1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Preussen-muenster
  6. >
  7. Ergrauter Deters greift bei Preußen wieder an – und erntet Komplimente

  8. >

Fußball: Regionalliga West

Ergrauter Deters greift bei Preußen wieder an – und erntet Komplimente

Münster

Die Wortspiele zur neuen Frisur von Thorben Deters lägen auf der Hand, doch auch sportlich schrieb der Offensivakteur von Preußen Münster am Wochenende Schlagzeilen. So rutschte er erstmals seit Wochen in die Startelf und brachte durchaus Schwung.

Auch wenn Thorben Deters einer der beliebtesten Spieler beim SCP ist, musste er ein paar Gags ertragen. Simon Scherder (l.) streichelte die graue Mähne aber liebevoll. Foto: Jürgen Peperhowe

Männer um die 40 (oder älter) versuchen oft verrückte Dinge, um die ersten grauen Haare zu kaschieren. Männer unter 30 entdeckten vor ein, zwei Jahren den Trend, sich freiwillig, nämlich künstlich, diesen Farbton zuzulegen. Neuester Fall: Thorben Deters.

Als er am Freitag mit silbern schillerndem Schopf im Kabinentrakt auftauchte, blieben die Reaktionen der Kollegen natürlich nicht aus. „Ich habe schon einige Komplimente bekommen“, erzählte der Mittelfeldspieler von Preußen Münster, berichtete jedoch auch von Sprüchen über seinen Frisör von der Gegengerade. „Ich werde nicht jünger, mit 35 muss ich das auch nicht mehr machen“, so der 27-Jährige, der die Färbung schon im Vorjahr geplant hatte. „Doch dann hätten alle gesagt, jetzt dreht er völlig am Rad.“

Deters: „Ich nehme die Situation an“

Hintergrund: In seiner ersten SCP-Saison war Deters gerade in der Vorrunde eine der auffälligsten Figuren und am Ende auch bester Torschütze (elf Treffer). In dieser Spielzeit läuft es aber noch nicht so rund. Auch deshalb der Zeitpunkt. Und prompt stand er beim 2:0 gegen den SC Wiedenbrück nach eineinhalb Monaten mal wieder in der Startelf.

„Ich hatte eine sehr gute Trainingswoche, in der ich zeigen wollte, dass ich auch im Zweikampfverhalten wieder da bin und mit einer gewissen Härte dienen kann“, sagte Deters. Er räumte aber auch ein, dass der Infekt von Yassine Bouchama eine Rolle gespielt haben könnte, dass er die Zehnerrolle von Shaibou Oubeyapwa einnehmen durfte. „Das wünsche ich niemandem.“

In einer Partie mit extrem viel Ballbesitz war der Offensivakteur gut drin, an vielen Angriffen beteiligt, auch wenn natürlich nicht jede Aktion gelang. „Ich habe gezeigt, dass ich eine gute Option sein kann und hätte mich gern belohnt.“ Dass ihm oft zuletzt nur die Jokerrolle blieb, akzeptierte Deters. „Ich nehme die Situation an, wie sie ist.“

Hildmanns Vergleichs mit Italien-Legende

Eine Corona-Infektion kurz vor dem ersten Spiel verhagelte ihm im Sommer den Saisonstart. Mit Toren gegen Rödinghausen und in Aachen wähnte er sich auf dem richtigen Weg. „Erst Pech, dann diese gute Phase, doch danach war ich mit dem Unterzahl-Spiel in Oberhausen mit viel Rotation wieder raus. Aber was soll ich sagen? Wir sind Tabellenführer mit großem Abstand, da muss ich Persönliches hinten anstellen.“

Trainer Sascha Hildmann hatte sich vorher Zeit genommen: „Wir haben lange mit Thorben gesprochen. Es war der passende Moment, um ihn mal wieder zu bringen. Ein Heimspiel mit besseren Platzverhältnissen als in Ahlen oder Wattenscheid. Da fühlt er sich wohler.“

Ein Schritt nach vorn war der Einsatz zweifellos, spätestens in der Rückrunde will Deters seinen Stammplatz zurück. Ganz ohne ihn zu foppen, wollte aber sein Coach den „ergrauten“ Profi nicht entkommen lassen. Hildmann sprach von der „weißen Feder“ ... „Den kennt er wahrscheinlich gar nicht mehr.“ Fabrizio Ravanelli, italienischer Ex-Nationalspieler, trug schon mit Mitte 20 fast weißes Haar. Ungewollt.

Der ehemalige italienische Nationalspieler Fabrizio Ravanelli war bereits mit Mitte ergraut – so wie jetzt Preußens Thorben Deters. Foto: Imago/WEREK
Startseite
ANZEIGE