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Fußball: Westfalenpokal

Heimrecht-Tausch abgelehnt: Preußen vor langem Weg zu RW Hünsborn

Münster

Neuland für Preußen Münster, im Westfalenpokal geht es zum Landesligisten RW Hünsborn. Deren Generalprobe gegen Gerlingen floppte beim 0:4. Münster bot den Heimrecht-Tausch an, Hünsborn setzt aber auf einen Gewinn dank Bratwurst und Getränken.

Dürfte am Mittwoch in Hünsborn Spielpraxis sammeln: Angreifer Deniz Bindemann (vorn) überzeugte zuletzt in der Reserve beim Auftaktsieg in der Oberliga gegen Erndtebrück. Foto: Jürgen Peperhowe

Nun ist der SC Preußen Münster in Sachen Westfalenpokal alles andere als unerfahren. Doch am Mittwoch gastiert der Fußball-Regionalligist in der ersten Runde bei einem Verein, gegen den er noch nie angetreten ist. Fast schon Neuland betritt der favorisierte Club aus Münster, wenn um 19 Uhr der Ball rollt auf der Anlage von RW Hünsborn. Das Clubhaus ist frisch renoviert, oberhalb der Anlage findet sich die auch für private Feste mietbare Waldfesthütte wieder, rund 250 Stehplätze sind überdacht. Früher hieß der Sportplatz mal Stadion am Löffelberg, bis zu 2000 Menschen fänden hier Platz.

„Der Termin ist nicht optimal für uns“, sagt Club-Chef Markus Schönauer. Denn in Wenden, wo der Verein beheimatet ist, findet bis Dienstag die Wendener Kirmes statt. Und alle Vereine vor Ort sind dort vertreten, beschäftigt, und, und, und.

Hünsborn verliert zum Saisonstart

Und nun folgt am Mittwoch auch noch das Spiel des Jahres für den Fußball-Landesligisten RW Hünsborn. Der Saisonstart daheim gegen FSV Gerlingen wurde allerdings mit 0:4 vor 300 Zuschauern verloren. Derbyzeit, der Aufsteiger war griffiger, Trainer Tim Schlabach hätte sich einen anderen Start in seiner dritten Spielzeit als Coach bei RW gewünscht. Nun kommt der SCP, vermutlich deutlich stärker als Gerlingen.

„In keinster Weise rechnen wir uns was aus“, sagt Schönauer und lacht. Von einer Pokal-Sensation träumt wohl keiner in Hünsborn. Also rein sportlich betrachtet. Die Preußen gehen als klarer Favorit in die Begegnung. Der Verein aus dem Fußballkreis Olpe rechnet sich eher etwas bei den Einnahmen aus. Münster ist mit 350 Fans angekündigt, 400 bis 500 werden aus Hünsborner Richtung erwartet. Schönauer sagt auch: „Wir hatten beim SCP angefragt, ob sie uns die Einnahmen überlassen.“ Wollten die Preußen dann nicht, auch wenn es sich bei der Teilung von Eintrittsgeldern in dieser Runde und bei vielleicht 800 Besuchern nicht um gewaltige Beträge handelt.

Klos und Security sorgen für Kosten

Schönauers Erklärung war einfach: „Wir haben zusätzliche Kosten durch Toilettenwagen oder Bereitstellung von Security.“ Die Polizei erwartet bei Auftritten der Preußen deutlich mehr Ordnungswesen als bei einem ordinären Landesliga-Spiel.

Wobei keine Völkerwanderung von Preußen-Fans gen Wenden zu erwarten ist. Denn einerseits kommt man mit der Bahn schlecht zum Spielort, abends praktisch gar nicht mehr zurück. Andererseits ist die A 45 bei Lüdenscheid gesperrt, die Umfahrung ist langwierig und nervend. Da kommen schnell zwei Stunden Überlandfahrt für eine Strecke zusammen. Vier Stunden hin und zurück sind keine Utopie, im Westfalenpokal, Runde eins. Puuuh.

Preußen bot Heimrecht-Tausch an

Ein Einnahmeverzicht der Preußen stand jedenfalls nicht zur Debatte. „Wir hatten den Wechsel des Heimrechts angeboten“, erklärte SCP-Sportchef Peter Niemeyer stattdessen. So wie es die Preußen schon häufiger mit unterklassigen Vereinen vorexerziert hatten. Möglicherweise wäre man Hünsborn bei den Einnahmen sogar noch entgegengekommen, wenn die Partie in Münster gespielt worden wäre.

Aber RW will nicht auf das Geld aus dem Verkauf von Getränken und Essbarem verzichten. Bei möglicherweise 800 Zuschauern kann das einem Landesligisten tatsächlich markant weiterhelfen. Also treffen sich die Beteiligten in Wenden auf einer Art Bezirkssportanlage. Echter Fußball, wahre Liebe.

So kurios gewann Hünsborn den Pokal

Kurios ist im Übrigen, wie Hünsborn Pokalsieger im Kreis Olpe wurde. Das Endspiel gegen den SV Rothemühle wurde nicht ausgetragen, der Bezirksligist zog eine lange geplante Mannschaftsfahrt dem Finale vor. Hünsborn wurde kampflos Pokalsieger. Rothemühle wurde im Übrigen für zwei Jahre aus dem Kreispokal ausgesperrt. Keine Gnade.

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