1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Preussen-muenster
  6. >
  7. Preußen in Ahlen erst wie die Hyänen, dann wie die Unschuldslämmer

  8. >

Fußball: Regionalliga West

Preußen in Ahlen erst wie die Hyänen, dann wie die Unschuldslämmer

Ahlen

Vier Punkte beträgt der Vorsprung des SC Preußen Münster auf den ersten Verfolger Wuppertal. Nach dem 3:0-Sieg bei RW Ahlen kann der Regionalligist mit einem weiteren Erfolg im Nachholspiel bei Schalke 04 II am Mittwoch das Winterpolster vergrößern.

Von Alexander Heflik

Feierstimmung nach Abpfiff: Preußen Münsters Kicker ließen sich nach Abpfiff von den mehr als 1000 Fans in Ahlen feiern. Den Herbstmeistertitel oder aber die Tabellensituation redet der Spitzenreiter der Regionalliga West derweil klein.  Foto: Jürgen Peperhowe

Praktisch alle machten mit und spielten für Preußen Münster. Freiwillige Geschenke waren das nicht, aber die Verfolger des Regionalliga-Spitzenreiters ließen Federn, stolperten, verloren.

Keine Sieger zwischen Borussia Mönchengladbach II und FC Schalke 04 II, das 1:1 ließ beide Vereine dennoch wie Verlierer aussehen. RW Oberhausen musste sich mit einem 1:1 gegen Aufsteiger 1. FC Bocholt begnügen, auch nicht so prall. Alemannia Aachen traf vor 9800 Zuschauern nicht ins Tor gegen den 1. FC Kaan-Marienborn, beide verloren Zähler auf den SCP. Nur der Wuppertaler SV, die Mannschaft der Stunde mit sechs Siegen in Serie, bezwang Fortuna Köln mit 2:0.

Rekordkulisse in Ahlen: 2922 Zuschauer

Das alles und noch viel mehr ließ die Preußen nach Spielschluss kalt. Gerade hatten sie vor 2922 Zuschauern im Wersestadion gegen RW Ahlen mit 3:0 (1:0) gewonnen. Die virtuelle Halbzeitmeisterschaft hatte das Team von Trainer Sascha Hildmann schon vorher im Sack. In Ahlen baute Münster dank Treffern von Andrew Wooten und von Gerrit Wegkamp (2) den Vorsprung auf fast alle Konkurrenten aus. Und dann steht ja noch das Nachholspiel am Mittwoch auf Schalke an, der Vorsprung auf Wuppertal könnte auf bis zu sieben Punkte anwachsen.

Herbstmeister.

Herbstmeister ist der SC Preußen Münster.

Halbzeittitel hat für Niemeyer keine Bedeutung

„Keine“, umriss Sportchef Peter Niemeyer die Bedeutung des offiziell nicht vergebenen Titels wortkarg. Den gleichen Kanon sang Doppel-Torschütze Wegkamp, der sogar noch einen Schritt weiter ging: „Ihr glaubt es mir ja nicht. Herbstmeister zu sein, ist mir völlig egal. Genauso, ob ich Tore schieße oder nicht. Hauptsache wir gewinnen.“ Er steht nun bei acht Treffern, falls er es nicht weiß. Trainer Sascha Hildmann trieb das Understatement auf die Spitze: „Das wusste ich gar nicht, dass wir schon Freitag Herbstmeister geworden sind.“ Wie Unschuldslämmer kamen die Preußen daher. Aber in Ahlen holten sie hyänenartig die Punkte.

Nach der Hinserie auf Platz eins zu stehen, ist eine Aussage, eine sportliche. Der Sieg im stets hitzigen Aufeinandertreffen mit Ahlen eine weitere. Gab es vor einer Woche den Rückschlag gegen Wuppertal (0:1), so war die Partie beim Nachbarn einer Spitzenelf würdig. Der SCP dominierte über weite Strecken.

Hildmann: „Tadellose Leistung“

Als er dann auch über das Spiel sprechen durfte, taute Hildmann an einem gleichermaßen sonnigen wie frostigen Nachmittag förmlich auf: „Das war eine tadellose Leistung. Gerade in der ersten Halbzeit waren wir sehr dominant. Das war mit das Beste von uns in dieser Saison.“ Seine Mannschaft ließ praktisch keine Angriffe der Hausherren zu, erspielte eine Vielzahl von Chancen.

Als Andrew Wooten nach Flanke von Henok Teklab („Es war eher ein Schuss von mir“) das 1:0 markierte, waren schon 38 Minuten vergangen und sechs exquisite Chancen vergeben – vor der Pause folgten noch zwei weitere Hochkaräter. Wo blieb das 2:0, 3:0 oder 4:0?

Vier Rückkehrer
auf der Bank

Der spielfreudige SCP ließ RWA auf einem holprigen Untergrund und einem wohl länger nicht mehr geschnittenem Rasen nun aber weiter träumen – den Albtraum hätten die SCP-Angreifer den Hausherren vor der Pausen verpassen müssen.

RW Ahlen „muckt“ auf

Nach dem Wechsel „muckte“ Ahlen deshalb auf, und fast hätte es ein böses Erwachen für den Spitzenreiter gegeben, als Patrick Twardzik zwei Riesenchancen zum Ausgleich ausließ. „Wir haben uns wieder gefangen“, meinte später Nicolai Remberg. Er pflügte unwiderstehlich durchs Mittelfeld, als der SCP zu kontern begann und bereitete nach einem Ballgewinn gegen Felix Schlüsselburg das 2:0 durch Wegkamp (78.) stilvoll vor. Wenig später erhöhte der 29-Jährige nach Pass von Shaibou Oubeyapwa auf 3:0. Durchhänger rechtzeitig beendet. Hildmann meinte nur: „Das 2:0 war für mich nur eine Frage der Zeit.“

Dann ging es zurück nach Münster, Mittwoch steht das schwere Nachholspiel im Schalker Parkstadion auf dem Programm. Ein Sieg, und zumindest der Preußen-Anhang dürfte noch süßer träumen. Trainer und Spieler interessiert das nicht. Sagen sie – glaubt eh nur keiner ...

Startseite
ANZEIGE