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Fußball: A-Junioren-Bundesliga

Iran-Debüt: Preußens Sarrafyar auf den Spuren des Vaters

Münster

Preußen Münsters Shayan Sarrafyar streifte kürzlich zum ersten Mal das Nationaltrikot des Iran über. Wie es zum Debüt für die U20 kam und was sein Vater Farshad damit zu tun hat.

Von Jonas Austermann

Tauschte das grüne Preußen-Trikot gegen das rote der iranischen U 20: Shayan Sarrafyar (vorne, 2. v. r.) Foto: privat/Sarrafyar

Noch hat Shayan Sarrafyar die Fußstapfen seines Vaters Farshad nicht vollends ausgefüllt, aber der Mittelfeldmann aus der U 19 von Preußen Münster ist auf dem besten Weg.

Neun Tage weilte er zuletzt mit seiner Familie in der Heimat seines Vaters, er absolvierte mit der U-20-Auswahl ein Trainingslager und zwei Testspiele gegen Herren-Teams. „Ich bin sehr, sehr stolz auf mein Debüt – und auch darüber, dass meine iranische Familie mich im Trikot der Nationalmannschaft hat spielen sehen“, sagt der 18-Jährige.

Sarrafyar kommt an Auswahlverfahren vorbei

Am Anfang des Auswahlverfahrens standen rund 200 junge Kicker, die den Sprung in die Nationalmannschaft schaffen wollten. Runde für Runde spielten sie vor, immer wieder fielen ein paar durchs Sieb. Sarrafyar kam um dieses langwierige und zeitintensive Prozedere herum. „Über meinen Vater bestand schon länger Kontakt zum iranischen Verband. Eine Einladung zur U 17 ist aufgrund von Corona aber nicht zustande gekommen“, erzählt der Mittelfeldmann. Jüngst gab es die nächste Anfrage, Videos von Sarrafyar hatten die Verantwortlichen offenbar überzeugt.

Das SCP-Talent gehörte also gleich dem 30-köpfigen und finalen Aufgebot an, durfte das rote Trikot der iranischen Auswahl zweimal für jeweils 45 Minuten überstreifen. „Ich bin sehr zufrieden mit meinen Leistungen und habe auch von den Trainern gutes Feedback erhalten“, sagt der junge Mann, der daheim mit seinem Vater und deshalb fließend Persisch spricht. Das fußballerische Niveau, meint Sarrafyar, sei bei Irans U 20 durchaus mit der A-Junioren-Bundesliga vergleichbar.

Vater Farshad spielte mit Iran-Legende

Wie genau es für den Adlerträger, der seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat, nun weitergeht, ist noch offen. Die Mitspieler, die im Iran leben, finden sich regelmäßig zu Lehrgängen ein. „Ich kann aber nicht jedes Mal hin- und herfliegen, weil ich bei Preußen nicht zu viel fehlen will“, so Sarrafyar. „Wenn ein Turnier ansteht, muss ich noch mal Rücksprache mit dem Club halten.“

Shayan Sarrafyar hat seinen Vertrag bei Preußen Münster vor kurzem um zwei Jahre verlängert und wird nach dem zweiten U-19-Jahr noch im Herrenbereich für die Adlerträger auflaufen. Foto: Wilfried Hiegemann

Vorerst aber denkt er von Etappe zu Etappe: Als Altjahrgang möchte er beim SCP eine Führungsrolle übernehmen – und wer weiß, vielleicht steht Sarrafyar eines Tages ja für die A-Nationalmannschaft des Iran auf dem Platz. Genau wie sein Vater Farshad einst, im Übrigen mit der Torjäger-Legende Ali Daei.

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