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Basketball: 2. Bundesliga Pro B

81:72 gegen Hanau – Baskets starten mit Arbeitssieg in die Playoffs

Münster

Der Nordmeister der 2. Bundesliga Pro B ist mit einem Sieg in die Playoffs gestartet. Mit 81:72 (34:36) kämpften die WWU Baskets Münster die White Wings Hanau nieder, die dem Favoriten alles abverlangten – auch weil der Gastgeber am Berg Fidel zunächst wenig treffsicher war.

Von Thomas Austermann und Henner Henning

Gemeinsamer Jubel mit 2075 Fans: Die WWU Baskets gewannen das erste Playoff-Achtelfinale gegen die White Wings Hanau mit 81:72, mussten sich dabei aber gegen einen hartnäckigen Gegner bis zum Ende strecken. Foto: Jürgen Peperhowe

Aller Anfang ist schwer. Das mussten auch die WWU Baskets Münster zum Playoff-Auftakt in der 2. Bundesliga Pro B erfahren. Gegen die White Wings Hanau gewann das Team von Trainer Björn Harmsen mit 81:72 (34:36), tat sich im ersten Achtelfinale aber lange schwer. „Es war wie erwartet. Hanau hatte hier nichts zu verlieren und stellte sich wie eine Wand hinten rein“, meinte Harmsen, der mit einem Muskelfaserriss in der Wade humpelnd an der Seitenlinie coachte.

Der Einstieg in die finale Phase der Saison fiel den Baskets alles andere als leicht. Nicht nur, weil Niklas Krause – er war Hanaus Held und Siegkorb-Werfer im letzten Hauptrunden-Spiel – nach nicht einmal zehn Sekunden auf 3:0 für die Gäste stellte. Vielmehr, weil die Münsteraner so gar kein Zielwasser getrunken hatten. Dreier um Dreier verfehlte das Ziel, auch die der Rebound-Überlegenheit (21:9 im ersten Viertel) geschuldeten zweiten, dritten, vierten Möglichkeiten ließen die Gastgeber liegen. Erst Ryan Richmond brachte Münster, das ohne den unter der Woche erkrankten Rijad Avdic auskommen musste, auf das Scoreboard – zum 2:3, weil auch die White Wings nicht gerade hochprozentig trafen.

2075 Zuschauer am Berg Fidel

So dauerte es vor 2075 Zuschauern, bis die Baskets erstmals Fahrt aufnahmen. Ein Drei-Punkt-Spiel von Stefan Weß, zwei Freiwürfe von Jasper Günther sowie ein Dreier von Thomas Reuter – es war der einzige bei 15 (!) Versuchen in Viertel eins – machten aus dem 6:9 ein 14:9.

Wenig später ging es beim Stand von 19:12 in die erste kurze Pause, aus der Münster mit viel Elan kam. Weß und ein Dreier von Cosmo Grühn brachten die Harmsen-Truppe vermeintlich in die Spur (24:12, 12.). Doch dieser Vorsprung verlieh den Baskets keine Sicherheit, das Fahrkarten-Festival setzte sich gegen die weiter tiefstehende, massive Verteidigung der Hessen nahtlos fort. Bei nur 15 Prozent (vier von 26) lag die Dreier-Quote zur Pause – eine unterirdische Bilanz.

Und da anders als in den ersten zehn Minuten Hanau nun offensiv besser agierte, kippte die Partie. Dewrell „JD“ Tisdale leitete mit seinen beiden Zähler den 15:3-Lauf der White Wings ein, bei dem sich Matthias Fichtner mit acht Punkten am Stück hervortat. Münster wirkte offensiv fahrig, einfallslos. Bälle unter den Korb waren Mangelware, die Szenen unter dem gegnerischen Korb basierten auf Einzelaktionen oder mündeten im Pass nach außen – von wo der Ball nur selten den Weg in die Reuse fand. Das Zwischenergebnis: 34:36 zur Pause.

Weß mit zwei Dreiern

Harte Kost und alles andere als ein Selbstläufer war das Duell des Nordmeisters gegen den Süd-Achten, der sich erst auf den letzten Drücker für die Playoffs qualifiziert hatte. Eine Steigerung der Baskets war nötig, wollte der Aufstiegskandidat nicht einen kapitalen Fehlstart hinlegen. Und ja, die Baskets wurden besser, besonders aus der Ferne. Die ersten vier Dreier (zweimal Weß, je einmal Günther und Grühn) saßen, Münster war wieder vorne (48:40).

Ein Befreiungsschlag war dieser Zwischenspurt noch nicht, zu schwankend gestaltete sich weiterhin Münsters Auftritt. So blieb es eine enge Kiste (55:51), der Dreier von Wezorke wenige Sekunden vor Viertelende gab ein wenig Luft (61:54) – aber noch nicht unbedingt das Gefühl, sich auf ein nervenschonendes Spielende einzustellen.

Richmond mit Drei-Punkt-Spiel

Das Drei-Punkt-Spiel des lange blass agierenden Richmond direkt zu Beginn der letzten zehn Minuten ließ den Vorsprung erstmals wieder zweistellig werden. Eine Vorentscheidung aber war das noch nicht, dafür agierte Münster nicht nachhaltig genug. Tisdale mit zwei Korberfolgen am Stück verkürzte für die giftig bleibenden White Wings mal eben wieder auf 61:67 (36.). Eine komfortable Führung, so wie sie sich die Baskets gewünscht hätten, sieht sicher anders aus. Aber einmal mehr in dieser Saison blieben sie in der Crunchtime cool.

Erst zog Günther entschlossen zum Korb, dann versenkte Weß 63 Sekunden vor Ende einen Dreier – 76:66. Das Ding war durch, auch wenn Fichtner und Tisdale, der kurz nach seinen Zählern Nummer 16 und 17 mit dem fünften Foul rausmusste, die Partie noch einmal scharf machten (70:77, 42 Sekunden vor Ende).

Den Sieg ließen sich die von der Freiwurflinie sicheren Münsteraner nicht mehr nehmen, auch wenn Spiel-Eröffner Krause auch das Schlusswort hatte. Einmal durchatmen, das war ein Arbeitssieg. „Wir haben alles auf dem Feld gelassen, was ging. Aber wir müssen sicher bessere Lösungen finden“, sagte Topscorer Günther (20 Punkte) mit Blick auf das zweite Treffen am kommenden Samstag in Hanau.

Punkte: Günther (20/2 Dreier), Weß (16/3), Richmond (12), Reuter (9/3), Wezorke (9/1), Grün (8/2), Onwuegbuzie (7)

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