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Fußball: DFB-Pokal

Elversberg liefert unter Regie von Ex-Preuße Steffen eine große Show

Münster

Horst Steffen erlebt als Trainer der SV Elversberg eine Art Höhenflug. Seit 2018 arbeitet der 53-Jährige im Saarland – und stieg in die 3. Liga auf. Vergessen sind die sportlich nicht so erfolgreichen Zeit bei Preußen Münster und dem Chemnitzer FC.

Von Alexander Heflik

Horst Steffen, einst Trainer bei Preußen Münster, jubelt nach dem Erstrunden-Coup im DFB-Pokal mit dem SV Elversberg gegen Bayer Leverkusen. Foto: Imago/Eibner

Da hatten sich die beiden Vertragsparteien etwas ausgedacht: Es war kurz vor der Bescherung, nun gut, ein paar Stunden bis zur Christmette blieben noch Zeit, als der SC Preußen Münster am 24. Dezember 2015 den Nachfolger von Ralf Loose vorstellte per Pressemitteilung.

Horst Steffen wurde an Heilig Abend als neuer Preußen-Coach präsentiert. Der damalige Sportchef der Preußen, Carsten Gockel, wollte die am gleichen Tag erfolge Vertragsunterschrift unbedingt unter den Tannenbaum legen. Diese Verpflichtung an einem solchen Tag ist fast schon ein Alleinstellungsmerkmal.

Siege über Essen und Leverkusen

Horst Steffen, der mittlerweile 53 Jahre alte Fußballlehrer, war schon vor einer Woche beim SCP-Anhang wieder groß aufgeschlagen. Am Wochenende war er bundesweit bei den Fußballfans in aller Munde. Mit seinem Club SV Elversberg, den er seit 2018 betreut, hatte er den Sprung in die 3. Liga geschafft – und stellvertretend für alle Preußen-Anhänger bei RW Essen mit 5:1 gewonnen. Ein ehemaliger Preußen-Coach führte RWE vor zum Saisonstart. Für die Seele der Fans aus Münster war das Balsam. Nun folgte im DFB-Pokal eine Sensation, weil Elversberg im Stadion an der Kaiserlinde den ambitionierten Erstligisten Bayer Leverkusen mit 4:3 aus dem Wettbewerb kegelte.

„Wir mussten uns quälen und haben Widerstände überwunden“, sagte Steffen im Anschluss an den Coup. Und: „Das ist das Größte, was wir in der letzten Zeit erreicht haben.“ Offenbar fühlte es sich größer an als der Aufstieg in die 3. Liga. Das schmucke Stadion an der Kaiserlinde in Elversberg, einem Ort von gerade einmal 13 000 Einwohnern, stand Kopf.

Stadionmulde wird schmuckes Stadion

Dabei hat der SCP gute Erinnerungen an die damalige Stadionmulde von Elversberg, denn 2011 wurde mit einem 2:0-Auswärtssieg der Aufstieg in die 3. Liga in Elversberg fast schon perfekt gemacht. Die Arena mit ihren 10 000 Plätzen ist seitdem nicht mehr wiederzuerkennen.

Ex-Preuße Luca Schnellbacher traf beim 4:3 gegen Bayer Leverkusen.  Foto: Imago/Eibner

Steffen in Münster war dabei eine unglückliche Zeit, der Fußballlehrer kam mit der Empfehlung seiner Arbeit bei den Stuttgarter Kickers. Doch sowohl beim SCP mit 26 Punkten aus 27 Meisterschaftsspielen wie auch in der Folge beim Chemnitzer FC mit 16 Punkten aus 20 Partien kam er nicht voran. Supersympathisch, Fußballkenner, aber die Teams setzten das nicht um – so lautete der Tenor in Münster und Chemnitz.

In Elversberg, wo mit Luca Schnellbacher und Sinan Tekerci zwei Ex-Preußen von Steffen geholt wurden, läuft es rund. Steffens Ausbeute ist phänomenal, er holte 259 Regionalliga-Punkte in 120 Partien, durchschnittlich also 2,15 Punkte je Spiel. So steigt man auf. Steffen, der frühere Profi aus Mönchengladbach, hat einige Zeit warten müssen, jetzt hat er den Erfolg, den er sich auch in Münster gewünscht hätte.

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