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Fußball: Nachwuchs-Bundesligen

Kurze Saison 2022/2023: DFB-Plan verblüfft Preußen-Trainer

Münster

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat einigermaßen überraschend beschlossen, dass die Saison 2022/2023 in der A- und B-Junioren-Bundesliga erneut nur als einfache Runde ausgetragen wird. Die Nachwuchstrainer von Preußen Münster halten wenig davon.

Von Jonas Austermann

Preußens Suat Fajic (Mitte) wechselt im Sommer zwar zur U 19 des VfL Bochum, auch dort wird der Offensivmann aber nur eine einfache Runde in der A-Junioren-Bundesliga spielen. Diese Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes ist umstritten. Foto: Peter Leßmann

Tobias Harink scrollte vergeblich weiter. Als der Trainer von Preußen Münsters U 19 den Rahmenterminkalender für die Nachwuchs-Bundesligen erhalten hatte, staunte er nicht schlecht. Der Deutsche Fußball-Bund hat entschieden, dass sowohl die A- als auch die B-Junioren in der Spielzeit 2022/23 erneut nur eine einfache Runde absolvieren. Und Harink musste einigermaßen überrascht feststellen: Nach voraussichtlich 15 Spieltagen ist Mitte März wirklich Schluss.

„Wir hatten mit einer Hin- und Rückrunde und 30 Partien gerechnet“, sagt Harink. Der Verband begründet seine Entscheidung für eine einfache Runde mit dem Verweis auf die „größtmögliche Flexibilität, sollte es im Laufe der kommenden Spielzeit erneut zu pandemiebedingten Verzögerungen im Spielplan kommen“.

Harink hingegen rechnet vor, dass selbst in der laufenden Saison erst eine Partie auf Wunsch des Gegners coronabedingt verschoben werden musste. Der Preußen-Trainer meint: „Der Wettbewerb und die Drucksituationen bringen die Jungs weiter. Wir haben schon in dieser Saison versucht, das mit vielen Testspielen aufzufangen. Aber Pflichtspiele sind einfach etwas anderes.“

Bundesliga-Start im August, Ende bereits im März

Der DFB-Plan sieht den Saisonstart in A- und B-Junioren-Bundesliga am 14. August vor, am 4. Dezember (A) bzw. 11. Dezember (B) steht der letzte Spieltag vor der Winterpause an. Weiter geht’s für die U 19 am 5. Februar, für die U 17 am 26. Februar. Und schon am 11. März wäre Schluss.

Der Rahmenterminplan ist für eine 18er-Liga entworfen, die West-Staffeln in beiden Altersklassen gehen voraussichtlich aber nur mit 16 oder 17 Teams an den Start. Es dürfte also zusätzlich Luft in den Spielplan kommen. Dabei pausiert die A-Junioren-Bundesliga schon von Anfang September bis Anfang Oktober und nach nur einer Partie noch mal vom 9. bis zum 30. Oktober. Grund dafür sind die EM-Qualifikation der U-19-Nationalmannschaft sowie weitere Länderspiele und Lehrgänge, auch bei der U 18.

Der Verband gibt an, „Spieler schützen und eine Überlastung vermeiden“ zu wollen. Das Argument hält Harink mit Blick auf die gesamte Liga für hinfällig. Er sagt: „Der Blick geht dabei extrem auf die deutschen Nationalspieler, aber das sind nur zwei, drei Prozent aller Bundesligaspieler. Alle anderen muss man nicht schützen.“

Preußens U17 mit mehr Tests als Ligaspielen

Auch Moritz Glasbrenner, Trainer von Preußens U 17 denkt, dass man durchaus „mehr Risiko“ hätte gehen dürfen. „Man könnte lieber mehr Spieltage planen und am Ende nur 90 Prozent absolvieren als zehn Wochenenden ungenutzt zu lassen“, sagt er. Sein Team steht aktuell bei 15 Testspielen – und elf Bundesligapartien.

Der skeptische Blick eint sie: Preußen Münsters U-19-Coach Tobias Harink (l.) und Moritz Glasbrenner, Trainer der U17, halten den DFB-Beschluss, in der kommenden Saison erneut nur eine einfache Runde in den Nachwuchs-Bundesligen spielen zu lassen, für falsch. Foto: Wilfried Hiegemann (2)

Mit Blick auf den Herrenfußball – in der Regionalliga etwa stehen 38 Spieltage an – fragt Glasbrenner: „Worauf bereiten wir die besten deutschen Nachwuchsspieler mit 15 oder 16 Spielen pro Saison vor?“ Der SCP-Coach sagt: „Pflichtspiele sind aus Trainersicht durch nichts zu ersetzen – und die Saison 2022/23 ist bereits die vierte hintereinander, in der kein regulärer Spielbetrieb stattfindet.“

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