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Fußball: Regionalliga West

Preußen nicht nur vom Elfmeterpunkt besser als Düsseldorf II

Münster

Seit August hatte Preußen Münster zu Hause nicht mehr gewonnen. Dank einer stabilen Leistung gegen Fortuna Düsseldorf II befreite sich der Mitfavorit aus der jüngsten Negativspirale. Zum 2:0 steuerte aber auch Keeper Max Schulze Niehues mit einer Heldentat seinen Teil bei.

Von Thomas Rellmann

Unmittelbar vor der Halbzeitpause: Tor-Rückkehrer Maximilian Schulze Niehues pariert einen Foulelfmeter von Can Özkan großartig. Foto: Sebastian Sanders

Etwas Anlauf war notwendig, kleinere Schönheitsfehler blieben auch nicht aus. Doch mit einem unterm Strich reifen Auftritt hat Preußen Münster den Trend der vergangenen Wochen gestoppt. Das 2:0 (1:0) gegen Fortuna Düsseldorf II brachte fürs Erste Ruhe. Die drei Punkte, das Hauptziel des Tages, waren vollkommen verdient.

„Wir hätten auch locker ein, zwei Dinger mehr machen können. Aber danach fragt keiner, wenn man gewinnt“, sagte Nicolai Remberg. Torhüter und Elfmeterkiller Max Schulze Niehues betonte: „Es war noch nicht wieder alles so gut wie zu Beginn der Saison. Aber wir können dennoch sehr zufrieden sein.“ Dem schloss sich Coach Sascha Hildmann sofort an: „Wir haben etwas gebraucht, um reinzukommen, sind dann sicherer geworden und hatten die Spielkontrolle. Wir mussten jedoch hellwach bleiben. Nach der Pause wollten wir unbedingt aufs zweite Tor gehen, haben viel Engagement gezeigt. Die Chancenverwertung muss ich allerdings bemängeln.“ Dominik Klann, der erstmals seit Monaten wieder auflief, war einfach happy: „Es war toll, mal wieder zu spielen. Und mit einem Sieg ist das natürlich noch mal schöner.“

Die Hausherren begannen wieder mit dem gesundeten Max Schulze Niehues im Kasten, Vertreter Marko Dedovic fehlte seinerseits nun verletzt. Außerdem rückte Dominik Klann für Jules Schwadorf (Sehnenanriss) auf die Sechs sowie Jannik Borgmann für Simon Scherder (Faserriss) in die Dreierkette.

Ein paar Minuten brauchten die Preußen, sie staffelten sich etwas tiefer als sonst, ließen den Rheinländern ein paar Räume und wählten gezielt auch den langen Ball. Viele kleine Ungenauigkeiten erschwerten aber den Spielaufbau, wie auch der seifige Untergrund vor der Tribüne. Die Umschalthandlungen klappten zudem nicht wie gewünscht.

Ein gelungener Steckpass von Henok Teklab auf Luke Hemmerich leitete die beste Szene der Anfangsphase ein. Der Blondschopf gab die Kugel von der Grundlinie nach innen, doch Nicolai Remberg scheiterte frei an Keeper Dennis Gorka (16.). Der musste eigentlich rein.

Münster gibt den Ton an

Hemmerich (17.) und noch mal Remberg (19.) probierten es gleich wieder aus der Ferne, und ein Abseitstor von Gerrit Wegkamp zählte nicht (21.). Aber das Signal war gesetzt: Münster gab nach einer Viertelstunde den Ton an. Einzig die Unkonzentriertheiten der Abwehrspieler bereiteten Sorgen, zumal die Fortunen gut attackierten. Nach einer halben Stunde kamen sie auch zur ersten Chance, als Jona Niemiec gegen Robin Ziegele die Oberhand behielt und Tom Geerkens abzog. Sein Schuss senkte sich auf die Querlatte (31.).

