1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Basketball
  6. >
  7. 87:83 gegen Schwelm – die WWU Baskets steigern sich und wahren den Heimnimbus

  8. >

Basketball: 2. Bundesliga Pro B

87:83 gegen Schwelm – die WWU Baskets steigern sich und wahren den Heimnimbus

Münster

Das war ein hartes Stück Arbeit, das die WWU Baskets Münster da am Samstagabend zu verrichten hatten. Der Spitzenreiter der 2. Bundesliga Pro B mühte sich gegen die formstarken EN Baskets Schwelm lange, lag im dritten Viertel gar mit zwölf Punkten zurück – und kam dennoch zurück und siegte letztlich mit 87:83 (35:34).

Von Thomas Austermann und Henner Henning

Thomas Reuter und die WWU Baskets setzten sich am Samstagabend mit 87:83 gegen die EN Baskets Schwelm um Calvin Oldham jr. durch und bleiben damit am Berg Fidel ungeschlagen. Foto: Jürgen Peperhowe

Die WWU Baskets Münster bleiben in dieser Saison weiter eine Heimmacht. Dafür aber musste das Team von Trainer Björn Harmsen am Samstagabend mächtig kämpfen, ehe das 87:83 (35:34) gegen die widerstandsfähigen EN Baskets Schwelm perfekt war. Es war ein Arbeitssieg, der aber dem Spitzenreiter der 2. Bundesliga Pro B nach dem Ausfall von Center Adam Touray guttat. „Wir hatten sehr starke Phasen, und wir hatten sehr schlechte Phasen. Gut ist, dass uns ein am Ende so enges Spiel etwas bringt“, sagte Harmsen.

Münster fand nach der Länderspiel-Pause nur schwer in den Rhythmus, offensiv fehlten Bewegung, Zielstrebigkeit und Treffsicherheit. So waren schon 3:45 Minuten vergangenen, als Stefan Weß per Dreier auf 5:5 stellte. Es war das Startsignal für die Distanzwurf-Parade beider Teams: Thomas Reuter glich zum 8:8 aus, die beiden Dreier vin Rupert Hennen und Marco Hollersbacher konterte erst Andrew Onwuegbuzie und wenig später dann erneut Reuter (14:16, 8.). Doch die Partie blieb fahrig, ohne Fluss. Den Baskets merkte man das Fehlen von Touray durchaus an, unter dem Korb tat sich der Gastgeber schwer – was 15 Punkte durch Dreier sowie zwei weitere von der Freiwurflinie – Ryan Richmond zum 21:21 am Viertelende – unterstreichen.

Reuter auf Wezorke – 31:23

Aus dem ersten kleinen Break kam Münster energischer, erwischte den besseren Start ins zweite Viertel. Richmonds vier Zähler sowie die beiden von Weß stellten die Anzeigetafel auf 27:21, wenig später vollendete Helge Wezorke einen Reuter-Pass zu, 31:23.

Es war die höchste Führung, die aber keinerlei Sicherheit verlieh. Die Baskets blieben schwankend, blieben fehlerhaft. Oliver Pahnke warf einen Einwurf direkt zu Mayr, auch Thomas Reuter erlaubte sich einen Fehlpass, dazu stand Rijad Avdic im Aus. Und da auch die Dreier-Versuche von Onwuegbuzie und Cosmo Grühn erfolglos waren, eroberte sich Schwelm die Führung zurück (32:21, 18.). Zudem sorgte Wezorkes drittes Foul für noch mehr Probleme auf der Center-Position. Kein Wunder, dass Harmsen in der folgenden Auszeit laut wurde. Zumindest kurzfristig trat Besserung ein, vier schnelle Punkte von Kai Hänig beendeten die Kurzzeit-Flaute. Es waren die letzten Baskets-Zähler in Durchgang eins, Schwelms Robert Nortmann stellte per Tip-in den Halbzeitstand her.

Schwelm zieht davon

Eine Menge Steigerungspotenzial gab es noch im Spiel der Münsteraner, die dieses aber nicht abriefen. Offensive Ideen waren Mangelware, die Pick-and-roll-Variante hatten die Baskets an diesem Abend gar nicht im Angebot. Und da die Würfe von jenseits der Dreierlinie seit dem ersten Viertel nicht mehr fielen, stockte Münster bis zu Minute 25 sein Konto nur um magere zwei Zähler auf. Schwelm dagegen punktete angeführt von Spielmacher und Dauerbrenner Hennen verlässlich und zog auf 48:37 davon.

Nun waren Münsters Comeback-Qualitäten gefragt, um den Heimnimbus der Saison zu wahren. Und tatsächlich, auf einmal ging ein Ruck durch die Baskets-Reihen. Es war einmal mehr Jasper Günther, der die Initialzündung gab, mit seinen fünf Punkten auf 45:52 stellte. Wezorke ließ direkt ebenso viele folgen, auch weil die Defensive der Gastgeber nun wesentlich engagierter und beherzter zu Sache ging. Das Publikum, die 1325 Zuschauer, waren nun auch da, pushten ihr Team nach vorne – bis zum 58:54, für das Günther mit drei Freiwürfen eine Sekunde vor Viertelende sorgte.

Avdic nervenstark

Münster hatte mit einem 15:0-Lauf die Partie gedreht, war auch nach dem Dreier von Rijad Avdic (seine ersten Punkte) zum 64:60 auf Kurs – um dann von diesem wieder abzuweichen. Ein 0:8-Lauf war die folgende des nächstes Abs in dieser munteren Berg- und Talfahrt, an der beide Seite teilnahmen.

Doch wo es runter geht, geht es meist auch wieder hoch. Der bärenstarke Wezorke, schon im Hinspiel mit 29 Zählern Topscorer, stellte aus der Distanz den Anschluss, Grühn und Richmond holten Münster die Führung zurück (71:68). Das Finale war eröffnet, Münster ging mit leichten Vorteilen in die Schlussminute, in der 17 Sekunden vor dem Ende Schwelms Hennen per Dreier auf 80:82 und dann nach einem Grühn-Freiwurf ebenfalls von der Linie 10,4 Sekunden vor Ende auf 81:83 verkürzte. Für Spannung war gesorgt in dieser nicht immer hochklassigen Partie, die Avdic nervenstark mit vier Freiwürfen entschied. Sieg Nummer 18 war perfekt. Es war ein hart erkämpfter.

Punkte: Wezorke (17/3 Dreier), Grühn (15/2), Günther (13/2), Richmond (10), Weß, Avdic (je 7/1), Onwuegbuzie, Reuter (je 6/2), Hänig (4), Pahnke (2)

Startseite
ANZEIGE