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Fußball: Regionalliga West

Schwer enttäuschte Preußen geben noch längst nicht auf

Wiedenbrück

Eine Einordnung des 0:0 beim SC Wiedenbrück war am Freitagabend kaum möglich. Dafür musste erst die Partie von Verfolger RW Essen abgewartet werden. Doch in der Analyse wurde schnell klar: Preußen Münster hatte taktisch nicht alles richtig gemacht.

Von Thomas Rellmann

Wiedenbrücks Keeper Marcel Hölscher ist hier vor Alexander Langlitz am Ball. Der Schlussmann stand oft im Mittelpunkt. Foto: Jürgen Peperhowe

Ein 0:0 beim SC Wiedenbrück mit seiner starken Deckungsstruktur und seinen guten Innenverteidigern wäre im Laufe der Saison vielfach als gewonnener Punkt durchgegangen. Am Freitag aber überwog bei Preußen Münster die Enttäuschung, weil RW Essen die Möglichkeit bekam vorbeizuziehen.

"Vielleicht hatten wir Respekt, aber nervös waren wir eigentlich nicht", sagte Trainer Sascha Hildmann. Ihn störte vor allem das fehlende Kombinations- und Flachpassspiel, das gegen die ostwestfälischen Hünen erfolgsversprechender gewesen wäre. "Wir haben zu früh angefangen, Langholz zu schlagen. Da kann man 100-mal reinrufen, steuern lässt sich das nicht", sagte der Coach. "Wir hatten es extra angesprochen. Aber wir haben ja alles rausgehauen, das Engagement war da. Der Gegner hat gut verteidigt, oft fängt man sich dann noch einen Konter. Denn wir haben schon viel riskiert."

Langlitz wirft Farrona Pulido nichts vor

Vor der Pause, so der Pfälzer, habe sein Team "zu wenig Druck" aufgebaut. "Da war es ausgeglichen, es gab wenig Chancen. Aber danach haben wir ja nur noch nach vorn gespielt. Mit dem Ergebnis können wir leben." Frustriert zeigte sich auch Alexander Langlitz. "Wir haben alles probiert. Freistöße, lange Bälle, Cleverness, Abpraller. Hat leider nichts geklappt." Wobei vor allem die Standards, wenn denen es fast zwei Dutzend gab, zu selten Feuer entfachten. Und dann war da noch die Szene, als Manuel Farrona Pulido SCW-Keeper Marcel Hölscher den Ball abluchste und nur das Außennetz traf. Langlitz hatte innen frei gewartet. "Leider die falsche Entscheidung", sagte der Übersehene. "Aber kein Vorwurf an ihn."

Sportchef Peter Niemeyer (M.) klatscht ab mit Gerrit Wegkamp. Foto: Jürgen Peperhowe

Kämpferisch zeigte sich Luke Hemmerich: "Wir gucken nach vorn, fokussieren uns auf das letzte Spiel gegen Köln II. Die Fans geben Vollgas, wir auch. Samstag geht es nur zusammen." Seine Bewertung der Nullnummer war aber auch treffend: "Es war ein Drecksspiel, wir haben gekämpft, gearbeitet, aber leider nicht unseren besten Fußball gezeigt."

Gerrit Wegkamp

Dem stimmte auch Stürmer Gerrit Wegkamp zu. "Wir haben es sicher nicht perfekt gespielt, aber gegen die große Dreierkette war es eben hart. Vielleicht hätte es mehr gebracht, die Situationen auszuspielen. Mit hohen Bällen hatten wir Probleme, wobei es auch dabei einige gute Momente gab, in denen nur eine Fußspitze gefehlt hat." Kritisch sah der 29-Jährige den Umgang mit den wenigen Chancen: "In solchen Spielen kriegt man nur zwei, drei richtig gute. Da fehlte teils das Glück, teils das Können. Aber uns wurde es auch unfassbar schwer gemacht." Sein Credo: "Abwarten, was der Punkt wert ist. Wir haben es noch selbst in der Hand, dann brauchen wir am letzten Spieltag halt ein Offensivspektakel."

So weit dachte Coach Hildmann noch nicht. Doch auf ein Herzschlagfinale ist er vorbereitet. "Warum immer so spannend?", stöhnte er. "Einmal nur einfach, aber bei Hildmann ist es nie einfach." Hoffnung für den letzten Spieltag äußerte er gleichwohl: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Ahlen in Essen abknallen lässt." Eine Einstellung wie Wiedenbrück erhofft er sich logischerweise aber auch von den anderen Mannschaften. Bisher ließ sich kein Gegner der Top-Teams hängen.

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