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Fußball: Regionalliga West

Preußen-Partie abgebrochen: Geht's bei 0:0 oder 0:1 weiter?

Gelsenkirchen

Niederlage in Aachen, das war ein erster Donnerschlag. In der Wochenmitte ging das Licht aus in Erkenschwick, Aus im Westfalenpokal. Nun kein Ende auf Schalke, eine Gewitterfront beendete die Regionalliga-Partie, die Hausherren führten mit 1:0.

Zweikampf im Regen: Alexander Langlitz und der Ex-Preuße Rufat Dadashov ringen um den Ball. Foto: Jürgen Peperhowe

Schiedsrichter Marc Jäger rückte in den Mittelpunkt. Der 25 Jahre alte Referee aus Euskirchen stand wohl vor der schwierigsten Entscheidung seiner noch jungen Laufbahn. Noch einmal alle zurückholen und weitermachen oder abschließend und vorzeitig abpfeifen. Seit gut 20 Minuten befanden sich die Spieler von Gastgeber FC Schalke 04 II und von Tabellenführer Preußen Münster in der Kabine. Eine mächtige Gewitterfront zog über das Parkstadion, Regen, Hagel, Wind.

Jäger beriet sich abschließend mit Michael Liedke, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses im Westdeutschen Fußball-Verband und auch im FLVW. Die Entscheidung war dann schnell gefällt. Als das Gewittersignal ein zweites Mal über das weitläufige Schalker Gelände tönte, wurde der Abbruch bestätigt. Die Partie zwischen Schalke II und Münster I wurde nach 27 Minuten beendet, die Hausherren führten zu diesem Zeitpunkt durch einen Treffer von Andreas Ivan (22.) mit 1:0. Die angereisten Preußen-Fans murrten kurz auf.

Niewöhner glaubt an Neuansetzung

Nicht nur die Wetterlage, sondern vermutlich auch der von den Regengüssen von Wasser getränkte Platz machte eine Fortführung der Partie unter regulären Bedingungen praktisch unmöglich. Und dann drehte sich die Frage sofort darum, wie diese Partie noch einmal ausgetragen wird. Sicher ist, dass die Begegnung wiederholt wird, allerdings nicht der Zeitpunkt des Anpfiffs. „Es beginnt bei 0:0 und wird über 90 Minuten gespielt“, glaubt Bernhard Niewöhner, der in Statuten feste frühere SCP-Geschäftsführer.

Niemeyer ist sich nicht sicher

Münsters Sportchef Peter Niemeyer war sich da noch nicht so sicher, er hatte prompt Rücksprache mit dem rechtlichen Beistand des SCP, Simeon Scheuermann von Duvinage Lawyers, gehalten: „Das ist nicht genau definiert in den Regeln. Wir werden die Entscheidung des Verbands abwarten müssen.“ Doch auch er glaubt an Niewöhners Version.

Kein Sieg für Schalke am grünen Tisch

Theoretisch kann es auch eine Fortsetzung der Partie bei einer 1:0-Führung der Hausherren nach 27 Minuten geben, der SCP hätte also noch den Rest der ersten Hälfte und eine komplette zweite Halbzeit die Möglichkeit, den Rückstand aufzuholen. Oder aber die Niewöhner-Variante kommt ins Spiel und damit eine komplette Neuansetzung der Begegnung. Was nicht passieren wird, ist, dass diese Begegnung mit 1:0 für Schalke gewertet wird.

Der grüne Tisch wird wieder einmal beim SCP eine Rolle spielen, so wie in der Vorsaison schon beim Wechselfehler des VfL Wolfsburg im DFB-Pokal, als der Erstligist einen sechsten Akteur einwechselte. Oder das Rückspiel bei RW Essen, als ein Böllerwurf nach 77 Minuten beim Spielstand von 1:1 zum Abbruch führte – Münster wurde vom Sportgericht der Sieg zugesprochen.

Dramatische Woche für den SCP

Damit liegt eine außergewöhnliche Woche hinter den Preußen. Die 2:4-Niederlage am vergangenen Samstag bei Alemannia Aachen war nicht nur das Ende einer großen Erfolgsserie von 22 Punktpartien ohne Pleite, sondern wirkte auf alle Beteiligten aus Münster wie ein Donnerschlag. Das kam überraschend. Dann folgte in der Wochenmitte die Partie im Westfalenpokal-Achtelfinale bei der SpVgg Erkenschwick, aus Sicht des SCP unter irregulären Bedingungen. Das Flutlicht glich einer Taschenlampenbeleuchtung, Münster legte keinen Protest ein, verlor am Ende im Elfmeterschießen mit 4:5 gegen den Westfalenligisten. Und nun die Partie im Rest des alten Parkstadions, wo es keinen einzigen überdachten Platz für Zuschauer gibt.

Fanzug verspätet in Gelsenkirchen

Die Partie begann sowieso nicht pünktlich, weil erstens der Zug mit den Preußen-Fans zehn Minuten Verspätung hatte und zweitens schon eine erste Gewitterwarnung eingegangen war – der Anpfiff erfolgte somit insgesamt 26 Minuten später als geplant. Dann kam der erste Regenguss, wieder etwas Sonne, dann das Gewitter und der Abbruch. Die Zuschauer wurden aufgefordert, sofort das Stadion zu verlassen. Die Mehrheit tat das auch. Wenig später war die Spielabsage endgültig. Die Sportgerichtsbarkeit in Duisburg ist nun gefordert.

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