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Fußball: Regionalliga West

„Das zieht sich durch“: Woran es bei Spitzenreiter Preußen hakt

Münster

Die ersten Wochen dieser Saison liefen wie geschmiert für Preußen Münster. Doch nun ist der Spitzenreiter ins Stocken geraten. Nach vier sieglosen Spielen (inklusive der abgebrochenen Partie auf Schalke) stellt sich die Frage, ob etwas verkehrt läuft.

Kritische Blicke bei Preußen Münster: Sportchef Peter Niemeyer, Co-Trainer Louis Cordes und Chefcoach Sascha Hildmann (v. l.) am Samstag beim Regionalliga-Spiel gegen den 1. FC Kaan-Marienborn Foto: Jürgen Peperhowe

11:0 Ecken, das hört sich erst mal nach deutlicher Überlegenheit an. Die ließ sich auch nicht wegdiskutieren beim 1:1 von Preußen Münster gegen den 1. FC Kaan-Marienborn. Dennoch brachten diese und auch alle anderen ruhenden Bälle unmittelbar kaum Gefahr, abgesehen vom Kopfball von Dildar Atmaca in der Nachspielzeit. Der Tabellenführer hat seine Zielstrebigkeit verloren. Nicht erst am Samstag.

„Es zieht sich ja schon durch die vergangenen Wochen“, sagt Routinier Dennis Grote. „Bis zum Sechzehner spielen wir gut, aber dann finden wir zu wenig Lösungen für die 100-prozentigen Chancen.“ Der 36-Jährige verriet auch, dass das Problem bereits vor dem Remis gegen die Siegerländer im Training thematisiert wurde, weil es etwa beim abgebrochenen Spiel auf Schalke aufgetreten war. „Das hat sich ja nun fortgesetzt, daran müssen wir arbeiten.“

Hildmann: „Das ist noch mal anspruchsvoller“

Grote fand deutliche Worte, suchte nicht nach Entschuldigungen, auch wenn der Sieg natürlich verdient gewesen wäre. „Die Ergebnisse zuletzt sprechen schon dafür, dass nicht alles rund läuft. Wir haben jetzt zwei-, dreimal nicht gewonnen und auch mehr Tore als vorher bekommen. Es ist wichtig, dass wir Wege finden, um wieder effizienter zu werden.“ Grundlegende Änderungen hält der Mittelfeldspieler aber nicht für nötig. „Es haben ja alle schon nachgewiesen, dass sie dazu in der Lage sind.“

Trotzdem oder gerade deshalb steigt der Druck. Auch auf Coach Sascha Hildmann, der bewusst seine Spieler nicht ins Kreuzfeuer nahm. „Richtig zwingend waren wir nicht“, räumte er jedoch ein. Ähnlich hatte er sich in der Vorwoche auch schon geäußert. Dabei ist die Spielanlage der Preußen nach wie vor hochwertig. „Davor haben auch alle Respekt“ sagt der Coach. „Aber in der Box brauchen wir dann noch mehr Qualität. Da muss der Pass kommen, da muss die Entscheidungsfindung die richtige sein. Das ist eben noch mal anspruchsvoller als das Übergangsspiel.“

Preußen-Tief zieht sich durchs ganze Team

Eine konstant starke Form weist in diesen Wochen gerade in der Offensive niemand auf. Thorben Deters hatte mal einen guten Auftritt, Gerrit Wegkamp auch – aber eben noch nicht öfter. Henok Teklab war nun krank, nach seiner Drei-Tore-Gala Anfang September gegen Köln und anschließender Verletzung aber auch nicht mehr so auffällig. Andrew Wooten brauchte nach vierwöchiger Zwangspause erst mal Anlaufzeit.

Shaibou Oubeyapwa ist am ehesten noch auf dem nötigen Level unterwegs. Nicolai Remberg und Yassine Bouchama haben als Achter zwar gute Momente, standen aber beim Ausgleich unfreiwillig Pate. Grote war diesmal stabilster Münsteraner, hatte allerdings etwa in Aachen keinen guten Tag. Kapitän Marc Lorenz sucht aktuell seine Top-Form des Sommers, und so zieht es sich eben durch die gesamte Mannschaft. Ein Tief, noch nicht unbedingt eine Krise.

Preußen vor Schlüsselspiel in Oberhausen

Ziemlich genau zur gleichen Zeit ließen die Preußen auch in der vergangenen Saison viele Punkte liegen. Das wird Zufall sein, aber die Rolle ist nun eine andere. Der SCP ist der Top-Favorit, hat den besten Kader, den wohl höchsten Etat und wird von allen gejagt. 2021/22 wurde RW Essen noch als das Nonplusultra wahrgenommen. Hildmann hat schon häufiger anklingen lassen, dass es nicht gerade angenehm sei, dass alle Gegner gegen seine Mannschaft noch einen Tick motivierter sind. Könnte was dran sein, gehört aber zum Geschäft.

Die Partie bei RW Oberhausen am Sonntag wird zweifellos ein Schlüsselspiel. Die Niederrheiner sind gut drauf, schielen längst auch wieder nach oben. Der SV Rödinghausen hatte Platz eins sowieso immer im Blick, und als Überraschungsteam hat sich die Schalker U 23 nun noch vorne eingemischt. Die Angriffe auf die Spitze werden kommen.

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