Bis zur Pause entschleunigte sich die Partie eigentlich. Wobei die Schwachstellen der Preußen (Zweikampfverhalten in der Deckung und mangelnde Konterbewegung) bestehen blieben. Doch plötzlich gaben zwei völlig berechtigte Pfiffe der Partie wieder Feuer. Den Gastgebern kam ein eher unnötiges Foul von Nikell Touglo gegen Remberg zupass. Da es kurz hinter der Strafraumlinie stattfand, gab’s ohne Umschweife Elfmeter. Überraschend schnappte sich Teklab das Spielgerät – und verwandelte sicher (42.). „Ich habe einfach mal wieder das Selbstvertrauen gebraucht nach den letzten Wochen“, bekannte der Torschütze.

Aber die Schlusspointe der ersten Hälfte war das noch nicht. Borgmann patzte an der Mittellinie, dann ging es schnell. Marcel Hoffmeier konnte Tim Köther nur noch unfair bremsen. Den fälligen Strafstoß jedoch parierte Rückkehrer Schulze Niehues gegen Can Özkan großartig (45.+1). Die Fans quittierten die Parade mit langgezogenen Sprechchören für den Torhüter und begleiteten ihn und seine Kollegen so in die Kabine.

Wachmacher nach der Halbzeit

Den Wachmacher nach der Halbzeit lieferte Hemmerich, der einen beinahe fatalen Rückpass in die Füße von Niemiec schob. Der Abschluss des wuchtigen Angreifers aus spitzem Winkel flog vorbei (51.).

Insgesamt stabilisierten sich die Adler nach dem Seitenwechsel noch mal ein Stückchen. Ein guter Spielzug über Remberg, den flankenden Schauerte und Wegkamp, dessen Kopfball knapp vorbeisegelte (57.), hätte beinahe schon Entspannung gebracht. Noch näher dran war Alexander Langlitz. Eingesetzt von Schauerte, stellte sich ihm erneut Gorka glänzend in den Weg (59.). Spätestens Borgmann, den Langlitz freispielte, hätte diese beeindruckende Drangphase seiner Mannschaft krönen müssen, aber er verfehlte den Kasten deutlich (60.).

Wegkamp per Kopf zum 2:0

Die Rheinländer mussten irgendwann mutiger werden. Gefährlicher aber blieben die Versuche der Münsteraner, deren Offensivgeist sich in der zweiten Hälfte spürbar von links nach rechts verlagerte. Schauerte blieb zwar ebenfalls noch an Gorka hängen (69.). Doch Sekunden später war es passiert: Der gerade eingewechselte Thorben Deters flankte aus vollem Lauf und fand Wegkamp am Fünfer, der mit einem Klassekopfball den Schlussmann überwand.

Die Sache war durch, der Angriffswirbel der Münsteraner aber noch nicht beendet. Deters war mehrmals nah dran an seinem sechsten Saisontor, blieb aber zum Beispiel am Pfosten kleben (78.) oder schoss Gorka in die Arme (88., 90.+1). Die Düsseldorfer hatten zuvor noch einmal aufgemuckt, als Marcel Mansfeld das Außennetz traf (87.). Doch über 90 Minuten hatte der SCP seinen Gast bestens im Griff. Ein kurzes Durchatmen nach diesem Erfolg war erlaubt.

SCP: Schulze Niehues – Hoffmeier, Ziegele, Borgmann – Schauerte, Remberg, Klann, Hemmerich (82. Thiel) –Langlitz (65. Deters), Wegkamp (76. Bindemann), Teklab (87. Holtby)

F95: Gorka – Uchino, Touglo, Corsten (84. Siadas), Göckan (73. Zorn) – Özkan (87. Kuhinja), Geerkens (62. Mansfeld) – Hirschberger, Fink, Köther - Niemiec

Schiedsrichter: David-Markus Koj (Wegberg)

Tore: 1:0 Teklab (42./FE), 2:0 Wegkamp (69.)

Zuschauer: 4597

Gelb: Ziegele, Hoffmeier (5.) / Fink

Besonderes Vorkommnis: Schulze Niehues hält Foulelfmeter von Özkan (45.+1).

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