Ausgliederung forciert.“

Auch der Aufsichtsratschef hebt ganz besonders das Stadion-Engagement des Sozial­demokraten hervor – an der Hammer Straße hinterlässt Strässer zweifellos Spuren.

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