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Fußball: Regionalliga West

"Kennen die Ausgangslage": Preußens Tanz auf zwei Hochzeiten

Münster

Preußen Münster hat wie in der Vorsaison im Westfalenpokal-Halbfinale gegen den SC Verl mit 3:0 gewonnen – wie im Vorjahr. In der Regionalliga West ist der SCP Tabellenführer, im Verbandspokal-Endspiel geht es gegen den SV Rödinghausen um den Einzug in die 1. Hauptrunde im DFB-Pokal. Die Mannschaft von Sascha Hildmann ist in Fahrt gekommen.

Von Alexander Heflik

Es regnete Bindfäden: Preußen Münster feierte dennoch den Einzug in das Finale des Westfalenpokals und widmete sich im Anschluss den 2326 Fans auf den Rängen. Foto: Jürgen Peperhowe

Heutzutage lautet die Frage oft etwas flapsig: Was geht? Bei den Preußen zum Beispiel. Als die Wochenmitte erreicht war, fiel die Bilanz ungefähr so aus: RW Essen hatte beim 1:1 in Oberhausen Punkte liegengelassen, schon gut. Der Baubeginn am so wichtigen und zukunftsweisenden Trainingsareal auf der Brachfläche hinter dem Preußenstadion ist zum Greifen nah, sehr schön. Das Westfalenpokal-Halbfinale gegen den Drittligisten SC Verl wurde eindrucksvoll mit 3:0 gewonnen, stark.

Anfang April wird man das Gefühl nicht los, dass die Adlerträger mehr als nur flügge sind. Sportlich waren das bewegende Tage für die Mannschaft von Trainer Sascha Hildmann, die in der Meisterschaft zuletzt 16 von 18 möglichen Punkten holten. Ein Tanz reicht den Preußen aber nicht, auch in den DFB-Pokal kann der Regionalliga-Spitzenreiter erneut hineingrooven. Gleich zwei Hochzeiten, und Münster swingt mit.

Alexander Langlitz als „Mann des Spiels“

Wie im Vorjahr wurde gegen die höherklassigen Gäste aus Verl gewonnen, mehr noch, es war eine echte Gala der Preußen. Als Deniz Bindemann nach 61 Sekunden zum 1:0 traf, nahmen die Dinge vor 2326 Zuschauern ihren Lauf.

Verls einzige Drangphase beendet Nicolai Remberg (39.) mit dem 2:0 – bemerkenswert war die Vorarbeit von Torwart Max Schulze Niehues. Weil der Ex-Preuße Aaron Berzel mit dem Pausenpfiff die Ampelkarte sah und Alexander Langlitz (52.) fast direkt nach Wiederanpfiff das 3:0 markierte, war es um Münster und Verl geschehen.

Mann des Abends in einer wirklich starken Preußen-Elf war dabei Langlitz. Er war an drei von vier Schlüsselszenen beteiligt, bereitete das 1:0 vor, erzielte höchstpersönlich das 3:0, und ließ sich auch im „Hahnenkampf“ mit Berzel nicht aus der Fassung bringen. Auch wenn es keiner sagen wollte, Langlitz hatte den Ex-Preußen entsprechend bearbeitet.

"Gegner wie Verl liegen uns sehr"

„Das hat etwas mit Mut zu tun, so zu spielen, wie wir es tun“, sagte der 31-Jährige. Und: „Gegner wie Verl kommen uns entgegen, solche Gegner liegen uns sehr.“ Denn Verl versuchte nicht zu mauern, sondern setzte gerade nach dem 0:1 auf die spielerische Variante. Der SCP aber agierte mit breiter Brust, sehr selbstbewusst und mit hohem Tempo.

Langlitz ist rechtzeitig zum Saisonfinale in Topform. Corona, sagt er, sei an ihm bislang vorbeigegangen. Körperlich fühle er sich richtig fit. Und: „Natürlich kennen wir die Tabelle, die Ausgangslage. Wir wollen das Beste daraus machen.“

Hildmann rutscht „in die 50“

Sascha Hildmann denkt genau so. Am Donnerstag feierte er einen runden Geburtstag, der Sieg tags zuvor kam genau passend: „So fällt es leichter in die 50 zu rutschen.“ Seiner Mannschaft zollte er ein großes Lob, vieles läuft aktuell nach Plan – außer vielleicht die Oberschenkel-Verletzung, die sich Thorben Deters zuzog.

Es war ein Pokalspiel, in dem „alles gepasst habe“, befand Remberg später. Selbst das Trikot von Joel Grodowski, das sich Münsters Mittelfeldspieler von seinem Ex-Kollegen abholte. Verl gab sein letztes Hemd.

Wobei vor der Partie am Sonntag in Schalke gegen die Zweitvertretung immer noch die Frage zu beantworten wäre: Was geht beim SCP? Die beste Antwort darauf lautet wohl: Eine ganze Menge, eine ganze Menge.

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