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American Football: NRW-Oberliga

Schwarz bleibt blütenweiß - Blackhawks gewinnen Derby gegen die Mammuts

Münster

Die Münster Blackhawks sind Derbysieger. Mit 12:7 gewinnen die Footballer das langerwartete Duell gegen die Mammuts und wahren so ihre Chance auf den Meistertitel.

Von Michael Schulte

Was für ein Spektakel: Das Aufeinandertreffen der Mammuts und Blackhawks war von starker Defense-Arbeit geprägt. Foto: Peter Leßmann

Der junge Mann trug das schwarze T-Shirt mit dem goldenen Aufdruck „Derbysieger“ mit stolz geschwellter Brust. Und er war sicher, dass er dieses leicht verwaschene Dress nach dem münsterschen Stadtduell im American Football auch nicht verärgert ausziehen müsste. Letztlich sollte er recht behalten, denn die Blackhawks setzten sich mit 12:7 gegen die Mammuts durch. Damit behalten die „Schwarzen“ ihre blütenweiße Weste und wahren die Chance auf den Meistertitel in der NRW-Oberliga, während die „Roten“ im Mittelfeld der Tabelle verbleiben. Dabei hätte es auch ganz anders ausgehen können.

Mehr Flaggen als Yards

Es war eine sehr intensive Partie, in der man sich keinen Meter Raum schenkte. Die Defensivabteilungen leisteten auf beiden Seiten Schwerstarbeit, griffen zuweilen auch auf unlautere Mittel zurück und verordneten damit den sieben Referees reichlich Arbeit. „Am Ende hatten wir mehr Flaggen als Yards“, bilanzierte ein realistischer Alexander Naretz, dass die sportlichen Unregelmäßigkeiten eindeutig die Oberhand über gewonnene Yards behielten. Für den Chefcoach der Blackhawks war diese Tatsache nicht überraschend, „denn man merkte beiden Teams die Nervosität an“. Es war halt das Derby, und das will keiner verlieren. „In solch einem Spiel zählen nicht die Punkte, sondern nur der Sieg“, so Naretz.
Die ersten beiden Viertel bestimmten die Blackhawks, kamen durch ein Fieldgoal von Marius Strunk und einen Safety zu einer 5:0-Führung und sahen sich auf dem richtigen Weg. So auch die meisten der lautstarken Zuschauer, zumal den Mammuts zumeist nur die Rolle der gekonnten Verteidigung überlassen wurde. Aber plötzlich hatte Quarterback Sven Reets eine sehr gute Idee, passte lang auf Janik Laumann, der unter dem Jubel seiner Mitspieler den Touchdown in den Händen hielt – aber das Leder dann doch noch verlor. Nichts war mit der Wende in der Partie, die dann in die Halbzeitpause ging. „Schade, da war wirklich mehr drin“, ärgerte sich Mammuts-Coach Sascha Krotil.

Spannende Schlussphase

Spätestens nach einem überragenden Pass von Quarterback Nils Korella auf Clemens Schult und anschließendem Point durch Strunk schienen die Blackhawks auch punktemäßig enteilt. „Blackhawks zwölf, Mammuts null“, kam es genüsslich vom fachkundigen Stadionkommentator. Aber das wollten die Mammuts so nicht auf sich sitzen lassen. Achim Bah per Touchdown und Jonas Spitzer mit dem Zusatzpunkt brachten die Gäste auf 7:12 heran und sorgten damit für eine extrem spannende Schlussphase.

Überragender Passgeber im Derby: Nils Korella. Foto: Peter Leßmann

„Zum Glück haben wir da kontrolliert und abgezockt reagiert. Wir wissen auch, wie wir die Zeit herunterspielen, so dass wir am Ende nichts mehr anbrennen ließen“, attestierte Naretz seiner Defense eine überragende Vorstellung, während ihn die Offensivqualitäten seiner Truppe („zu viel verballert“) nicht wirklich überzeugen konnten.

Derbysieger feiern überschwänglich

„Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, die personell arg gebeutelt in dieses Derby gehen musste. Mit etwas mehr Glück wäre sogar mehr drin gewesen“, hatte Krotil für seine Mammuts jede Menge Lob übrig. „Und wenn wir in Münster die Kräfte bündeln würden, wäre noch viel mehr drin.“
Was noch auffiel? Mit einem fulminanten Kick Off rasierte Marius Strunk eine komplette Zuschauerbank seitlich hinter den Torstangen samt Damen um, die sich plötzlich auf dem Rücken wiederfanden. Dazu der Moment, als sich Naretz nach dem Abpfiff zuerst seiner Mannschaft und dann der Presse widmen wollte. Hätte er nicht tun sollen. Denn direkt vor seiner Ansprache wurden ihm in bester Eis-Challenge-Manier zwei Wasserkübel über den Kopf gegossen. Und was machte der Chefcoach? Er tanzte wie ein kleiner Junge und skandierte immer wieder „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey.“

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