Fußball: Regionalliga West

Durchgemischte Preußen-Elf verliert Saisonfinale im Schalker Parkstadion

Gelsenkirchen

Viele Tore, aber keine Punkte – Preußen Münster hat das letzte Spiel einer guten Saison verloren. Im Parkstadion unterlag der Tabellendritte mit 2:3 (1:1) beim FC Schalke 04 II. Der nötige Biss war am Ende doch nicht mehr erkennbar. Der Frust hielt sich in Grenzen.

Von Thomas Rellmann

Steffen Westphal, Preußens Keeper Nr. 3, beobachtet, wie Niklas Heidemann und Mika Hanraths sich um Orientierung bemühen. Foto: Jürgen Peperhowe

Eine Woche nach dem Endspiel-Sieg im Westfalenpokal gegen Lotte hat Preußen Münster das Saisonfinale beim FC Schalke 04 II verloren. Beim 2:3 (1:1) wurde im Laufe der Partie munter durchgewechselt. Knackpunkt waren aber die direkten Einladungen an die Gastgeber, die bei allen Gegentreffern eine Rolle spielten. So verfehlten die Adler das selbst gesteckte Ziel von 80 Saisonpunkten mit der zweiten Rückrundenschlappe noch.

Mittelfeldspieler Dominik Klann waren die Schalker Erfolgserlebnisse ein Dorn im Auge. „Die Gegentore hätten wir uns sparen können. Nach vorne war das außerdem zu kraftlos, nicht wirklich zielstrebig.“ Auch Coach Sascha Hildmann war nicht zufrieden: „Die letzte Anspannung hat gefehlt, die letzte Gier. Nach der Pause haben uns die Lösungen gefehlt im letzten Drittel. Wir haben viel zu wenig Bälle in die Box gebracht und zu oft nur um den Strafraum herum gespielt.“ Kapitän Julian Schauerte: „Es war eine anstrengende Saison, wir gingen ein bisschen auf dem Zahnfleisch.“

Auch wenn Preußen-Trainer Sascha Hildmann eine Schonung für Dennis Daube, Alexander Langlitz und Marcel Hoffmeier (der zumindest auf der Bank saß) anordnete, schickte er eine Top-Elf aufs Feld, in die Jannik Borgmann, Dominik Klann und Deniz Bindemann im Vergleich zum Pokalsieg in Verl vor einer Woche rückten. Die große Überraschung war das Startelf-Mandat für U-23-Keeper Steffen Westphal . Marko Dedovic, der in den vergangenen Wochen überzeugte, blieb daher draußen. Die Nummer drei hatte sich die Nominierung durch gute Trainingsleistungen verdient.

Ein eher chancenarmes Spiel

Den ersten Aufreger lieferte der Abwehrchef. Simon Scherder verstolperte gegen Fatih Candan den Ball, der S04-Routinier hatte freie Bahn und wurde vom Münsteraner knapp neben dem Sechzehner unsanft gebremst. Gelb war dafür von Schiedsrichter Marco Goldmann gnädig. Letzter Mann ja, aber der Stürmer war nicht auf direktem Wege zum Tor (7.). Glück hatte der SCP auch, als Candan der Ball allein vor dem Kasten an die Hand sprang (16.).

Ansonsten war es ein eher chancenarmes Spiel, in dem der Gast leichte Vorteile hatte. Die Gelsenkirchener lauerten auf Fehler. Den ersten beging Niklas Heidemann, der auf dem Flügel wegrutschte. Jason Ceka reagierte blitzschnell und bediente im Sechzehner Daniel Kyerewaa. Dessen Abschluss konnte Scherder trotz allen Bemühens nicht mehr von der Linie kratzen (26.).

Scherder antwortet umgehend

Doch Münsters Eigengewächs glich diese Szene höchstselbst nur zwei Minuten später aus. Nach einem Standard war er ohnehin vorne und nahm den Diagonal-Chip von Klann am langen Pfosten direkt! Scherders 1:1 (28.) war also die umgehende Antwort.

Für den Torschützen war direkt danach Feierabend. Die Verwarnung war wohl ausschlaggebend dafür, dass er Justin Möbius in dessen letztem Einsatz Platz machte. Klann rückte nun in die Innenverteidigung, das System wurde zum 4-4-2.

Kurz darauf hatte Holtby mit einem Freistoß, den Sören Ahlers parierte, sogar die Chance zur Führung (34.). Auf der Gegenseite musste sich Westphal bei einem Fernschuss von Brooklyn Ezeh strecken (41.). Ein Bindemann-Tor nach akrobatischer Einlage fand wegen Fouls keine Anerkennung (45.).

Abschiedsauftritt für Mekonnen

Mit der Einwechslung von Naod Mekonnen für Heidemann stand nach der Pause dann doch eine sehr junge Preußen-Elf auf dem Rasen. Der 21-Jährige, der den Club nach zwei Jahren verlässt, hatte einen denkbar ungünstigen Einstand. Er verlor den Ball im Zentrum an Henri Matter, der sofort den gerade für Candan gekommenen Schuler steil schickte. Borgmann konnte nichts mehr ausrichten, Westphal war beim Abschluss zum 2:1 (55.) machtlos.

Auch Gianluca Przondziono bekam noch seinen Abschiedsauftritt und löste Wegkamp ab. Spätestens mit der Herausnahme des wichtigen Angreifers war zu vermuten, dass Münster nicht mehr um jeden Preis den Sieg anstrebte. Doch Moment, diese Rechnung ging nicht sofort auf. Denn Möbius nahm sich zum Ausstand ein Herz und jagte die Kugel aus 22 Metern überaus sehenswert zum 2:2 in den Knick (59.).

Bemerkenswerte Reaktion von S04

Die Reaktion von Königsblau: bemerkenswert. Die Ecke von Leonardo Weschenfelder Scienza nickte der fünf Sekunden zuvor eingewechselte Noah Awassi mit dem Kopf freistehend ins Netz (63.). Das große Aufbäumen erfolgte danach nicht mehr. Den Münsteranern fehlten die Mittel ohne die meisten Top-Offensivspieler. Kyerewaa hatte die frühe Entscheidung auf dem Fuß, scheiterte nach seinem Solo aber an Westphal (79.). Richtig viel kam auf der anderen Seite nicht mehr zustande. Einzig Mekonnen köpfte das Leder nach Joshua Holtbys Ecke knapp drüber (90.+1). So verabschiedeten sich die Preußen nach einer langen und kräftezehrenden Saison mit einer Niederlage in die verdiente vierwöchige Pause.

S04: Ahlers – Frölich (63. Awassi), Matriciani, Hanraths, Ezen – Matter, Kaparos – Ceka (68. Krasniqi), Kyerewaa, Weschenfelder Scienza (85. Fehler) – Candan (52. Schuler)

SCP: Westphal – Schauerte, Scherder (30.Möbius), Borgmann, Frenkert – Klann – Remberg (80. Möller), Holtby – Bindemann, Wegkamp (57. Przondziono), Heidemann (46. Mekonnen)

Schiedsrichter: Marco Goldmann (Warendorf)

Tore: 1:0 Kyerewaa (26.), 1:1 Scherder (28.), 2:1 Schuler (55.), 2:2 Möbius (59.), 3:2 Awassi (63.).

Gelb: Scherder, Frenkert

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