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Fußball: Regionalliga West

Preußen-Doppelpacker beendet hitzige Schlussphase in Ahlen

Ahlen

Preußen Münster hat als bereits feststehender Herbstmeister der Regionalliga West bei RW Ahlen souverän gewonnen. Ein Doppelpacker macht im Westfalenderby alles klar, Sorgen bereitet ein neuer Verletzter.

Von Alexander Heflik

So sehen Sieger aus: Allen Grund zum Jubeln hatten in Ahlen (v.l.) Torhüter Max Schulze Niehues, die Routiniers Dennis Grote und Marc Lorenz sowie Nicolai „Rambo“ Remberg. Foto: Jürgen Peperhowe

Preußen Münster hat die unangenehme Hürde bei RW Ahlen übersprungen. Das Team von Trainer Sascha Hildmann gewann im Wersestadion nicht nur verdient, sondern auch überzeugend mit 3:0 (1:0). Andrew Wooten und Gerrit Wegkamp mit einem Doppelpack trafen für den bereits feststehenden Herbstmeister. Es war der vierte Sieg in den letzten fünf Partien. „Das war eine tadellose Leistung von unserer Mannschaft“, befand Trainer Sascha Hildmann. Einen Durchhänger seiner Spieler nach der Pause, als Ahlen zwei, drei richtig gute Chancen hatte, konnte er verkraften. Und: „Für mich war es eine Frage der Zeit, wann wir ein zweites Tor schießen.“ Ahlens Trainer Andreas Zimmermann erkannte die Überlegenheit des Tabellenführers an, trauerte aber nach der Pause dem durchaus möglichen Ausgleich hinterher: „Die Niederlage tut weh, im Derby umso mehr. Wir wollten Nadelstiche setzen, aber wenn man solche Chancen wie wir nach dem Wechsel vergibt … “

Münster startete mit der gleichen Elf, die zuletzt 0:1 gegen Wuppertal verloren hatte. Bei Ahlen hielten sich derweil Gerüchte, dass Trainer Andreas Zimmermann bei Niederlagen gegen Münster und eine Woche später in Wuppertal um seinen Job bangen müsste. Er brachte mit Jannik Borgmann und Cihan Özkara zwei Ex-Preußen in der RWA-Startformation – und zeigte sich später kämpferisch.

In der ersten Hälfte übernahmen die Gäste frühzeitig die Regie. Gleich ein Kopfball von Dennis Grote (3.) versprühte Gefahr. Ahlens einzige Chance blieb der Schuss von Felix Schlüsselburg (5.), wo SCP-Schlussmann Max Schulze Niehues nachfassen musste. Aber dann war es nur noch der SCP, der die Partie dominierte.

Münster mit Chancenplus

Münster erarbeitete sich auf dem nicht einfach zu bespielenden Rasen des Wersestadions Chance auf Chance, der SCP hatte den Ball und machte eine Menge daraus. Yassine Bouchama (19.), dann Nicolaj Remberg (25.) aus spitzem Winkel, noch ein Schuss von Remberg (26.), ehe Gerrit Wegkamp fast schon die Arme zum Jubel hochriss – Reithmeier klärte auf der Linie. 30 Minuten waren vorbei, und die Gäste drängten auf die längst hochverdiente Führung. Bouchamas Schlenzer nach 36 Minuten hätte es verdient gehabt, mit dem Torjubel gefeiert zu werden.

Wooten trifft zum 1:0

Doch es dauerte noch ein paar Augenblicke, ehe Andrew Wooten mit seiner fast schon ersten Aktion nach 38 Minuten eine Vorarbeit von Henok Teklab zum 1:0 verwertete. Teklab war ein steter Unruheherd auf der rechten Seite. Der SCP durfte vor seinem Anhang die Arme in die Höhe werfen, das 1:0 war sowas von verdient.

Was fehlte? Das 2:0, das 3:0 oder gar ein viertes Tor, auch weil Remberg (41.) und Wooten (44.), er hatte die vielleicht größte Chance der Partie, auch nicht das Spielgerät in die Maschen bugsieren konnten. Münster führte mit 1:0, aber das war genau das, was RWA eine Resthoffnung ließ. Der Spitzenreiter hatte bis dahin eindrucksvoll geliefert.

Ahlen wittert Morgenluft

„Lasst uns doch Fußball spielen“, forderte RWA-Coach Zimmermann von seinen Schützlingen in der Pause. Die zweite Halbzeit war nicht lange nicht so dominant vom SCP geführt. Einen Kopfball von Gerrit Wegkamp (49.) beantwortete Ahlen mit einem Schuss von Cihan Özkara (52.). Fünf Minuten später hatte Wegkamp im Doppelpack das 2:0 auf dem Fuß – und vergab. Die Hausherren witterten vor 2922 Zuschauern ihre Chance, und Patrik Twardzik (65.) vergab die größte Möglichkeit der Hausherren zum Ausgleich. Twardzik (70.) war es erneut, der unbedrängt hätte einschießen können, aber das 1.1 ausließ. Die Hausherren verzweifelten vor dem Tor. Doch die Begegnung wurde nun ausgeglichener, zumal mit Henok Teklab einer von Münsters Besten, verletzt ausgewechselt wurde.

