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Fußball: Regionalliga West

Preußen lassen erstmals Punkte liegen

Münster

Ein Tor für jeden, ein Punkt für jeden: Mehr war für den Regionalligisten Preußen Münster am Samstagnachmittag gegen eine erstligagestählte Mönchengladbacher Zweitvertretung nicht drin …

Von Ansgar Griebel

Sascha Hildmann und seine Preußen haben zum ersten Mal in dieser Saison keine drei Punkte eingefahren. Foto: Jürgen Peperhowe

Der SC Preußen Münster bleibt auch im vierten Saisonspiel ungeschlagen, musste seine Siegesserie aber vorzeitig ad acta legen. Gegen die Zweitvertretung von Borussia Mönchengladbach reichte es nach 90 Minuten nur zu einem leistungsgerechten 1:1 (1:0). Marc Lorenz hatte die Preußen nach zehn Minuten in Front geschossen, per Elfmeter kamen die durch Fohlen verstärkten Jungfohlen in der 67. Minute zum verdienten Ausgleich.

Die erste Überraschung lieferte die Aufstellung der Gäste vom Niederrhein: Der Amateurkader der Borussia war hier und heute in der Minderheit: Luca Netz (Marktwert laut Transfermarkt 6,5 Mio Euro) und Yvandro Borges Sanches saßen am Freitagabend noch auf der Bank beim 1:0-Erfolg Gladbachs gegen Hertha. Keeper Jan Jakob Olschowsky, Mamadou Doucouré, Rocco Reitz, Oscar Fraulo und Conor Noß zählen zum regelmäßigen Trainingskader der Bundesliga-Auswahl.

Das war eine andere Borussenkombo als die, die vor Wochenfrist gegen die Fortuna-Reserve aus Düsseldorf angetreten war – und 3:0 gewonnen hatte. Trainer Eugen Polanski hatte also das „winning team“ heftig durchgeschüttelt und auf individuelle Qualität gesetzt – wohl auf Anweisung von Cheftrainer Daniel Farke.

Die Preußen müssen mehr rackern als üblich

Auf dem Platz entwickelte sich folgerichtig eine Partie mit einer komplett anderen Statik, als in der Regionalliga gewohnt. Mönchengladbach agierte mit viel Ballbesitz, die Preußen mussten mehr rackern als üblich, fanden sich aber schnell in die neue Aufgabe. Gefordert waren in dieser Situation vor allem die Routiniers im Preußendress – als da wären: Dennis Grote und Kapitän Marc Lorenz. Beide übernahmen die Verantwortung und waren auch Urheber der wichtigsten, eigentlich der einzigen wirklich starken Aktion der ersten Halbzeit. Grote tritt am rechten Strafraumeck zum Freistoß an, lupft das Leder aber nicht zur lauernden Meute im Fünfmeterraum, sondern legt flach zurück auf den heraneilenden Lorenz, der aus 18 Metern platziert ins linke untere Toreck trifft (10.). Es war die erste und die letzte Großchance der Preußen in Durchgang eins.

Kwadwo und Teklab bleiben außen vor

Mönchengladbach gab das Leder ungern vom Fuß, Münsters flinke Flügelflitzer Manni Kwadwo und Henok Teklab hatten mit dieser Partie wenig bis gar nichts zu tun. Arbeit fiel weiter hinten an, wo sich alle Preußen vorbildlich in die Laufwege stellten, Bälle weggrätschten und aufmerksam nahezu alles vereitelten, was Keeper Maximilian Schulze Niehues hätte in Bedrängnis bringen können. Und wenn sich dann doch eine Lücke bot, mangelte es den Gästen glücklicherweise an Präzision: Torben Müsel und Semir Telalovic kamen jeweils aus 20 Metern unbedrängt zum Abschluss – beide Male weit am Kasten vorbei. Mit dem 1:0 für die Preußen, aber doch einigen Befürchtungen für Abschnitt zwei ging es in die Pause. Gladbach war dominant und ließ kaum etwas zu.

Sascha Hildmann nahm Thomas Kok aus dem Spiel, ehe Schiri Johannes Liedtke in dieser Sache aktiv wurde. Kok hatte schon gelb gesehen, Darius Ghindovean löste ihn unbelastet ab. Davon abgesehen änderte sich wenig: Gladbach machte das Spiel, Preußen kämpfte und lauerte auf Konterchancen. Wie in der 52. Spielminute, als Dennis Grote den Ball ganz fein durchsteckte zu Alexander Langlitz, der aber im 16er keine freie Bahn auftun konnte. Brenzlig wurde es wenig später auf der Gegenseite: Borchers Sanches kam frei zum Abschluss und traf aus zehn Metern den Pfosten.

Gladbach gleicht per Strafstoß aus

Zu diesem Zeitpunkt hatte Hildmann seine beiden Flügelflitzer schon unter die kalte Dusche beordert, Shaibou Oubeyapwa und Thorben Deters sollten für mehr Leben im Preußenspiel sorgen. Allerdings ging die erste Aktion von Oubeyapwa dann nach hinten los. Sein gewagter Rückpass in den eigenen Strafraum zwang Grote in einen aussichtslosen Zweikampf mit Phil Beckmann – Strafstoß. Borussen-Kapitän Michel Lieder verwandelte humorlos zum 1:1 (67.) Mönchengladbach schien mit diesem Ergebnis zufrieden zu sein. Münster eroberte sich in der Schlussphase, jetzt mit Gerrit Wegkamp für Andrew Wooten in der Spitze, Spielanteile zurück, richtig eng wurde es im Gladbacher Strafraum aber nicht mehr. Es blieb bei der Punkteteilung.

Münster: Schulze Niehues - Langlitz, Scherder, Hahn, Lorenz – Kok (46. Ghindovean)– Remberg, Grote – Kwadwo (57. Oubeyapwa), Wooten (75. Wegkamp), Teklab (53. Deters)

Mönchengladbach: Olschowsky – Fraulo -- Kaan, Lieder, Doucouré (78. Najjar), Netz (57. Beckhoff) – Noß, Müsel (57. Meuer), Reitz, Borges Sanches (57. Kemper)-- Telalovic

Tore: 1:0 Lorenz (10./Grote), 1:1 (67. Lieder FE, Beckhoff)

Gelbe Karten: Kok, Lorenz, Ghindovean/ Reitz

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