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Fußball: Oberliga

SC Preußen II liefert gegen Vreden das nächste Drama - samt Happy End

Münster

Der SC Preußen Münster II feiert im zweiten Oberliga-Heimspiel erneut einen 4:2-Sieg. Gegen die Spielvereinigung Vreden gibt das Team von Kieran Schulze-Marmeling erst ein 2:0 aus der Hand, schlägt aber in Unterzahl zurück.

Von Thomas Austermann

Mit 24 Jahren einer der Reiferen beim SC Preußen Münster II: Kapitän Marius Mause (li.) organisiert das Spiel der Adlerträger als Abwehrmann. Hier gewinnt er das Kopfballduell gegen Vredens Nicolas Ostenkoetter.  Wilfried Hiegemann Foto:

Zum zweiten Mal lieferte Oberligist Preußen Münster II ein torreiches Heimspiel zwischen Drama und Spektakel: Wie gegen Hamm gab es gegen die Spielvereinigung Vreden ein 4:2 (2:2) mit spielerischer Klasse und Leidenschaft pur im wechselvollen Duell. Dass die letzte halbe Stunde in Unterzahl überstanden werden musste, schien die enorm willensstarke junge Truppe nur anzustacheln. In dieser Phase entschied sie die Partie.

Bemerkenswert, wie schnell einige dem Juniorenalter entwachsene Spieler den Sprung ins harte Oberligageschäft gepackt haben. Um zwei zu nennen: Marvin Benjamins, der schnelle und technisch starke offensive Außen, und Innenverteidiger Jano Ter-Horst, der stellungsstarke wie aufmerksame Zweikämpfer. Samstag stand er im Kader der Regionalliga-Ersten, tags drauf klärte er etliche Situationen, als wäre nichts gewesen.

Schulze-Marmeling: "Leider kam die wilde  Phase"

„Die Mannschaft belohnt sich für ihre tolle Moral und den Ansatz, immer spielerische Lösungen zu suchen“, lobte Trainer Kieran Schulze-Marmeling. „Wir haben das auch gegen Vredens starkes Pressing geschafft.“ Abwehrmann und Kapitän Marius Mause (24) sowie Sechser Pascal Koopmann (31) halten die Youngster-Band zusammen, die blitzschnell vorlegte und mit Tempo den körperlich überlegenen Gast überraschte. Eine Benjamins-Flanke nahm Francesco Di Pierro zum 1:0 ab (3.), nach Foul an Koopmann wuchtete Benjamins den Freistoß direkt ins kurze Eck (18.). Im 3-5-2-System suchte die Elf die Tiefe und kam zu noch mehr Szenen.

„Leider kam die Phase, in der wir zu wild nachgesetzt und zu viel Druck ohne Absicherung ausgeübt haben“, sagte Schulze-Marmeling zur Wende im Spiel. In der Abwehr patzte Münster gegen den 1:2-Torschützen Nicolas Ostenkötter (32.) und den nach Ecke einköpfenden Abwehrmann Bernd Verwohlt (38.). Vreden hatte den offenen Schlagabtausch angenommen, wirkte robuster und holte die zweiten Bälle. Weil Spielleiter Jonas Fischbach (Freudenberg) zu spät einschritt, agierten manche Vredener beinhart und ein paar Mal rücksichtslos gegen den Mann.

Can Pohl fliegt - Preußen dreht auf

SCP-Stürmer Nick Selutin traf an den Pfosten, gegen Vredens Chance rettete Can Pohl auf der Linie – und in Halbzeit zwei ging es direkt weiter mit dem Wechselbad. Pohl foulte zweimal und sah Gelb-Rot (61.). Die neun Feldspielerkollegen agierten fortan im 4-2-3-System, hielten vorne aber kaum noch die Bälle. Einer aber doch: Benjamins nahm einen weiten Diagonalball von Kerem Sengün perfekt an, zog los und traf (83.). Vreden rannte noch einmal an, aber die von Wechseln aufgefrischte Preußen-Elf setzte durch Lukas Ayyildiz, der von Luis Frieling bedient wurde, den Schlusspunkt zum 4:2 (88.).

„Ohne Drama geht es nicht bei uns“, sagte Schulze-Marmeling, der es „ganz normal“ fand, „dass einer Elf nach einem 2:0 auch mal die Ordnung verloren geht. Das passiert“.

SCP II: Westphal – Mause, Ter-Horst, Pohl – Benjamins, Koopmann (64. Demiraslan), Rüschenschmidt, Sengün – Di Pierro (83. Ayyildiz) – Selutin (60. Heering), Schacht (86. Frieling)

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