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Fußball: Preußen Münster

„Keine zweite Garde“: Youngsters brillieren gegen Bremen – Sorge um Deters

Rheine

Zweite Garde? Davon wollte Sascha Hildmann nichts wissen. Der Trainer von Preußen Münster sah aber seine jungen Kräfte beim 6:1 gegen Werder Bremen II im ersten Test in einer Form, mit der sie sich nicht vor den Arrivierten verstecken muss.

Auch Preußen Münsters Darius Ghindovean (l.) traf am Mittwoch beim 6:1-Sieg im ersten Testspiel der Wintervorbereitung gegen Werder Bremen II. Foto: Sven Rapreger

Von einem Luxusproblem zu sprechen, wäre vielleicht zu viel. Aber der 6:1 (2:1)-Sieg von Preußen Münster im ersten Test des Jahres gegen Werder Bremen II lieferte schon die Erkenntnis, dass die Adler im Augenblick aus einem riesigen Topf an Spielern schöpfen können. „Ich habe keine zweite Garde“, legte sich Coach Sascha Hildmann fest, obwohl natürlich im ersten Durchgang die Arrivierten und danach zumeist Talente zum Zuge gekommen waren.

„Das sind super Jungs, die sehr engagiert waren und ein tolles Spiel gezeigt haben“, so der Pfälzer. „Vor der Pause waren wir aber auch schon gut, gerade in den ersten 20 Minuten. Die Leistung war top, es hat sich bestätigt, dass alle fit sind, dass sie marschieren wollen. Es hat Spaß gemacht.“ Einzig die Verletzung von Thorben Deters in der Anfangsphase passte in Rheine nicht ins Bild. „Er hat mich voll am Knie erwischt“, sagte der Pechvogel zum Zweikampf mit Keeper Louis Lord, nach dem er raus musste (11.).

Einseitiges Duell – bis auf zwei Szenen

Das Duell der Regionalligisten aus dem Westen und dem Norden war ein einseitiges. Abgesehen von einer kurzen Phase Mitte der ersten Hälfte, als die Hanseaten pressten und zu einigen Angriffen kamen, ging es nur in eine Richtung. Schon zu Beginn reihte sich ein sehenswerter Spielzug an den nächsten beim SCP. Das 1:0 bereitete Gerrit Wegkamp mit einer Flanke vor, Nicolai Remberg vollstreckte per Kopf (8.) – und das an alter Wirkungsstätte im Schotthock. „Hier habe ich bis zur E-Jugend gespielt“, sagte der 22-Jährige, der in der Nähe der Anlage von Fusionsclub GW Amisia aufwuchs.

Nur Thomas Kok hatte bei den Preußen zwei unglückliche Szenen. Jascha Brandt, Bruder von BVB-Nationalspieler Julian, enteilte ihm auf dem Flügel, mit dem zweiten Griff an die Schulter im Sechzehner brachte der Niederländer ihn zu Fall – den Elfmeter verwandelte Jannic Ehlers (23.). Kurz darauf ermöglichte Koks Ausrutscher Dejan Galjen eine Möglichkeit, die Torhüter Max Schulze Niehues parierte (26.). Auf der anderen Seite erhielt auch der SCP einen klaren Strafstoß, nachdem Wegkamp Andrew Wooten bedient und Lord den US-Boy gefoult hatte. Marc Lorenz blieb cool – 2:1 (38.).

Nach der Pause wurde es beeindruckend

Richtig beeindruckend jedoch wurde es nach der Pause, in der Hildmann zehnmal wechselte. Später kam Kevin Schacht doch noch für den für Deters aufs Feld geschickten Yassine Bouchama, sodass nur Noah Kloth und Torwart Roman Schabbing ohne Einsatz blieben. Die junge Riege brillierte, hatte Spielfreude und einige Einfälle mitgebracht.

Auch Preuße Dildar Atmaca (l.) durfte gegen Werder Bremen II ran. Foto: Sven Rapreger

Deniz Bindemann bewies beim 3:1 nach schöner Kombination und Pass von Henok Teklab seine Qualität im Abschluss (62.). Dann rappelte es dreimal binnen vier Minuten. Erst vollstreckte Marvin Benjamins aus der U 23 (Hildmann: „Er bestätigt genau wie Elias Demirarslan, warum er oben angekommen ist“) nach Vorlage von Routinier und Antreiber Alexander Langlitz zum 4:1 (79.). Dann war Darius Ghindoven, der kurz zuvor (77.) den Pfosten getroffen hatte, nach erneutem Langlitz-Assist zur Stelle (81.), schließlich köpfte Bindemann eine abgefälschte Teklab-Flanke ins Netz (83.). Und es hätte sogar deutlich höher ausgehen können für die Münsteraner, bei denen auch Lukas Frenkert ein Gewinner war, weil er nach langer Verletzungspause eine Halbzeit lang mühelos mitmischen konnte.

SCP: Schulze Niehues (46. Müller) – Scherder (46. Frenkert), Kok (46. Koulis), Hahn (46. Demirarslan) – Oubeyapwa (46. Langlitz), Remberg (46. Ghindovean), Grote (46. Benjamins) – Deters (16. Bouchama/66. Schacht) – Wegkamp (46. Bindemann), Wooten (46. Atmaca)

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