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Fußball: Regionalliga West

Preußen Münster lässt beim 0:0 gegen Rödinghausen erstmals Punkte liegen

Münster

Der Lauf ist gestoppt. Aufgrund einer mäßigen Vorstellung holte Preußen Münster zu Hause nur ein 0:0 gegen den SV Rödinghausen. Die harte Gangart des Gegners dienten nur bedingt als Erklärung für das maue Ergebnis.

Von Thomas Rellmann

SCP-Coach Sascha Hildmann konnte mit der Leistung seiner Elf gegen Rödinghausen nicht zufrieden sein. Foto: Sebastian Sanders

Nach sieben Siegen in der Vorbereitung, einem Pokalerfolg am grünen Tisch (und einem zweistelligen auf Westfalenebene) sowie optimaler Ausbeute aus den ersten vier Ligaspielen hat es Preußen Münster wieder erwischt. Erstmals in der Saison ließ der Tabellenführer Punkte liegen. Das 0:0 gegen den SV Rödinghausen, der kaum nach vorn spielte und harte Zweikämpfe führte, war eine erste kleine Enttäuschung. Für den Gast war es der erste Zähler.

„Wir wussten, dass es sehr physisch wird, haben das Spiel auch kontrolliert, sind nur leider nicht in unsere Abläufe reingekommen“, sagte Kapitän Julian Schauerte. „Das ist auf keinen Fall ein Rückschlag, das wirft uns nicht um“, meinte Stürmer Gerrit Wegkamp. Und Marcel Hoffmeier räumte ein, „dass wir nur schwer ins Spiel gefunden“ haben.

Mit dem erst am Mittwoch verpflichteten Debütanten Manuel Farrona Pulido vorne links für Thorben Deters (Muskelfaserriss) sowie Joshua Holtby im halblinken Mittelfeld für den geschonten Jules Schwadorf begann der Tabellenführer. Auch bei den Rödinghausern gab es eine Premiere: Der neue Trainer Carsten Rump saß erstmals an der Seitenlinie.

Vor den Augen des Ex-Preußen Fabian Menig (jetzt Hallescher FC) und von Christian Neidhart (Trainer RW Essen) räumte Gäste-Profi Mirko Schuster nach 120 Sekunden Holtby ab. Der Münsteraner spielte fortan mit Schmerzen am Rücken, sein Widerpart kam ohne Karte davon. Spätestens jetzt wusste jeder, was für eine knifflige Aufgabe es wird. Richtig unangenehm.

Holtby brachte noch eine Flanke an den Fünfer, die Jannik Borgmann auf den kurzen Pfosten köpfte (8.), dann noch die folgenden Ecke – danach war Schluss. Jan Dahlke kam schon in der zehnten Minute aufs Feld. Bitterer geht’s kaum, unter Tränen humpelte der 25-Jährige in die Kabine. Wegkamp ging für ihn zurück ins Mittelfeld, Dahlke in die Spitze.

Die bisher punktlosen Rödinghauser kannten in den Zweikämpfen keine Gnade, die erste Verwarnung gegen Aday Ercan nach 13 Minuten kam schon fast zu spät. Der Spitzenreiter kam nicht auf Touren, sah sich mit gleichsam gut verteidigenden Ostwestfalen konfrontiert und hatte nach vorn keine Lösungen. Dann aber, nach fast einer halben Stunde, knallte es plötzlich. Wegkamp spielte Farrona Pulido links im Strafraum frei, der zog gleich ab und traf den Pfosten, Patrick Choroba hatte noch leicht abgefälscht. Den Nachschuss nahm Dahlke auch noch Wegkamp vom Schlappen (29.). „Im Nachhinein ärgere ich mich natürlich sehr darüber, dass die Fußspitze noch dran war. Wenn wir in Führung gegangen wären, wäre es höher als 1:0 ausgegangen“, sagte Farrona Pulido.

Referee im Kreuzfeuer der Preußen

Referee Thibaut Scheer aus Essen geriet immer mehr ins Kreuzfeuer der Preußen. Er hatte keinen leichten Job in einem verbissenen, zähen und oft unterbrochenen Match, trug aber auch nicht zur Beruhigung bei. Für die Zuschauer war’s keine Augenweide. Der SCP scheute noch das letzte Risiko, auch wenn der SVR im Angriff ziemlich unsichtbar blieb. All das mündete kurz vor der Pause in vermehrten verbalen Provokationen der Gäste, auf die sich zumindest der eine oder andere Preuße einließ. Nicolai Remberg etwa oder auch der am Rand tobende Coach Sascha Hildmann.

Wer gehofft hatte, die Adler würden sich in der Pause sammeln und mehr Druck entwickeln, sah erst mal eher den Tabellenvorletzten im Vorwärtsgang. Doch ein lichter Moment von Remberg und dem flankenden Farrona Pulido hätte fast gereicht, im Zentrum rutschte Dahlke den Ball jedoch aus kurzer Distanz neben das Tor (54.). Schauerte hatte auch eine gute Schussgelegenheit (61.). Als die Partie so langsam wegzunicken drohte, fuhr Jonathan Riemer noch mal Simon Scherder an der Seitenlinie scharf in die Parade, hakelte noch etwas nach und bekam Gelb – wie der heranstürmende Keeper Max Schulze Niehues. Auf der anderen Seite verdiente sich Hoffmeier den Karton, als er Patrick Kurzen umtrat.

Münster träge wie seit Monaten nicht mehr

In den Sechzehnern passierte dagegen nicht mehr viel. Rödinghausen war vor allem darauf ausgerichtet, den Gegner zu entnerven. Die Münsteraner wirkten so träge wie seit Monaten nicht mehr. Ja, die Mannschaft ohne Punkt hatte ihnen den Zahn gezogen. Die Fans gaben alles, doch die Nummer war irgendwie festgefahren. Die allerletzte Aktion hätte den Nachmittag noch retten können. Die schöne Flanke von Marvin Thiel köpfte mit Luke Hemmerich der andere Joker aufs Eck, doch Keeper Alexander Sebald tauchte ab und rettete seiner Elf das Remis (90.+2).

Natürlich brach Hildmann nicht gleich den Stab über seine Truppe. „Kein Vorwurf, alle haben alles gegeben, sich verausgabt. Wir haben viel investiert.“

SCP: Schulze Niehues – Schauerte, Scherder (89. Thiel), M. Hoffmeier, Borgmann – Daube – Remberg, Holtby (10. Dahlke) – Teklab, Wegkamp, Farrona Pulina (77. Hemmerich)

SVR: Sebald – Choroba, Flottmann, Wolff, Langer – Schuster, Ercan – ten Voorde (57. Kurzen), Salman (69. Schaub), Riemer (90. Bravom Sanchez)– Kaiser (82. Haut)

Schiedsrichter: Thibaut Scheer (Essen)

Tore: keine

Zuschauer: 5161

Gelb: Scherder, Hildmann (Trainer), Schulze Niehues, M. Hoffmeier / Ercan, Salman, Riemer, Schuster

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