Fußball-Serie: Zehn Jahre nach dem Preußen-Aufstieg

Max Mümken im Interview: „Ich habe lieber mein Studium beendet“

Münster

Zehn Jahre nach dem Aufstieg des SC Preußen in die 3. Liga stehen in unserer Serie natürlich die Top-Spieler, Trainer Marc Fascher oder die Clubverantwortlichen im Fokus. Mittendrin war mit Max Mümken aber auch ein waschechter Münsteraner. Im Interview schildert er seine Erlebnisse.

Thomas Rellmann

Max Mümken (r.) feiert mit Dominique Ndjeng Foto: Peperhowe

Neben Marc Lorenz war Max Mümken 2011 der einzige waschechte Münsteraner im Kader. Er kam aber nur im allerletzten Saisonspiel in Kaiserslautern zum Einsatz.

Welche Erinnerung haben Sie an die Aufstiegsfeiern?

Mümken: Ich habe alles miterlebt, das war schon krass. Gefühlt haben wir alle drei Tage nicht geschlafen. Ich weiß noch, dass ich Thomas Bäumer und Carsten Gockel in der Vip-Loge eine Champagnerflasche in den Nacken gekippt habe. Krank … Vor dem Gladbach-Spiel wussten ja alle schon, was passiert. Mir war es aber irgendwie schon viel länger klar, dass wir aufsteigen.

Warum?

Mümken: Weil die Mannschaft unfassbar viel Qualität für die Regionalliga hatte. Einige hatten ja Zweitliga-Erfahrung. Von denen habe ich mir viel abgeschaut. Sportlich hat mich das echt weitergebracht.

Ansonsten spielten Sie eher eine Nebenrolle.

Mümken: Trotzdem war es extrem geil, ein Jahr Profifußball mitzuerleben. Ich hatte nichts zu verlieren. Klar, ich dachte, ich bekäme mehr Chancen. Mich hatte ja damals Roger Schmidt noch dazugeholt. Ich wollte das unbedingt mitnehmen, aus unterschiedlichen Gründen wurde mir dann bewusst, dass das Business nicht meins ist.

Was sprach dagegen?

Mümken: Alle drei Jahre umziehen, im letzten Vertragsjahr bloß nicht verletzen – ich hätte nicht tauschen wollen und habe lieber mein Studium beendet.

Sie schauen wahrscheinlich trotzdem mit Stolz auf das eine Jahr zurück?

Mümken: Klar, meine Kumpels, die nicht viel mit Fußball am Hut hatten, entdeckten irgendwann, dass ich bei transfermarkt.de mit 25 000 Euro, wahrscheinlich der Regionalliga-Mindestwert, gelistet war. In der E-Jugend kam ich von BW Aasee zum SCP, war Balljunge für Ansgar Brinkmann und Marek Lesniak.

Wie war eigentlich die Fahrt nach Mallorca?

Mümken: Richtig cool. Wir waren nach dem letzten Heimspiel im Restaurant von Massimo Ornatellis Vater in Dortmund essen. Danach direkt in den Bus, dann zum Flughafen. Ein Sponsor hatte uns mit Taschengeld versorgt, ich habe nichts ausgegeben. Vorher war ich nie auf Malle, aber wir hatten auch hierfür ein paar erfahrene Cracks dabei.

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