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Basketball: 2. Bundesliga Pro A

79:84 – die WWU Baskets sind in Tübingen nahe an einer Überraschung

Münster

Viel hat den WWU Baskets Münster nicht zum siebten Sieg in der 2. Bundesliga gefehlt – und der wäre schon einer aus der Rubrik „Überraschung“ gewesen. Erst Sekunden vor dem Ende entschieden die Tigers TÜbingen die Partie für sich, in dem Münster ein ganz wichtiger Spieler gefehlt hatte.

Hilmar Petursson, der hier an Tübingens Gianni Otto vorbeizieht, erzielte bei der knappen Niederlage der Baskets 18 Zähler. Einzig Darien Jackson war mit 19 Punkten noch erfolgreicher für die Münsteraner. Foto: Imago/Ulmer

Bis vier Sekunden vor Schluss durften die WWU Baskets Münster von einer faustdicken Überraschung träumen. Erst als Zachary Seljaas für die Tigers Tübingen zwei Freiwürfe zum 82:79 gestellt und dann Cosmo Grühn den folgenden Einwurf als Risikopass nicht zum eigenen Mann gebracht hatte, war die Entscheidungen zugunsten des klaren, aufstiegsambitionierten Favoriten gefallen. Nach zwei weiteren Seljaas-Freiwürfen lautete das Endergebnis 79:84 (35:42) aus Sicht der Baskets, die sich aber in der Paul-Horn-Arena teuer verkauft haben. „Natürlich sind wir enttäuscht, wir waren dicht dran. Am Ende ist eine Mischung aus etwas Pech und Unerfahrenheit. Aber ich freue mich für die Jungs, sie haben es gut gemacht“, so Trainer Björn Harmsen.

Nur drei Tage nach dem wichtigen Erfolg über Medipolis SC Jena überraschte der Coach mit einer Personalentscheidung. Der 40-Jährige verzichtete auf seinen Kapitän Andreas Seiferth, nahm den Center gar nicht erst mit auf die lange Reise an den Neckar. „Andi hat gegen Jena viel Federn gelassen, daher haben wir es so entschieden“, sagte Harmsen. Und Münster tat sich ohne seinen Anführer und Topscorer zunächst schwer, musste sich erst einmal sortieren. Die Anfangsphase gehörte klar den Tigers, für die Mateo Seric gleich einmal auf 6:0 stellte. Timo Lanmüller traf per Dreier zum 11:2, Seljaas erhöhte nach 6:35 Minuten auf 20:5. Es drohte mächtig Ungemach für die Baskets, die sich rüttelten und schüttelten, sich ordneten – und dann loslegten. Bis zum Ende von Viertel eins feuerten Thomas Reuter (2) sowie der am Montag aus den USA zurückgekehrte Connor Harding und Hilmar Petursson vier Distanzwürfe durch die Tübinger Reuse. Der erste kleine Zwischenspurt brachte die Gäste auf 19:22 heran.

Jordan Jones zur ersten Führung

Erstaunlich, wie sich der Pro-A-Neuling gegen den ehemaligen Bundesligisten behauptete. Die Tigers waren spürbar beeindruckt, erst recht als Jordan Jones per Freiwurf den Münsteranern die erste Führung beschert hatte (26:25, 12.). Diese war zwar nur von kurzer Dauer, die Baskets aber gaben den Tübingern schon so manche Denksportaufgabe auf. Zumal sich die Harmsen-Truppe auch nach den vier Zählern von Kriss Helmanis – zwischendrin hatte sich Jasper Günther einen von 20 Baskets-Turnovern geleistet – zum 57:46 nicht aus der Ruhe bringen ließen.

Viel Wille und Überzeugung

Unverdrossen und mit ganz viel Willen und Überzeugung arbeitete der Underdog, malochte sich wie schon gegen Jena zurück in Schlagdistanz. Darien Jackson, mit 19 Zählern Münsters Topscorer, glich mit einem Dreipunkt-Spiel aus (68:68) und ließ flugs fünf weitere Punkte zum 77:73 folgen. Ja, da war wirklich etwas drin für den Gast, der beim wieder herausspringenden Dreier des stark spielenden Petursson das von Harmsen angesprochenen „Pech“ hatte. Statt 80:76 lautete im Gegenzug das Ergebnis 77:78, weil Seric erfolgreich war. Überhaupt war der 23-Jährige Tübingens Trumpf, stoppte er doch direkt danach Jackson, um 16 Sekunden vor Ende vorne wieder zuzuschlagen.

Seljaas macht den Deckel drauf

Dass Jones noch einmal auf 79:80 verkürzte, war letztlich für Münster nur noch eine Randnotiz, da Seljaas cool den Deckel drauf machte. Mut aber sollte die Münsteraner vor dem so wichtigen Duell gegen die Panthers Schwenningen, ein Konkurrent im Kampf um den angestrebten Klassenerhalt, nach dieser Leistung dennoch schöpfen.

Punkte: Jackson (19/1 Dreier), Petursson (18/3), Jones (13), Reuter (7/2), Grühn (7/1), Touray (6), Harding (5/1), Günther (3/1), Pahnke (1)

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