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Basketball: 2. Bundesliga Pro B

Ein Arbeitssieg mit Zittermomenten für die WWU Baskets gegen Rist Wedel

Münster

Die Heimserie hat Bestand, aber die WWU Baskets Münster mussten gegen den SC Rist Wedel. Der Tabellenvorletzte verlangte den Gastgebern eine Menge ab. Am Ende aber setzte sich der Favorit mit 88:83 durch – Zittern inklusive.

tau/hen

Kai Hänig und die WWU Baskets mussten gegen Rist Wedel ziemlich zittern. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Heimstärksten trafen auf die auswärts am schwächsten Agierenden, aber eine klare Angelegenheit wurde dieses Duell in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B dann doch nicht. In Berg Fidel mussten sich die WWU Baskets Münster erheblich steigern, um mit dem 88:83 (47:41) gegen den SC Rist Wedel den siebten Sieg zu feiern und den Jungs aus Schleswig-Holstein auch die achte Reise dieser Serie zu vermiesen. Es war eher ein Arbeitssieg als eine Gala, zwei Punkte aber gibt es dennoch für die Westfalen.

Auf die Schmach von Köln wollten die Baskets eine Reaktion zeigen und beweisen, dass sie es besser können. Und so legten sie auch gleich los: In den intensiven Auftaktminuten, in denen sich beide Teams mit einer aggressiven Defensive begegneten, versenkte Jasper Günther seinen zweiten Dreier zum 12:8 (3.). Münster war schnell im Rhythmus – und brachte sich durch Nachlässigkeiten und Unkonzentriertheiten auch aus raus. Ein Schrittfehler hier, ein Offensivfoul da, noch ein Schrittfehler dort, und schon war Wedel nicht nur wieder auf Augenhöhe (12:12), sondern zog auch dank einer zunächst starken Dreierquote auf und davon. 28:19 hieß es nach dem ersten Viertel, in dem sich der Gastgeber zehn (!) Turnover leistete – ein indiskutabler Wert.

Konsequenteres Einschreiten nötig

Es musste dringend eine Steigerung her, auch unter dem eigenen Korb war ein konsequenteres Einschreiten nötig. Die Baskets hatten verstanden, die kurze Ansage von Kappenstein zeigte Wirkung. 3:06 Minuten gestattete Münster dem Tabellenvorletzten keinen Korberfolg, erst Linus Hoffmann verwandelte zwei Freiwürfe. Da hatten die Baskets ihrerseits schon sechs Zähler (Helge Baues, Kai Hänig, Jasper Günther) verbucht. Die Einsatzbereitschaft, das taktische Verhalten an beiden Brettern und die Wurfquote passten weiter, nach Dreiern von Thomas Reuter und Marck Coffin, einem Hänig-Korbleger nach Offensivrebound und zwei Günther-Freiwürfen war der Hausherr beim 35:30 wieder vorn (16.) – auch weil er seine Ballverluste (vier) nun in Grenzen hielt. Stefan Weß stellte mit der Halbzeitsirene auf 47:41. Ein kleines Polster nahm Münster also mit in die Pause. Ein Dutzend Freiwürfe saßen, sechs Spieler trafen, die im ersten Viertel diesbezüglich gar nicht aufgefallen waren.

Mit 20:17 holten sich die Gastgeber den dritten Durchgang, der von der wechselvollen Art war. Zuerst sorgten Delpeche, Helge Baues und Weß für die Punkte zur höchsten Führung (55:43), aber die unbeugsamen Wedeler knickten nicht weg. Haymond Tucker traf energisch, bevor er sein viertes Foul angeschrieben bekam.

Es wird spannender

Nein, Ruhe und Sicherheit kehrten nicht ein in den Baskets-Stil. Im vierten Viertel wurde es vielmehr immer spannender, auch weil Münster wiederholt Chancen liegen ließ und Wedel sich damit in Reichweite wähnte. Wie Tucker kam auch Osaro Jürgen Rich Igbineweka in Foulprobleme und musste sich im direkten Zweikampf zurückhalten. Vier Minuten vor Schluss kämpfte sich Delpeche in Position und sorgte für einen Zehn-Punkte-Vorsprung.

Beruhigend? Mitnichten. Münster wurde wieder nachlässig, reichte dem SC die Hand zur Rückkehr ins Spiel. Das 78:68 war 1:37 Minuten nach Richs Korberfolg zu einem 79:77 geschmolzen, die Baskets wackelten. Günther ließ ein Dreipunktspiel – Rich hatte sich dabei aus der Partie gefoult – folgen, Alexander Angerer tat es ihm auf der Gegenseite gleich. 82:80 – es war endgültig eine Zitterpartie. Erneut Günther und Angerer schraubten das Ergebnis um je zwei Zähler nach oben, ehe Touray und Delpeche erfolglos blieben. Wedel hatte die Chance auf den Ausgleich, doch Schmedes vergab. Defensivrebound Weß, der nach dem Foul an der Linie cool blieb. 86:82, 13 Sekunden vor Schluss. Verbal flogen nun die Fetzen, ein Wortgefecht der beiden Trainer stachelte die Atmosphäre an. Was ging denn hier ab? Angerer per Freiwurf zum 86:83, noch zehn Sekunden. Wer wird hier der Held am Sonntagnachmittag? Es der Top-Scorer Jasper Günther, der 4,3 Sekunden vor dem Ende den Deckel auf diese Partie machte. 88:83. Kein schöner Sieg, aber es war den Baskets egal. Gewonnen ist gewonnen.

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