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Basketball: 2. Bundesliga Pro A

73:85 – die WWU Baskets unterliegen dezimierten Karlsruhern

Münster

Die WWU Baskets Münster haben den dritten Sieg in der 2. Bundesliga Pro A verpasst. Gegen die PS Karlsruhe Lions unterlag das Team von Trainer Björn Harmsen mit 73.85 (36:40) – und das gegen einen mit nur sieben Spielern angetretenen Gast „völlig verdient“, wie der Coach befand.

Von Henner Henningund

Das Duell der Einser, das der Karlsruher Kelvin Omojola mit den Lions gegen die Baskets um Darien Jackson (r.) mit 85:73 gewann. Foto: Jürgen Peperhowe

Der kleine Lauf, den sich die WWU Baskets Münster erarbeitet hatten, wurde am Samstagabend jäh gestoppt. Nach Siegen gegen Kirchheim und in Bochum unterlag der Pro-A-Neuling den PS Karlsruhe Lions mit 73:85 (36:40) und war dabei in langen Phasen der Partie klar unterlegen. „Ich bin sehr enttäuscht. Wir haben verdient verloren. Als Mannschaft, die hochkommt, muss man ans Limit gehen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir am Limit waren“, sagte Trainer Björn Harmsen ernüchtert.

Eine Überraschung gab es bereits weit vor dem Hochball beim Blick auf das Karlsruher Aufgebot. Nur sieben Spieler standen Coach Aleksander Scepanovic, einst Harmsens Assistent in Weißenfels, zur Verfügung. Die beiden Top-Leute Bazoumana Koné (20 Punkte im Schnitt) und Maurice Pluskota (19,3 Zähler) waren zwar anwesend, aber nicht spielfähig. Ein Grund, die Badener auf die leichte Schulter zu nehmen, war das aber nicht – man denke nur an das Testspiel im September, als ein Lions-Septett auch ohne das besagte Duo mit 100:74 in Münster gewann. Und der Anfang erinnerte dann direkt ganz stark an die „Lehrstunde“, wie Harmsen die damalige 26-Punkte-Niederlage genannt hatte.

Petursson fehlt den Baskets

Während die ohne den angeschlagenen Hilmar Petursson spielenden Baskets sich offensiv ungemein schwer taten, zu statisch agierten und sich gleich einmal zwei Turnover (Schrittfehler von Darien Jackson und Connor Harding) leisteten, waren die Lions direkt in der Partie. Ivan Karacic, Kelvin Omojola und zweimal Darko Bajo – und schon stand es 8:0 für die Gäste (3.). Erst Cosmo Grühn sorgte nach der Auszeit des unzufriedenen Harmsen für die ersten Punkte der Baskets, die sich weiter äußerst schwertaten. Unter beiden Körben. Folgerichtig betrug der Rückstand nach dem Vier-Punkt-Spiel von Lovell Cabbil bereits zwölf Zähler (12:24, 10.). Das war ein schwaches erstes Viertel, einfach nicht genug. Zu allem Überfluss marschierte Darien Jackson nach einem Disput mit Harmsen in die Kabine, Kapitän Seiferth holte den Amerikaner zurück.

Cabill ganz stark in Halbzeit eins

Es knirschte mächtig bei den Baskets, die zulegen mussten, um nicht frühzeitig entscheidend ins Hintertreffen zu geraten. Schließlich hatte der bis dahin überragende Cabill (16 Punkte in Halbzeit eins) auf 27:12 für die Lions gestellt. So langsam berappelte sich Münster aber. Adam Touray mit sechs Zählern führte die Baskets auf 24:31 heran, der nun deutlich besser agierende Jackson verkürzte ebenfalls mit sechs Punkten auf 33:38. Jetzt waren die Baskets da, hatten zunächst das größte Übel angewendet. Stefan Weß, gerade von seiner Corona-Pause zurück, setzte aus der Distanz den Schlusspunkt in Halbzeit eins.

Ja, Münster hatte sich herangearbeitet – und nahm den Schwung mit ins dritte Viertel. Jasper Günther besorgte den Baskets vor 2500 Zuschauern direkt einmal mit zwei Dreiern die erste Führung (42:40) – ein kurzes Vergnügen, die Lions antworteten prompt mit einem 8:0-Lauf. Geschenke, so viel stand lange fest, verteilten die dezimierten, aber sehr reif und ruhig auftretenden Karlsruher am Berg Fidel nicht. Und Münster, das durch Seiferth zum 49:49 kam (25.), machte sich das Leben zusätzlich selber schwer. Schon früh im dritten Viertel hatte die Harmsen-Truppe die Teamfoul-Grenze erreicht, besonders Jasper Günther (vier Fouls) war in Trouble. Wie sein Team, das die nächste Serie – diesmal ein 0:13 – kassierte (49:62, 27.).

Touray per Dunking

Zu viel für defensiv weiter zu nachlässig und offensiv oft zu hastig agierende Baskets? Unter dem Strich ja. Zwar keimte nach fünf Günther-Zählern sowie einem krachenden Touray-Dunking beim 59:66 noch einmal Hoffnung auf. Aber Karlsruhe war als etablierter Zweitligist einfach abgezockter als der Pro-A-Neuling. Spätestens Julian Albus, der 1:42 Minuten vor dem Ende aus der Distanz zum 80.70 traf, machte den Deckel drauf. Da ging in Sachen Comeback nichts mehr für den Hausherren, die nun nach vier Spieltage ein ausgeglichenes Konto aufweisen.

Punkte: Günther (17/4 Dreier), Jackson, Touray (je 10), Weß (10/2), Seiferth (9), Harding, Grühn (je 7/1), Reuter (3/1)

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