Fußball: Regionalliga

Preußen Münster meldet sich mit Sieg aus der Zwangspause zurück

Münster

Der SC Preußen Münster marschiert unbeirrt voran. Der 4:0 (1:0)-Erfolg des Fußball-Regionalligisten gegen den SV Lippstadt bescherte Münster das 16. Spiel in Serie ohne Niederlage. Ein starkes Stück, aber eben auch mit gestiegenen Ansprüchen: Trainer Sascha Hildmann war zumindest noch nicht restlos überzeugt und sieht noch Luft nach oben.

Alexander Heflik

Wie alles begann: Die Preußen jubeln über das 1:0 und den ersten Saisontreffer von Dennis Daube (3.v.r.) Foto: Jürgen Peperhowe

Die dreiwöchige Zwangspause hat der SC Preußen Münster gut verarbeitet. Es bleibt dabei, in diesem Jahr ist der Fußball-Regionalligist unschlagbar, gegen den SV Lippstadt wurde die Heimpartie mit 4:0 (1:0) siegreich gestaltet. „Ich erwarte keine Anlaufschwierigkeiten“, versprach Coach Sascha Hildmann vor dem Spiel – er wurde von seinen Mannen letztlich bestätigt, weil Dennis Daube (35.), Nicolaj Remberg (53.) und „Doppelpacker“ Deniz Bindemann (74. und 85.) standesgemäß lieferten und trafen.

Nach dem Erfolg blieb Hildmann reserviert: „Man hat die Spielpause schon gemerkt, der Sieg war verdient, die Tore fallen genau richtig, aber wir können das besser.“ Der Anspruch des SCP ist ein anderer als zu Saisonbeginn, 16 Begegnungen ohne Niederlage sind ein Pfund, das Selbstvertrauen ist enorm.

Schwungvoller Start

Die Preußen starteten mit Schwung und gleich einer ersten Chance für Joel Grodowski (5.). Das ging ja gut los, allerdings vergab Münsters Angreifer diese prächtige Chance zur Führung. Wenig später köpfte Gerrit Wegkamp (12.) gefährlich auf das Gäste-Gehäuse, weil die Ecke von Dennis Daube maßgeschneidert war. Doch wieder reichte es nicht zum Torjubel.

Lippstadt hält dagegen

Und Lippstadt? Der Tabellendrittletzte hielt gegen, war gewillt, nicht mit leeren Händen das Preußenstadion zu verlassen. Nach dem Warnschuss von Jan Lukas Liehr (14.) hatte der Gast nach 25 Minuten die Führung auf dem Fuß, weil Simon Scherder den Ball im eigenen Strafraum vertändelte – Valentin Henneke nahm das Geschenk nur halbherzig an, der SCP im Glück in dieser Aktion.

Münster nähert sich an

Wobei: Der SCP versuchte, sich den Abstiegskandidaten zurecht zu stellen, war überlegen, ohne zu glänzen, hatte aber erneut durch Grodowski, einen Schlenzer von Julian Schauerte (31.) und Wegkamp (33.) ein klares Chancenplus – nur der Ball wollte nicht ins Tor.

Daube löst den Knoten

Dennis Daube änderte das nach 35 Minuten, als er mit einem satten Schuss die Zweitverwertung nach einer vergebenen Langlitz-Chance erfolgreich zum 1:0 gestaltete. Das war schon verdient. Aber auch an dieser Stelle erhob Hildmann noch Einspruch: „Zufrieden war ich nicht. Lippstadt machte das gut, wir waren zu ungenau in vielen Sachen.“

Remberg sorgt für klare Verhältnisse

Doch der SCP steigerte sich, zeigte sich effektiv. Die erste Chance nach der Pause gehörte den Gästen. Und was für eine, als Henneke (50.) allein vor SCP-Keeper Dedovic zum Abschluss kam, aber den Ball verstolperte. Fast im Gegenzug dann die Vorentscheidung, weil Nicolai Remberg eine fast schon von Lippstadt vereitelte Langlitz-Chance zum 2:0 „abstaubte“. Bei der Rettungstat hatte Janik Steringer den Ball an die Latte geköpft, Remberg bedankte sich artig. Dann humpelte er vom Feld mit einer Blessur – Job gemacht, „Rambo“ Remberg halt.

Interview mit Marcel Hoffmeier

Marcel Hoffmeier und sein Bruder Kevin, der beim SV Lippstadt spielt und mit dem er gemeinsam heimfuhr, trafen erstmals nach längerer Wartezeit aufeinander.Warum haben Sie es den Fotografen unmöglich gemacht einen Zweikampf unter Zwillingen zu erwischen?Hoffmeier: Das haben sie wirklich nicht hingekriegt, oder? Wir sind uns aus dem Weg gegangen, spielen ja auch beide auf der rechten Seite. Wir gehen also im Guten auseinander, wie geplant.Trotzdem ein komisches Gefühl für Sie?Hoffmeier: Ja, das war definitiv so. Es war zwar irgendwie klar, dass es so kommen würde, je höher wir es im Profibereich schaffen. Das war ja auch bei den Bender-Zwillingen in der Bundesliga so. Aber seltsam war es schon.Tun Ihnen die Ex-Kollegen, die anfangs sehr gut mitgespielt haben, etwas leid?Hoffmeier: Ja, zumal sie in Essen ja auch zuletzt fünf kassiert haben. Neun Gegentore in zwei Spielen sind schon hart. Aber ich denke natürlich zuerst an uns. Wir haben uns anfangs schwergetan. Vielleicht waren die dreieinhalb Wochen Pause doch nicht so gut.

Trainer noch nicht überzeugt

Übungsleiter Hildmann jedenfalls sah, wie die Gäste sich wehrten: „Lippstadt hat nicht aufgegeben.“ Was wie ein Lob klang, das war dann aber auch die Feststellung, gerade gegen einen Abstiegskandidaten gewonnen zu haben. Bloß keine abgehobene Stimmung, den 4:0-Erfolg sortierte der 48-Jährige präzise ein: „Im Heimspiel gegen Köln müssen wir uns am Samstag steigern.“

Bindemann schnürt Doppelpack

Als der eingewechselte Deniz Bindemann seine Effektivität bei der Chancenverwertung nach 73 Minuten mit dem 3:0 unterstrich, war der allerletzte Zweifel am Preußen-Sieg zur Seite geschoben. Wobei Bindemann sich weiter nicht lumpen ließ und nach einem kapitalen Bock der Gäste auch noch das 4:0 markierte. Wie im Hinspiel also ein 4:0 für den SCP. Die Serie hält an.

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