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Fußball: Testspiel

Preußen-Sieg in Spelle fällt zu niedrig aus, liefert aber Erkenntnisse

Spelle

Der letzte Test, die letzten Eindrücke – Preußen Münster scheint gerüstet für den Saisonstart. Beim 3:0 beim SC Spelle-Venhaus fehlte nur die Effektivität. Wie die Startelf in einer Woche aussieht, lässt sich an vielen Stellen auch schon absehen. Dennoch gibt es umkämpfte Positionen.

Von Thomas Rellmann

Der Moment, der den SCP auf die Siegerstraße brachte: Jan-Hubert Elpermann foult im Sechzehner Manfred Kwadwo (rechts), den anschließenden Elfmeter verwandelte Andrew Wooten zum 1:0. Foto: SCP

Böse Zungen hätten behaupten können, dass sich an der Großzügigkeit im Umgang mit Tormöglichkeiten seit dem Saisonfinale wenig geändert hat. Und ja, Preußen Münster ließ bei der Generalprobe beim SC Spelle-Venhaus, die der Regionalligist 3:0 (0:0) gewann, gerade vor der Pause wieder extrem viel liegen, das alte Problem.

Für die Beteiligten und auch die meisten objektiven Beobachter überwogen letztlich aber die fußballerischen Aspekte, die aufgebrachte Geduld, der erkennbare Plan. „Spielkontrolle behalten, klar aufbauen, nicht die Nerven verlieren – darum geht’s“, sagte der neue Kapitän Marc Lorenz gelassen. Das gelang.

Hildmann: „Das erwartet uns öfter“

Der Oberligist aus Niedersachsen war ein guter Prüfstein, weil er fair agierte, aber diszipliniert und leidenschaftlich verteidigte und doch den Weg nach vorn suchte. „Genau das, was ich wollte“, so SCP-Trainer Sascha Hildmann. „Das wird uns öfter erwarten. Ein Gegner, der stark kämpft, den wir müde spielen müssen.“

Diese Idee ging weitgehend auf. Nachdem die Münsteraner die erste Hälfte klar diktiert hatten, fielen im zweiten Abschnitt auch die Tore. Für das 1:0 brauchte es aber einen Elfmeterpfiff. Der eingewechselte Manfred Kwadwo drang mit Dampf in den Strafraum ein und wurde von Jan-Hubert Elpermann (früher Preußen II) gefoult. Andrew Wooten verwandelte cool (61.) und ließ 90 Sekunden später das 2:0 per Kopf nach einer Flanke von Alexander Langlitz folgen (63.).

„In den ersten zehn Minuten nach der Pause war’s etwas ruckelig, dann kam der Dosenöffner“, sagte Hildmann. Gerrit Wegkamp legte noch mit Wucht aus wenigen Metern das 3:0 nach, weil ihm eine geklärte Hereingabe von Kevin Schacht vor den Fuß fiel (75.). „Das Engagement war top. Vor der Pause haben wir uns viel herausgespielt, hatten ein gutes Positionsspiel, und viel Pech“, so der Coach.

Sonderlob für Keeper Schulze Niehues

Das ging los mit drei guten Schussversuchen von Henok Teklab (3.), Lorenz (12.) und Yassine Bouchama (15.), die knapp über den Kasten strichen. Wooten traf den Pfosten (30.) und blieb an Keeper Mattis Niemann hängen (31.), auch Bouchama scheiterte am Aluminium (31.). Der Schlussmann parierte zudem einen Freistoß von Alexander Hahn (16.) und den Versuch von Shaibou Oubeyapwa (37.). Nach dem Wechsel zielten Bouchama (51.), Oubeyapwa (59., 72.), Kwadwo (70.) und Joel Amadi (84.) zu ungenau.

Zur Wahrheit gehört aber, dass Torwart Max Schulze Niehues auch zweimal eingreifen musste. Gegen den blanken Christoph Ahrens parierte er nach einem Bouchama-Fehlpass (12.) stark, nach einem Rückspiel von Hahn musste der 33-Jährige vor Torben Stegemann die Kugel von der Linie kratzen (31.). „Er ist einfach da, wenn wir ihn brauchen“, lobte Hildmann hinterher.

Zwei Aufstellungs-Fragen sind offen

Nun ist es ja so, dass sich im finalen Test vor dem Meisterschaftsbeginn der Blick gern auf die genaue Aufstellung richtet. Rückschlüsse auf die Startelf am Samstag gegen die SG Wattenscheid 09 waren erlaubt. Nicht auszuschließen, dass dieselbe Formation wie im Emsland beginnt.

Wobei sich der Coach noch Hintertüren aufließ. Zwischen Niko Koulis und Simon Scherder im Abwehrzentrum steht die Entscheidung noch aus, auf dem offensiven Flügel bieten sich mit Teklab, Oubeyapwa und Kwadwo drei Optionen für zwei Stellen an. „Da vorne wird’s eine ganz enge Geschichte“, so der Pfälzer.

Mit der Jokerrolle muss sich Wegkamp wohl begnügen, da Wooten mit seinen Laufwegen beeindruckt und den Torinstinkt längst wiedergefunden hat. Im Mittelfeld hängt viel davon ab, ob Thorben Deters, der sich am Samstag mit Corona abmeldete, fit wird. Bouchama und Darius Ghindovean, der eine Gelb-Rot-Sperre aus der Partie gegen Almelo abbrummte, sind die Kandidaten bei einem Ausfall.

SCP: Schulze Niehues – Langlitz (71. Amadi), Koulis (71. Scherder), Hahn, Lorenz (71. Schacht) – Kok (71. Grote) – Remberg (71. Kloth), Bouchama – Oubeyapwa (71. Bindemann), Wooten (71. Wegkamp), Teklab (46. Kwadwo)

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