Fußball: Regionalliga

Neues Umfeld? Preußen-Abschied rückt für Scherder näher

Münster

Ob Simon Scherder nach dem Abstieg mit Preußen Münster seinen Herzensclub verlässt, ist noch nicht sicher. Aber die Gedanken an einen Neustart an anderer Stelle nach 14 Jahren an der Hammer Straße verhehlt der 27-Jährige nicht.

Thomas Rellmann

Simon Scherder (v.) nicht mehr im Preußen-Trikot? Schwer vorstellbar, aber sehr gut möglich. Foto: Jürgen Peperhowe

Schon einmal, vor ziemlich genau drei Jahren, wäre es beinahe so weit gewesen. Simon Scherder, der ewige Preuße, seit 2006 im Verein, stand unfreiwillig vor dem Absprung. Nach fast zwei Jahren Verletzungspause und doppeltem Kreuzbandriss erhielt er auf den letzten Drücker doch noch einen Einjahresvertrag.

Gut möglich, dass der Moment des Abschieds mit Verspätung nun gekommen ist. „Es ist nichts konkret“, sagt der 27-Jährige. „Aber ich schaue auch, ob noch mal was anderes für mich möglich ist. Ich würde das vielleicht probieren.“ Die Überlegungen kamen nicht erst mit dem Abstieg vor 14 Tagen, sondern schon Monate vorher. „In meinem Alter muss ich vielleicht mal aus der Komfortzone raus. Ich bin hier ja verwurzelt, meine Familie lebt um die Ecke. Mit Preußen, das passte immer“, sagt der Dreierwalder, der mit seiner Freundin in Rheine wohnt. „Etwas anderes zu erleben, reizt mich.“

Simon Scherder

Was bis hierher wie ein sicherer Weggang klingt, ist aber gar nicht so in Stein gemeißelt. „Der SCP ist auf jeden Fall ein Thema, ich habe noch nichts ad acta gelegt. Wenn der Verein auf mich zukommt und weiß, wohin er will, wenn das Ziel ist, wieder hochzukommen, dann ist Bleiben eine Option“, sagt Scherder. „Ich glaube, etwas anderes wäre in Münster auch nicht zu vermitteln. Der Club ist mir, auch wenn ich nicht unter Vertrag stehe, nicht egal. Allerdings könnte es mit der Zeit langsam eng werden.“

Noch kein Gespräch

Auch mit ihm hat noch niemand gesprochen. Nach einer Woche an der niederländischen Küste („Auf den Abstieg musste ich erst mal klarkommen“), während der das Handy meist aus war, weilt der Innenverteidiger wieder in der Heimat. Und sondiert zumindest ein bisschen die Ligen und Märkte. „Es wird ein ganz anderer Transfersommer. Pokern – das wird nicht funktionieren. Keiner weiß, was passiert.“ Ob das Adler-Eigengewächs anderswo gefragt ist? „Meine Hinrunde war nicht gut, die Rückrunde stabiler. Irgendwie sind wir ja schon auch als Absteiger tituliert. Das Potenzial für die 3. Liga sehe ich dennoch.“

Der sportliche Ehrgeiz in Kombination mit der Aussicht auf ein anderes Umfeld hat Scherder jedenfalls ins Grübeln gebracht.

Abgänge vorprogrammiert

Neben Simon Scherder haben etliche weitere Akteure aus dem Kader der Vorsaison keinen Vertrag für die Regionalliga. Namentlich sind das die Keeper Max Schulze Niehues und Oliver Schnitzler, Nico Brandenburger (wechselt zu Fortuna Köln), Heinz Mörschel und Seref Özcan (beide wollen laut „Bild“ zwingend weg), Ole Kittner, Julian Schauerte, Kevin Rodrigues Pires, Fridolin Wagner, Jan Löhmannsröben, Marco Königs, Luca Schnellbacher, Maurice Litka, Niklas Heidemann, Philipp Hoffmann und Lucas Cueto. Die Leihkontrakte von Alexander Rossipal (SV Sandhausen) und Oliver Steurer (1. FC Heidenheim) endeten ohnehin.

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