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Fußball: Regionalliga West

Spitzenspiel ohne Sieger - Preußen Münster trennt sich 1:1 von Borussia Dortmund II

Münster

Punkteteilung im Spitzenspiel der Regionalliga West: 1:1 endete die Partie des Tabellenführers Borussia Dortmund 2 beim Verfolger Preußen Münster. Nach Abpfiff zeigten sich die Trainer beider Teams durchaus zufrieden mit der Darbietung ihrer Mannschaften und dem Spielausgang.

Thomas Rellmann

Intensive Gemengelage im Mittelfeld: Münsters Nicolaj Remberg (rechts) wird von Alaa Bakir gestoppt Foto: Jürgen Peperhowe

Sieg über RW Essen, Punktgewinn gegen Borussia Dortmund II – der SC Preußen Münster hat den beiden ersten Aufstiegsanwärtern in der Rückrunde die Zähne gezeigt. Und Trainer Sascha Hildmann konnte sich über ein Remis zum 49. Geburtstag freuen. „Die Mannschaft hat mir ein Geschenk gemacht“, freute er sich über die Leistung seiner Schützlinge.

Das 1:1 (1:1) gegen Spitzenreiter Dortmund war hochverdient. Den Rückstand durch Kolbeinn Finnsons (9.) glich Gerrit Wegkamp (12.) postwendend aus. 14 Partien ist die Mannschaft von Trainer Sascha Hildmann nun ungeschlagen und in der Rückrunde gemeinsam mit dem BVB II der Maßstab in der Regionalliga West. „Spitzenreiter, Spitzenreiter hej,hej“, so jubelten die Dortmunder, als ob sie in Münster den Titel schon gewonnen hätten.

Auch Dortmunds Coach Enrico Maaßen war rundum zufrieden: „Das 1:1 war gerecht. Das war das erwartet schwere Spiel auf schwierigem Grund.“ Der BVB habe gut verteidigt, er sei nicht traurig über die Punkteteilung – das klang nach Respekt vor dem wiedererstarkten SCP, dem Rangdritten.

Wegkamp nach Verletzungpause direkt in der Startelf

Münster hatte, zumindest etwas überraschend, Mittelstürmer Gerrit Wegkamp nach überstandenen Oberschenkelproblemen in der ersten Elf. Zudem war auch Okan Erdogan erste Wahl, weil der gesperrte Alexander Langlitz ersetzt werden musste.

Die Partie begann furios. Als Kolbeinn Finnsson nach neun Minuten zum 1:0 traf, machte Münsters Verteidiger Marcel Hoffmeier am langen Pfosten nicht die beste Figur. Doch der SCP antwortete im Stil einer Spitzenmannschaft keine drei Minuten später. Einen Freistoß von Dennis Daube bugsierte Gerrit Wegkamp zum 1:1 ins Tor. Ein bisschen Kopf, ganz viel Schulter war dabei, es hätte auch Brust oder Keule sein können – Hauptsache der Ausgleich. Hildmann: „Gerade vor der Pause ist vieles im taktischen Bereich so aufgegangen, wie wir es uns vorgestellt haben.“

Und der SCP legte gerade durch Joel Grodowski nach. Also nicht mit dem Erfolg eines Treffers, aber Münsters Nummer 9 hatte zwei große Einschussmöglichkeiten. Erst hätte er fast ein schönes Solo zur Führung vollendet, dann konnte er einen tollen Pass von Wegkamp (22.) nicht verwerten. Grodowski wie immer brandgefährlich, aber auch wie so oft ohne die allerletzte Konsequenz beim Abschluss.

Personelle Veränderungen

Erdogan und Wegkamp in der Startelf

Eine Verdichtung des Zen­trums hatte SCP-Trainer Sascha Hildmann bei seiner Aufstellung im Sinn. Aus dem 3-4-3 zuletzt gegen Straelen wurde ein 3-5-2 – also nur eine veränderte Nuance. Okan Erdogan rückte für den gesperrten Alexander Langlitz ins Team und spielte mit dem rechtzeitig genesenen Dennis Daube und Nicolai Remberg in einer Art Dreieck.

