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Fußball: Regionalliga West

Preußen brauchen eine neue Effektivität – denn jedes Tor zählt

Münster

Für den Aufstieg benötigt Preußen Münster am Samstag gegen den 1. FC Köln II Tore, Tore, Tore. Bisher war ein eiskaltes Vorgehen vor dem Kasten nicht unbedingt die Stärke des Tabellenzweiten. Doch vielleicht hat sich der SCP das Beste für den finalen Akt aufbewahrt.

Von Thomas Rellmann

Eine von vielen, vielen ungenutzten Torchancen in dieser Saison: Deniz Bindemann hat gegen Homberg Pech. Foto: Jürgen Peperhowe

Um doch noch ­irgendwie den Aufstieg zu packen, benötigt Preußen Münster im Saisonfinale Schützenhilfe von RW Ahlen – oder einen Kantersieg über den 1. FC Köln II. Gerade am letzten Spieltag hat es in der Geschichte schon viele hohe Ergebnisse gegeben. Das Problem für die Adler ist erstens, dass Spitzenreiter RW Essen immer reagieren kann und zweitens, dass sie selbst in dieser Spielzeit nicht als gnadenlos im Umgang mit Torchancen aufgefallen sind.

Natürlich wird kein Trainer und kein Fan der Welt behaupten, dass sein Team restlos effektiv vor dem gegnerischen Kasten war. Gerechnet wird immer nur in eine Richtung. Dennoch war es in den vergangenen Monaten schon eklatant, was die Preußen – trotz hervorragender Ergebnisse – alles liegenließen. Vielen Gegnern war der SCP um Längen überlegen, aber richtig hoch fielen die Siege eben nicht aus. Zwei 4:0-Erfolge gegen den SV Straelen sowie einer beim FC Wegberg-Beeck sind die klarsten Resultate in der Statistik.

Köln ist kein Kanonenfutter

Einen knappen Essener Sieg über Ahlen vorausgesetzt, müssten es aber schon mindestens vier Treffer gegen die Kölner sein, die definitiv nicht zum Kanonenfutter der Liga zählen. Doch bereits im Hinspiel blieben beim 1:1 fünf, sechs Top-Gelegenheiten ungenutzt, ehe in der 90. Minute der Ausgleich fiel.

Die Liste lässt sich mit vielen Konjunktiven fortführen. Am dritten Spieltag gegen Lotte war das 2:0 viel zu knapp, zu Hause gegen RWE wurde ein 2:0-Vorsprung verschenkt, in Homberg langte es nur zum 2:2, Schalkes U 23 war so massiv überfordert, dass das 3:0 ebenso extrem niedrig wirkte wie das 3:1 gegen Lippstadt. Und all das sind noch beispielhafte Begegnungen aus der ersten Saisonhälfte.

Zahlreiche vergebene Chancen

Gegen Gladbach II kassierten die Preußen trotz langer Überzahl das späte 1:1, in Rödinghausen verpassten mehrere Spieler den fast sicheren Ausgleich, gegen Straelen blieben trotz 4:0-Endstand viele Chancen ohne Ertrag, genauso beim 2:0 über abgeschlagene Homberger und – ganz bitter – beim 3:3 gegen Lippstadt am Karsamstag, als Münster einen 0:2-Rückstand drehte, plötzlich 3:2 führte, fahrlässig Gelegenheiten vergab und noch das 3:3 bekam. Die jüngsten Erinnerungen beziehen sich auf Fehlschüsse gegen Fortuna Köln, in Oberhausen, gegen Uerdingen oder ganz frisch in Wiedenbrück. Es gab kaum einen Auftritt, bei dem nicht ein deutlich klarerer Endstand möglich gewesen wäre. Ohne natürlich zu ignorieren, dass auch viele Gegner und ebenso RWE bei weitem nicht alle Möglichkeiten im Laufe des Jahres verwerten.

Aus für SCP-Fanbeauftragten

Die Hoffnung vieler Preußen-Fans beruht darauf, dass die Essener diesmal den motivierteren Gegner erwischen und vor allem darauf, dass ausgerechnet im letzten Saisonspiel die Sorglosigkeit vor dem gegnerischen Kasten abgelegt wird. Denn eines ist auch klar: Ist der Knoten erst geplatzt, kann es trotz eines starken Gegners wie Köln auch mal schnell gehen. Möglicherweise haben sich die Münsteraner dann doch das Beste für den Schluss aufgespart.

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