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Fußball: Regionalliga West

Ex-Preuße Küsters geht – über die Wupper nach Köln?

Münster/Wuppertal

Preußen Münster spielt an diesem Samstag nicht. Zumindest ein Ex-Preuße sorgt dennoch in der Regionalliga für Aufregung. Wuppertals Sportchef Stephan Küsters verlässt den Club nach knapp drei Jahren mit sofortiger Wirkung.

Wuppertals sportliche Leitung ist Geschichte: Stephan Küsters (links) und Gaetano Manno bei einer Spielbeobachtung des SC Preußen. Foto: Jürgen Peperhowe

Der Wuppertaler SV legte besonderen Wert auf die Feststellung, dass das kein Aprilscherz sei: „In der abgelaufenen Woche hat der sportliche Leiter Stephan Küsters den Verantwortlichen des WSV mitgeteilt, dass er den Verein zum Saisonende verlassen wird und seinen Vertrag gekündigt hat. Nach intensiven Gesprächen wurde vereinbart, die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung zu beenden und Stephan Küsters bis Saisonende freizustellen.“

Der 51 Jahre alte Küsters scheidet aus, wohin ihn die Reise führen wird, ist noch offen, ein bisschen zumindest. Für den WSV ist das ein Paukenschlag, zuvor war bereits Chefscout Gaetano Manno zu Regionalliga-Konkurrent RW Ahlen als Sportlicher Leiter abgewandert. Nach Angaben der Wuppertaler Rundschau steht Küsters vor einer Rückkehr zum Drittligisten Viktoria Köln als Sportchef.

Küsters Kapitän des SC Preußen

Küsters kam 1998 vom FC Remscheid zum SC Preußen als offensiver Mittelfeldspieler. Er blieb acht Jahre, 2006 stieg Münster aus der Regionalliga ab. Ein verzweifelter Comeback-Versuch von Küsters in der Endphase der Saison klappte nicht. Er bestritt 208 Pflichtspiele (23 Tore) für Münster und war eine Zeit lang Kapitän der Preußen. Seine aktive Karriere endete damit in Münster. Er spielte auch neun Partien für den heutigen KFC Uerdingen in der 1. Bundesliga und war für den FC Remscheid in der 2. Bundesliga am Ball.

Im Anschluss an die aktive Laufbahn versuchte sich Küsters als Coach bei Hamborn 07. Von 2012 bis 2014 war er dann bei den Preußen offiziell als Scout tätig. Von 2014 bis 2018 war Küsters Sportlicher Leiter bei Viktoria Köln, unter anderem erlebte er eine erfolgreiche Zeit mit dem Trainer Marco Antwerpen – das Duo hatte beim SC Preußen noch zusammengespielt. In diesen vier Spielzeiten bei Viktoria Köln wurde 2017 die Regionalliga-Meisterschaft gewonnen, der Aufstieg in die 3. Liga aber verpasst. Ein Jahr später wurde die Vizemeisterschaft geholt sowie zwei dritte Plätze (2015 und 2016) belegt.

Wuppertal holt Küsters 2020

Der WSV holte sich Küsters im Juli, nachdem der Ex-Profi eine kurze Zeit ohne Beschäftigung im Profifußball gewesen war. Unter seiner Führung stabilisierte sich der WSV in der Regionalliga und erreichte zunächst Rang zwölf (2021). Nach Platz drei am Saisonende 2021/22 steht der WSV erneut auf Platz drei in dieser Spielzeit, hat mit dem Titelrennen aber mittlerweile nichts mehr zu tun. Schon vor Wochen sagte Küsters unserer Redaktion: „Mit dem Aufstieg haben wir nichts mehr zu tun. Münster macht das sehr gut.“

Beim WSV spielen mit Lion Schweers, Jeron Al-Haizaimeh, Kevin Rodrigues-Pires und Marco Königs vier Profis, die auch Stallgeruch der Preußen haben. Wuppertal ist die einzige Mannschaft, die in dieser Saison in Münster (1:0) gewinnen konnten. Der SCP kassierte zudem Niederlagen in Aachen (2:4) und Oberhausen (2:3). Das Team von Trainer Sascha Hildmann ist allerdings seit elf Partien verlustpunktfrei und dominiert die Regionalliga West nach Belieben.

Neue Aufgabe in der 3. Liga?

Offenbar steht Küsters nun vor einem Engagement bei Viktoria Köln. Dort scheinen sich die Strukturen gravierend zu verändern. Chefscout Marcus Steegmann wechselt zu Alemannia Aachen, dafür wird Ex-Profi Timo Röttger (Hallescher FC) diese Funktion übernehmen. Küsters dürfte als Sportchef die Entscheidungsmacht über alle Transfers innehaben. Viktoria Köln, trainiert von Olaf Janßen, findet sich im gehobenem Mittelfeld der 3. Liga wieder, ist aktuell zumindest dem Relegationsrang zur 2. Bundesliga näher als den Abstiegsrängen. Kölns zweite Fußballkraft hinter Bundesligist 1. FC Köln wird aller Voraussicht in der kommenden Spielzeit auch in der 3. Liga spielen. Für Küsters wäre ein Wiedersehen mit seinem früheren Verein Preußen Münster, zu dem er immer ein besonderes Verhältnis gepflegt hat, sicher.

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