Vorne formierten sich zwei Stürmer, von denen einer Gerrit Wegkamp hieß. Der Angreifer hatte seine Oberschenkelverletzung überwunden und kam für A-Junior Deniz Bindemann zum Zug. Roshon van Eijma stand nach seiner Länderspielreise mit Curaçao und anschließender Quarantäne wieder im Kader.

Schwierige Wetterbedingungen

Der SCP drängelte jetzt, übernahm das Zepter und stand sich nur einmal selbst im Weg, als Jannik Borgmann ein Rückpass misslang und Richmond Tachie erst im letzten Moment von Simon Scherder gestoppt werden konnte.

Das alles passierte, als der April mit einer ruppigen Note mal so richtig aufdrehte mit Schnee, Hagel und Wind. Der SCP genoss den leichten Vorteil, mit dem Wind im Rücken angreifen zu können – wobei Genuss etwas anderes beim Fußball ist. Schiedsrichter Kevin Domnick kannte keine Gnade und schickte die Teams nicht kurzfristig in die Katakomben. Als plötzlich der Wind abflachte und die Abendsonne auftauchte, beruhigte sich das Geschehen. Der Spitzenreiter hatte den ersten Sturm und Drang der Hausherren überstanden.

Nicolai Remberg und Joel Grodowski (54.) hatten nach der Pause die erste große Doppelchance zur Führung. Im Gegenzug lag ein Elfmeter in der Luft, als Jannik Borgmann den BVB-Akteur Haymenn Bah-Traore grenzwertig im Strafraum traf, wenig später scheiterte Steffen Tigges an SCP-Torwart Max Schulze Niehues.

Gerechtes Endergebnis

Das Spiel blieb weiter intensiv, aber ohne die ganz großen Torszenen, vielleicht hatten die Hausherren einen leichten optischen Vorteil. Voll ins Risiko gingen die Borussen andererseits auch nicht – ob sie wussten, dass RW Essen auf dem besten Weg war beim SV Rödinghausen (1:1) entscheidend Feder zu lassen?

Dann die Preußen, der eingewechselte Jules Schwadorf mischte die rechte Seite auf, doch Remberg kam nicht zum Abschluss. Wenig später köpfte Borgmann gefährlich auf das BVB-Tor. Wenige Minuten vor Schluss hätte das der Siegtreffer sein können.

Einen Tacken näher am Sieg: Vielleicht der SCP. Aber, am Ende des Tages, ein Unentschieden der besseren Kategorie, ein Remis, mit dem beiden Seiten leben konnten. Der BVB ist auf dem Weg in die 3.Liga. RW Essen bleibt wohl nur Rang zwei.

Interview mit Gerrit Wegkamp

Nach zehntägiger Pause wurde Gerrit Wegkamp auf den Punkt fit fürs Spitzenspiel und traf auch gleich.

Wie hat Ihr Oberschenkel den Einsatz nach der Auszeit verkraftet?

Wegkamp: Alles in Ordnung. Ich hatte keine Probleme, bin rechtzeitig wieder ans Laufen gekommen. Am Samstag haben wir hier noch eine legendäre Einheit im Stadion an den Tag gelegt. Athletiktrainer, Physio, Zeugwart und ich. Danach war klar, dass ich es riskieren kann.

Wie haben Sie Ihr Tor erlebt? War das Kopf, war das Schulter?

Wegkamp: Da bin ich ganz ehrlich, ich habe mir den Ball irgendwie auf meine Schulter geköpft. Aber oft sind es ja die Bälle, die man gar nicht richtig trifft, die am Ende reingehen. Da hatte ich sicher auch das nötige Quäntchen Glück.

Sind Sie mit dem Punkt gegen den Spitzenreiter letztlich zufrieden?

Wegkamp: Ich denke, das Ergebnis ist gerecht. Wir nehmen den Punkt mit, auch wenn wir uns drei vorgenommen hatten. Der BVB hat ja keine schlechte Mannschaft. Wir aber auch nicht. Gerade in der ersten Hälfte hatten wir viele Ballgewinne, da hätten wir sogar noch die eine oder andere Chance mehr haben können. Wir sind auch nach dem Rückstand weiter draufgegangen. Nach der Pause hat Dortmund dann etwas mehr Sicherheit erhalten.

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