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Fußball: Regionalliga West

„Vor einem Jahr 2:2 gespielt“:  Preußens harte Arbeit erneut belohnt

Duisburg-Homberg

Unter den Augen von Frauen-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg gewann Preußen Münster das Auswärtsspiel gegen den SV Straelen. Eine Stunde tat sich das Team von Trainer Sascha Hildmann aber sehr schwer - und bewies dann eine neue Qualität.

Von Alexander Heflik

Ein Sieg in vier Akten: Alexander Langlitz (oben links) jubelt nach dem 1:0, kurz vorher war Gerrit Wegkamp (oben rechts) ins Spiel gekommen. Spät traf Shaibou Oubeyapwa zum 2:0, ehe die Preußen vor dem Gäste-Block jubeln durften. Foto: Jürgen Peperhowe

Vielleicht ist das der Unterschied zu den letzten beiden Spielzeiten. Fast eine Stunde quälte sich der SC Preußen Münster beim Gastspiel in Duisburg-Homberg über die Zeit. Torlos. Trainer Sascha Hildmann war angefasst, als er in der Halbzeitpause seinen Schützlingen eine Standpauke hielt.

Das gefiel ihm nicht, dass seinem SCP der Schneid allein durch Zweikämpfe abgekauft worden war. „Das ist hier kein Ballett, das ist Fußball. Es kann nicht sein, dass wir durch Härte aus dem Tritt kommen.“ Er forderte seine Mannen auf, gegen Schlusslicht SV Straelen körperlich zuzulegen. Am Ende reichte es, weil Münster mit 2:0 (0:0) durch Treffer von Alexander Langlitz und Shaibou Oubeyapwa vor 650 Zuschauern gewann. Hildmann: „Vielleicht ist das in dieser Saison der Unterschied, dass wir in Wiedenbrück und gegen Straelen so gewinnen, und das ohne Gegentor.“ Puuuh, durchatmen.

Türöffner Langlitz, Schulze Niehues hält Null

Die erste Halbzeit wird dabei nicht als Glanzstück in die Historie der Preußen eingehen. Vor allem, weil die Hausherren den Takt vorgaben in Sachen Zweikampfhärte und Biss. Hatte Schiedsrichter Tobias Esch (Oberpleis) zunächst früh auf zwei Elfmeterpfiffe auf beiden Seiten verzichtet, so musste Torwart Max Schulze Niehues nach zehn Minuten alles aus seinem Repertoire herausholen, um die Führungschance durch Komian Fionouke zu verhindern.

Münsters Offensive funktionierte nur punktuell, als Henok Teklab (17.) allein durch war und Yassine Bouchama (30.) geblockt wurde. Nach Ecke von Dennis Grote köpfte Alexander Langlitz (36.) auf die Latte, viel mehr brachte Münsters hochgelobte Angriffsformation nicht zustande. Dagegen hatte der giftige Said Harouz (43.) nach einem Abstimmungsfehler bei Langlitz das 1:0 auf dem Fuß, Schulze Niehues mit seiner zweiten Großtat sicherte die Nullnummer zur Pause. Viel war das nicht vom SC Preußen.

Preußen-Joker verändert die Statik

„Wir haben nicht gegengehalten, sind erst ab der 60. Minute ins Spiel gekommen“, erklärte Schulze Niehues. Um dann den Schlenker zur Vorsaison zu suchen: „Vor einem Jahr hätten wir hier 2:2 gespielt.“ Damals passierte genau das gegen Schlusslicht VfB Homberg.

Doch als Wegkamp kam, änderte sich die komplette Statik der Partie, die knappe Stunde Anlauf war vorbei. 16 Sekunden nach seiner Einwechslung köpfte er auf das Straelener Tor, Dacain Baraza klärte auf der Linie. In seiner zweiten Einsatzminute hätte er im Laufduell wohl einen Elfmeter bekommen, wäre er nach dem Trikotzieher von Ole Päffgen gefallen. Keine drei Minuten waren vorbei, als Wegkamp den SCP nach einer Ecke von Marc Lorenz mit dem 1:0 erlöste – nein, es war Alexander Langlitz, der Wegkamps Kopfball den entscheidenden Kniff verpasste. Alles wurde jetzt anders.

Wegkamp: „Funktioniere auch mit Andrew“

Bemerkenswert ist, dass Wegkamp seine Rolle als „Spieler von der Bank“ so annimmt: „Ich bin da ganz professionell. Aber ich bin körperlich gut drauf, fit, das war ich in der letzten Saison nicht immer.“ Gegen Straelen übernahm er die Verantwortung, er war sofort auf Betriebstemperatur, war praktisch in allen gefährlichen Aktionen der nächsten Minuten mit von der Partie. Das hatte Biss, und er gab dem Trainerstab auch noch eine Denkaufgabe mit: „Man hat ja gesehen, dass ich mit Andrew Wooten auf dem Platz auch funktioniere.“ Wooten, Typ klassischer Mittelstürmer – Wegkamp, Typ Offensiv-Allrounder. Winwin mit Wooters-Wegkamp?

Nun dominierte der SCP, hatte ein Fülle bester Chancen, musste aber bis zur 86. Minute warten, ehe Oubeyapwa nach Doppelpass mit Wooten zum 2:0 traf. Das hatte gedauert und war ein hartes Stück Fußball-Arbeit in Duisburg, auch hier tief im Westen, wo die Sonne verstaubt. Ist es besser, am Ende besser als man glaubt ...

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