Hitzige Schlussphase – Wegkamps Doppelpack

In der Schlussphase wurde es hitzig, plötzlich wackelte der SCP, Ahlen drehte auf. Münster hatte verpasst, für klare Verhältnisse zu sorgen. Münsters Kontern fehlte nun einiges, die Spielkontrolle ging verloren. Ahlen schnupperte förmlich am 1:1. Doch dann kam Remberg, Nicolaj Remberg, er gewann den Ball, fand Gerrit Wegkamp, der zum 2:0 vollendete. Marc Lorenz prüfte mit einem Freistoß noch RWA-Keeper Robin Brüseke, Grote versuchte es auch noch mal. Dann setzte sich der eingewechselte Shaibou Oubeyapwa auf der rechten Seite vehement durch, seine Vorarbeit nutzte Wegkamp zum Endstand. Münster hatte den Nachbarschaftsvergleich gewuppt. Die kurze Zeit auf Augenhöhe reichte RW Ahlen nicht.

Am Mittwoch spielt der SCP auf Schalke

Münster ist Tabellenführer und kann mit einem Punktgewinn oder gar Sieg am Mittwoch im Nachholspiel bei Schalke 04 II den Vorsprung auf den nun ersten Verfolger Wuppertal ausbauen. Jetzt sind es vier Punkte, es können bis zu sieben in der Wochenmitte werden. Gute Aussichten für die Preußen vor dem Abschluss der Hinrunde.

Einsatz-Bilanz der Polizei

Nach Spielende nahmen Polizisten beide Ultragruppierungen in Empfang und geleiteten sie aus dem Stadion. Die Münsteraner Gruppe wurde durch Kräfte der Bereitschaftspolizei bis zum Bahnhof geführt. Dort übernahmen Bundespolizisten die weitere Sicherung und Zugbegleitung bis nach Münster.

Beide Störergruppen versuchten im Bereich des August-Schmidt-Wegs aufeinanderzutreffen. Das wurde dort seitens der Polizei verhindert. Im Bereich des Europakreisels kam es zu einer kurzen verbalen Auseinandersetzung zwischen fünf Ahlener und fünf Münsteraner Anhängern. Die Polizei hat die Personalien der Beteiligten festgestellt.

Bereits mit Spielbeginn wurde im Ahlener Fanblock Pyrotechnik gezündet. Zum Ende der ersten Halbzeit auch im Preußenblock. Zu einer Provokation kam es zum Ende der zweiten Halbzeit durch das Verbrennen eines Schals von Preußen Münster im Ahlener Fanblock.

Nach Spielende nahmen Polizisten beide Ultragruppierungen in Empfang und geleiteten sie aus dem Stadion. Die Münsteraner Gruppe wurde durch Kräfte der Bereitschaftspolizei bis zum Bahnhof geführt. Dort übernahmen Bundespolizisten die weitere Sicherung und Zugbegleitung bis nach Münster.

Beide Störergruppen versuchten im Bereich des August-Schmidt-Wegs aufeinanderzutreffen. Das wurde dort seitens der Polizei verhindert. Im Bereich des Europakreisels kam es zu einer kurzen verbalen Auseinandersetzung zwischen fünf Ahlener und fünf Münsteraner Anhängern. Die Polizei hat die Personalien der Beteiligten festgestellt.

Ahlen: Brüseke – Holldack, Reithmeier, Borgmann, Tuma – Dej (78. Skoda), Schlüsselburg (78. Sezer) – Özkara, Twardzik, Bulut – Marzullo (69. Kaiser). – Trainer: Zimmermann. Ersatzbank: Kovac (Tor), Neicu, Pihl, Skrijelj, Gueye, Itter.

Münster: Schulze Niehues – Koulis (46. Scherder), Kok, Hahn – Teklab (65. Oubeyapwa), Remberg, Grote, Lorenz – Bouchama (58. Deters) – Wegkamp, Wooten (69. Bindemann). – Trainer: Hildmann. Ersatzbank: Müller (Tor), Ghindovean, Atmaca, Langlitz, Schacht.

Tore: 0:1 Wooten (38., Flanke Teklab), 0:2 Wegkamp (78. Pass Remberg), 0:3 Wegkamp (84., Pass Oubeyapwa). – Zuschauer: 2922. – Schiedsrichter: Thibaut (Essen). – Gelbe Karten: Özkara, Dej, Reithmeier / Koulis, Schulze Niehues

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