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Fußball: 3. Liga

Preußen gegen den MSV: ein bisschen David gegen Goliath

Münster

Preußen Münster gegen den MSV Duisburg, das ist ein alter West-Schlager aus legendären Oberliga-Zeiten. Nun kommt es in Münster am Samstag (14 Uhr) zum 42. Aufeinandertreffen, dieses Mal in der 3. Liga. Die Rollen sind klar verteilt, SCP-Trainer Sascha Hildmann hofft aber auf eine positive Überraschung.

Alexander Heflik

Fast alle Mann, eine Mauer: Die Preußen mit Philipp Hoffmann (von links), Seref Özcan, Fridolin Wagner, Nico Brandenburger, Marco Königs, Jan Löhmannsröben und Lucas Cueto beim Sieg in Jena. Foto: Jürgen Peperhowe

Nun wird es nicht reichen zum Klassenerhalt, wenn der SC Preußen Münster in den kommenden Wochen und Monaten „nur“ gegen Gegner auf Augenhöhe Siege oder zumindest Punkte einfahren wird. Das Team von Trainer Sascha Hildmann wird auch mal eine Überraschung landen, einen Großen ärgern und David gegen Goliath spielen müssen. Bestens dafür geeignet ist da gleich mal das Heimspiel gegen den MSV Duisburg am Samstag (14 Uhr). Die Kulisse dürfte ansprechend sein, wenn der abstiegsgefährdete SCP den Ligaprimus erwartet.

Hildmann positiv gestimmt

Hildmann macht das, was er als Trainer in seiner Lage machen muss. Einerseits zeigt er gehörigen Respekt vor dem MSV. Andererseits schreibt er sein Team nicht kategorisch ab. Der Sieg in Jena, dieses 2:1 im „Kopfspiel“ zum Start ins Fußballjahr 2020, gibt ihm Zuversicht. Und so erklärt Hildmann mal auch mutig: „Ich bin überzeugt, dass wir gute Chance haben zu gewinnen. Spielerisch haben wir noch viel Luft nach oben.“

Alles in allem, keine Frage, wird der SCP im Vergleich zum Erfolg im Kellerkinderduell mächtig zulegen müssen. Dafür muss Hildmann zunächst seine passende Startelf finden, in der seine Akteure sich möglichst wenig Fehler erlauben, Zweikämpfe en masse gewinnen und die Gäste beschäftigen. „Sieben, acht Positionen stehen fest, über zwei Plätze diskutieren wir noch“, sagt er, und meint das abschließende Fachgespräch mit Co-Trainer Louis Cordes. Aber dann gilt es auch den „bockstarken“ Gegner in die Schranken zu weisen, vor allem Topscorer Moritz Stoppelkamp (13 Tore, sieben Vorlagen) an die Kette zu legen. Im Training sah das schon ganz gut aus, aber der Praxistest gegen ein Drittliga-Spitzenteam steht aus. Was geht bei den Preußen an diesem Samstag?

Kittner und Litka zurück

Jannik Borgmann und ­Naod Mekonnen fallen aus. Mittelfeldspieler Fridolin Wagner steht genauso wie Reservetorwart Oliver Schnitzler (beide Grippe) nicht zur Verfügung. Angreifer Maurice Litka musste mit Oberschenkelproblemen drei Übungseinheiten aussetzen, dürfte aber wie Kapitän Ole Kittner zumindest den Sprung in das Spieltags-Aufgebot schaffen.

Vor fünfeinhalb Jahren gewann der SCP letztmals gegen den MSV, damals, am 2. November 2014, traf Amaury Bischoff im Heimspiel zum 1:0-Erfolg. Münster war Tabellenzweiter der 3. Liga, Duisburg Achter. Der geschichtliche Exkurs dürfte Sascha Hildmann dabei wenig interessieren, auf vergleichbare Art und Weise drei Punkte zu holen dafür umso mehr. Ein harter Job.

Münster: Schulze Niehues – Kittner, Löhmannsröben, Scherder – Schauerte, Erdogan, Brandenburger, Hoffmann – Özcan, Königs, Schnellbacher.

Gegner-Check: MSV Duisburg

Ausgangslage: Der MSV ist auswärts sowas wie recht gesundes Mittelmaß mit der neuntbesten Bilanz, der Zweitliga-Absteiger punktet vor allem daheim. Das gibt den Preußen Hoffnung. Allerdings ist Duisburg aktuell Tabellenführer der 3. Liga. Irgendwelche Fragen zur Rollenverteilung von Favorit und Außenseite am Samstag in Münster?

Personal: Einige Namen finden sich auf der Verletztenliste wie Arnold Budimbu, Sinan Karweina, Connor Krempicki oder Vincent Vermeij. Wichtigster Spieler aktuell ist Moritz Stoppelkamp, der auf 20 Scorerpunkte kommt und zuletzt auch die Duisburger „Elfmeterdürre“ beenden konnte.

Trainer: Der 46 Jahre alte Torsten Lieberknecht ist an der Wedau angekommen. Nach zehn Jahren bei Eintracht Braunschweig will er den MSV in das Bundesliga-Unterhaus zurückführen. Er setzt in der Regel auf ein 4-2-3-1-Spielsystem.

Kuriosum: Wer kennt Vincent Gembalies? Der 20 Jahre alte Abwehrspieler sucht seine Rolle in Duisburg nicht, er ist Meidericher durch und durch. Seit seinem achten Lebensjahr kickt er für den MSV. Das nennt man wohl ein echtes Eigengewächs – selbst wenn er in Oberhausen geboren ist.

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