Fußball: Regionalliga West

Preußen-Ersatzkeeper Dedovic erweist sich als loyal, zuverlässig, lernwillig

Münster

Geduldig erträgt Marko Dedovic seine Rolle als Ersatzkeeper der Preußen. Doch zweimal durfte er zwischen die Pfosten, jeweils endete sein Einsatz mit einem 4:0 über Lippstadt. Ansprüche meldet er nur ganz leise an – stattdessen adelt er seinen Kontrahenten Max Schulze Niehues auf besondere Weise.

Thomas Rellmann

Marko Dedovic war auch gegen Lippstadt da, wenn er gefordert war. Foto: Jürgen Peperhowe

An der Serie ist nicht zu rütteln. Zum 16. Mal schon blieben die Preußen durch das 4:0 (1:0) im Nachholspiel gegen den SV Lippstadt unbesiegt. Eine bessere Rückrundenquote hat kein Regionalligist. Wie sich die Münsteraner gegen Gegner aus dem Keller behaupten müssen, haben sie längst gelernt. Ein schöner Fingerzeig für die neue Saison, in der es nach oben gehen soll. Dennoch sah Trainer Sascha Hildmann gerade vor der Pause auch Schwächen. „Die Passgenauigkeit war nicht gut, das Positionsspiel zu langsam, wir haben die Lücken nicht gefunden.“

Schwamm drüber. Am Ende war es ja deutlich. Einer, der eine perfekte Bilanz aufweist, ist Ersatzkeeper Marko Dedovic. Zum zweiten Mal vertrat er nun den angeschlagenen Max Schulze Niehues. Wieder hieß der Gegner Lippstadt, wieder kassierte er kein Tor, wieder gewann der SCP 4:0. „Kann man so machen, oder? Ich war wie im Hinspiel nicht nervös. Klar, im Training ist alles flüssiger. Aber das war zu erwarten.“

Lippstädter Pressing

Hildmann sah es gern, dass der Gast seine Abwehr konsequent attackierte. „Richtig mutig, für uns eine gute Übung.“ Dedovic und seine Vorderleute hatten mit dieser Spielweise jedoch vor der Halbzeit so ihre Probleme. „Eigentlich liegt mir das Kurzpassspiel mit den Jungs, aber das Pressing in der ersten Hälfte war zu intensiv. Sonst können wir solche Gegner super ausspielen. Bei dem Wind haben wir uns aber nicht einmal vernünftig befreit“, gestand der 23-Jährige. „Das war schon ein ex­tremes Risiko von uns, auch mir ist der eine oder andere unsaubere Ball unterlaufen.“ Nach der Pause wurde es besser. Bei den SVL-Chancen war der Torhüter auch auf dem Posten. Er hofft in den letzten Saisonwochen, wenn die Ziele erreicht sind, auf „ein, zwei weitere Einsätze“.

Rotation mit Schauerte

Wenn die Saison so langsam austrudelt, ist es an der Zeit, etwas mit Blick auf die nächste zu probieren. Preußen-Coach Sascha Hildmann begann damit am Mittwoch. Er schickte Lukas Frenkert, der im Sommer zum FC Schalke 04 II wechselt, von der Startelf auf die Tribüne („Wir rotieren jetzt, er wird aber auch wieder spielen“) und ließ Julian Schauerte als Linksverteidiger agieren. Neuland war es für den Kapitän, der sonst rechts zu Hause ist, nicht. „Ein paarmal habe ich das schon gemacht. Mit dem linken Fuß habe ich kein Problem. Taktisch ist es dasselbe, die Abläufe sind nur anders.“ Der Coach war aber nur bedingt zufrieden mit der Variante. „Gerade in der ersten Halbzeit hat mir das nicht so gut gefallen“, sagte er.

Mit seiner Rolle hadert Dedovic aber keineswegs. „Das war vor der Saison klar und ist vollkommen okay. Ich bin nicht zum ersten Mal Nummer zwei. Das war in der Jugend von Werder Bremen so, auch zwei Jahre in unserer U 23. Ich ziehe meine Lehren und versuche, was daraus zu machen.“ Über seinen Kollegen findet er wärmste Worte: „Ich bin Realist. Max ist eine lebende Vereinsikone, hat absolutes Top-Niveau und viel Erfahrung.“ Das Credo des Ersatzmanns lautet demnach: anpassen und abgucken. „Bisher ist mir das ganz gut gelungen.“ So einen Reservekeeper wünscht sich jeder Trainer.

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