1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Preussen-muenster
  6. >
  7. Preußen springen nach 6:1 in Düsseldorf an die Spitze

  8. >

Fußball: Regionalliga West

Preußen springen nach 6:1 in Düsseldorf an die Spitze

Düsseldorf

Tabellenführer! Der SC Preußen Münster ist zurück an der Spitze. Am Samstag kam der Regionalligist zu einem ungefährdeten 6:1 (3:0) bei der Reserve von Fortuna Düsseldorf.

Von André Fischer

Nach dem Kantersieg feierten die Spieler des SC Preußen Münster zusammen mit den nach Düsseldorf mitgereisten Fans. Foto: Jürgen Peperhowe

Kapitän Marc Lorenz (8.) und ein Doppelpack von Andrew Wooten (18./24.) ebneten den Weg zum klaren Erfolg vor 967 Zuschauerinnen und Zuschauern in den ersten 45 Minuten nach einem echten Feuerwerk. Im zweiten Durchgang legten Yassine Bouchama (66.) und Gerrit Wegkamp (81./90.) nach. Derweil unterlag Rödinghausen gegen Bocholt mit 0:1.

Bezirkssportanlage Flinger Broich. Hier wird Tradition geatmet. Ex-Nationalspieler Paul Janes gab dem Stadion seinen Namen – der Defensivspezialist war einer jener Kicker, die die Frühphase des deutschen Fußballs international prägten. 71 Länderspiele stehen in der Vita des Mannes, der von 1941 bis 1970 Rekordnationalspieler war. Auf dem Areal wurde manch episches Match gespielt, heute dient es der Jugend, der komplette Trainings- und Spielbetrieb des Nachwuchses, der „Helden“ von morgen, geht dort vonstatten. Und nicht uninteressant: Die Fläche ist als Trainingsstätte während der Europameisterschaft 2024 vorgesehen. Wer weiß, vielleicht gibt es dann für den einen oder anderen Kicker, der hier ausgebildet wurde, ein Wiedersehen.

Für die Preußen diente die Anlage in jedem Fall als gutes Pflaster. Eine Woche nach dem mühsam erkämpften 2:0 gegen den 1. FC Düren, das eine sieglose Serie von vier Pflichtspielen beendete, legten Nikolai Remberg und Co. den nächsten Dreier nach. Wichtige Zähler auf dem Weg zur Meisterschaft, der noch steinig genug werden dürfte. Dass es immer wieder Rückschläge geben kann, hat der SCP bei den Niederlagen in Aachen (2:4) und Oberhausen (2:3) am eigenen Leib bitter erfahren müssen. „Wir werden nicht jedes Spiel gewinnen“, hatte Trainer Sascha Hildmann schon vor der Saison prophezeit. Aber an diesem 29. Oktober konnte er mehr als zufrieden sein.

Trainer Hildmann zeigt Respekt vor Düsseldorf

Der 50-Jährige hatte seine Formation gegenüber der Vorwoche nur auf einer Position verändert. Für Shaibou Oubeyapwa durfte der wuchtige Gerrit Wegkamp ran. Münsters Trainer hatte großen Respekt vor dem Gegner: „Sie sind körperlich sehr präsent, wehren sich mit allem, was sie haben. Du musst richtig ackern, um sie zu besiegen.“ Davon war in den ersten 45 Minuten wenig zu sehen, die Platzherren waren vielmehr äußerst verwundbar. Nach munterem Beginn, Henok Teklab zwang Fortuna-Tormann Dennis Gorka zu einer Glanztat (5.), schnappte sich Routinier Marc Lorenz bei einem Freistoß aus gut 20 Metern die Pille. Und setzt sie in unnachahmlicher Art in den Giebel – 1:0 für die Preußen (8.). Das dritte Saisontor des Ex-Karlsruhers.

Preußen nach Düren-Spiel kaum wiederzuerkennen

Lorenz war fortan Dreh- und Angelpunkt, aber auch Teklab und Yassine Bouchama wirkten völlig losgelöst. Wie überhaupt das gesamte Kollektiv, Münster war kaum wiederzuerkennen gegenüber dem zähen Auftritt gegen Düren. Nach 18 Minuten war wiederum Lorenz am 2:0 beteiligt. Seine Ecke landete bei Niko Koulis, der aus zwölf Metern abzog. Irgendwie verhinderte ein Düsseldorfer Abwehrbein noch den Einschlag, ehe Andrew Wooten im Nachgang traf. Wahnsinn! Münsters Anhang feierte. Und freute sich sechs Minuten später über den Doppelpack von Wooten, als der nach einer feinen Kombination zwischen Remberg und Teklab vorzeitig alles klarmachte (24.). Und weil die Preußen einfach nicht genug bekamen, drängten sie auf den vierten Treffer, aber weder Wooten (29.) noch Remberg (41.), fair ausgebremst von Daniel Ndouop, nutzten ihre Chancen. Die einzige Möglichkeit der Fortuna bot sich unmittelbar vor dem Gang in die Kabinen Jona Niemiec, der knapp vorbeizog.

Alles gelaufen? Nun, die Führung spielte dem SCP in die Karten. Düsseldorf fand zwar besser ins Spiel und wirkte im zweiten Abschnitt längst nicht so ideenlos wie in den ersten 45 Minuten. Aber der Zahn wurde den Rheinländern relativ schnell gezogen, Yassine Bouchama nagelte das Leder nach einer Hereingabe des agilen Teklab unter die Latte (66.). Danach war Schluss für die beiden Preußen, denen Hildmann ein Päuschen gönnte, Thorben Deters und Alexander Langlitz durften auf die grüne Wiese.

Wegkamp macht den Deckel drauf

Sechs Minuten später kam die Fortuna zum nicht unverdienten Anschluss, als Mert Göckan nach einem Eckball goldrichtig stand (72.). Den Deckel drauf machte Wegkamp, der zunächst in Minute 81 fein bedient vom eingewechselten Deniz Bindemann zum 5:1 traf. Und in der Schlussminute von Daniel Ndouop beim Klärungsversuch eines langen Balles angeschossen wurde. Von Wegkamps Körper trudelte der Ball in den Düsseldorfer Kasten. Kurios. Was für ein Finale (90.).

Münster ist Spitze nach der überraschenden 0:1-Niederlage von Verfolger SV Rödinghausen gegen Aufsteiger 1. FC Bocholt. Am kommenden Sonntag führt die Reise ins Südstadion nach Köln zur Fortuna.

Fortuna Düsseldorf II: Gorka – Marcinek (59. Bird), Ndouop, Vukancic, Göckan – El-Faouzi, Geerkens – Brechmann, Seven, Monteiro (59. Kalonji) – Niemiec (86. Adamski)

Preußen Münster: Schulze Niehues – Koulis, Kok, Hahn – Grote (83. Ghindovean) – Teklab (68. Langlitz), Remberg, Bouchama (68. Deters), Lorenz – Wegkamp, Wooten (78. Bindemann)

Tore: 0:1 Lorenz (8.), 0:2 Wooten (18.), 0:3 Wooten (24.), 0:4 Bouchama (66.), 1:4 Göckan (72.), 1:5 Wegkamp (81.), 1:6 Wegkamp (90.)

Zuschauer: 967

Schiedsrichterin: Annika Kost (Münster)

Startseite
ANZEIGE