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Fußball: Regionalliga West

„Freitag, Flutlicht, 5:0“ – Preußen-Feiertag gegen Aufsteiger Bocholt

Münster

Die Rollen waren vor dem Anpfiff klar verteilt: Der SC Preußen Münster trat als Favorit an und wollte gegen den Aufsteiger 1. FC Bocholt Stärke demonstrieren. Das gelang dem Gastgeber auch - deutlich mit 5:0 gewannen die Adlerträger ihr Heimspiel.

Von Thomas Rellmann

Preußens Yassine Bouchama (r.) dreht nach dem 1:0 jubelnd ab. Das Tor erzielte Münsters Neuzugang aber nicht selbst, sondern hatte es mit seinem Pass eingeleitet. Den Rest besorgte Bocholts Marc Beckert (vorne links), der ins eigene Netz traf und anschließend zusammensank. Foto: Jürgen Peperhowe

Mit der Optimalausbeute von neun Punkten geht es für Preußen Münster in eine zweiwöchige Ligapause. Der 1. FC Bocholt bereitete dem Titelanwärter zunächst Bauchschmerzen, sackte dann aber auch kräftemäßig zusammen, während der Gastgeber mehrmals nachlegte und 5:0 (1:0) gewann. Mindestens bis Samstag, eher länger, bleibt der Traditionsclub an der Spitze. In der Vorsaison, als am Ende nur vier Treffer fehlten, gab es nicht einmal einen solchen Kantererfolg.

„Das hat wieder richtig Bock gemacht vor dieser Kulisse“, sagte Coach Sascha Hildmann. „Wir hatten sofort die reifere Spielanlage, gerade über außen, aber gegen eine Fünferkette ist es immer schwierig. Da haben wir im Zentrum nur schwer Lücken gefunden, waren im letzten Drittel zu ungenau.“ Am zweiten Abschnitt hatte er dann nichts mehr auszusetzen: „Da haben wir uns mit sehr schönen Toren belohnt, die Zuschauer mitgenommen – und die haben uns getragen.“ Kapitän Marc Lorenz sprach von einem „Arbeitssieg“ und legte sich fest: „Diese Gegner müssen wir erst kaputt arbeiten.“

Der Neuling machte es dem Vizemeister von Beginn an schwer, verteidigte positionstreu, scheute keine Zweikämpfe und hatte durch Fabio Simoes Ribeiro auch den ersten guten Abschluss (9.). Fast im Gegenzug traf Andrew Wooten nach Flanke von Manfred Kwadwo mit einem Flugkopfball die Latte (10.). Der Gast ließ aber nicht locker, lief auch mal hoch an und erzwang einen schweren Fehlpass von Max Schulze Niehues. Der Keeper bügelte diesen immerhin mit der dringend notwendigen Parade gegen Kevin Grund wieder aus (14.). „Geht der rein, kann es auch anders laufen“, so Hildmann. Wieder kam die umgehende Antwort: Kwadwos Dribbling endete jedoch in den Armen von FCB-Schlussmann Sebastian Wickl (17.), der auch Henok Teklabs Versuch abwehrte (22.).

Widerstand nach Eigentor gebrochen

Es war eine bemerkenswerte Anfangsphase, nach Spaziergang sah das in diesen Momenten nicht aus. Da kam den Preußen ein Missgeschick der Bocholter ganz recht. Kwadwo tankte sich durch, nahm Yassine Bouchama mit, dessen Querpass Wooten zwar verpasste, aber Marc Beckert drückte die Kugel dahinter recht unbedrängt ins eigene Tor (31.).

Im Grunde brach mit dem 1:0 der Widerstand, der Aufsteiger wagte sich bis zur Pause kaum mehr in die andere Hälfte, während der SCP sich regelrecht in die Partie biss und durch Wooten (38.) nach schönem Angriff und Teklabs Solo (45.+2) noch zwei Großchancen hatte.

Zwei Doppel-Torschützen

Die erste Möglichkeit nach dem Wechsel aber saß direkt. Nicolai Remberg spielte Doppelpass mit Wooten, der diesmal mit dem Kopf weiterleitete, umkurvte Wickl und schob aus spitzem Winkel zum 2:0 ein (48.). Bocholt kam durch einen Grund-Freistoß (53.) noch mal in Tornähe, aber zumeist ging es fast in eine Richtung. Remberg klaute dann im Mittelfeld den Ball, schaltete blitzschnell um und schickte Wooten auf die Reise. Der US-Boy ließ Wickl aussteigen und wurde vom Torhüter zu Fall gebracht – den Elfmeter verwandelte er höchst selbst (59.).

Alles klar also. Schulze Niehues musste nur beim Kopfball von Matthias Platzek aus wenigen Metern sein ganzes Können aufbieten (65.). Auf der anderen Seite prüfte Teklab erst Wickl (70.), Sekunden später jagte Remberg das Leder aus 22 Metern traumhaft in den Winkel. Teklab hatte quergelegt, der Doppel-Torschütze den Keeper ausgeguckt (71.).

Doch damit noch nicht genug, ein Zauberangriff folgte nur 80 Sekunden später: Bouchama auf Teklab, der perfekt nach innen auf Wooten – leeres Tor, drin (72.)! „Freitag, Flutlicht, 5:0 – besser kann es gar nicht laufen“, meinte Wooten. Da blieben keine Wünsche unerfüllt. Preußen ist ideal in die Saison gestartet.

SCP: Schulze Niehues – Langlitz (62. Koulis), Scherder, Hahn, Lorenz – Kok (62. Grote) – Remberg, Bouchama (74. Wegkamp) – Kwadwo (71. Deters), Wooten, Teklab

FCB: Wickl – Goralski, Winking, Corovic – Beckert, Abel (54. Fakhro), Simoes Ribeiro (65. Bleker), Stojanovic – Grund, Platzek (77. Schumacher), Lorch (68. Bugla)

Schiedsrichter: Jonah Besong (Duisburg)

Tore: 1:0 Beckert (31./ET), 2:0 Remberg (48.), 3:0 Wooten (59./FE), 4:0 Remberg (71.), 5:0 Wooten (72.)

Zuschauer: 8099

Gelb: Wickl, Fakhro, Corovic

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